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2014-05-23

15. Laupheimer Gespräche zum Thema „Arisierung“

15. Laupheimer Gespräche zum Thema „Arisierung“
Laupheim: Unter dem Titel „Der verwaltete Raub“ thematisiert das Haus der Geschichte Baden-Württemberg bei den 15. Laupheimer Gesprächen die „Arisierung“ und Versuche der Wiedergutmachung. Im Nationalsozialismus wurde von 1933 bis 1945 das gesamte jüdische Eigentum „arisiert“. Fabriken, Geschäfte und Häuser wechselten ebenso zwangsweise den Besitzer wie Kunstwerke, Möbel oder Geschirr. „Bei der Arisierung handelte es sich nicht nur um einen Prozess ‚von oben‘“, sondern um einen politisch-gesellschaftlichen Prozess, in dem es viele Akteure und Profiteure gab“, sagte Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger vom Haus der Geschichte am 22. Mai bei der Eröffnung.
Die Referenten zeigen die Komplexität des Themas auf: Die Historikerin Dr. Christiane Fritsche erläutert den Begriff „Arisierung“ und spannt den Bogen von der Diskriminierung jüdischer Firmenbesitzer gleich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten bis zur Versteigerung jüdischen Hausrats durch deutsche Kommunen Anfang der 1940er Jahre. Über „Schnäppchen beim Jud“ und die „Arisierung“ in Oberschwaben spricht die Publizistin Dr. Andrea Hoffmann. Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Heinz Starkulla schildert, wie die Nationalsozialisten die „Entjudung“ der Presse betrieben und ein regimekonformes Mediensystem errichteten.
Dass trotz der zwei großen Wellen der Rückgabe jüdischen Eigentums nach 1945 und nach 1990 die Restitution bis heute nicht abgeschlossen ist, erklärt der Historiker Prof. Dr. Constantin Goschler nicht nur anhand des Falles Gurlitt. Dr. Anja Heuß berichtet über ihre schwierige Arbeit als Provenienzforscherin an staatlichen Museen.
Mit Romanen zur „Arisierung“ beschäftigt sich der 1937 in die USA emigrierte Prof. Dr. Guy Stern. Die Werke zeigen, so der Literaturwissenschaftler, „dass die Grundpfeiler so mancher Großindustrien und ihrer Eigentümer noch immer auf dem leid- und blutgetränkten Boden der sogenannten Arisierung stehen“.
Von den Versandhändlern Carl Amson Joel, dem jüdischen Großvater des Popstars Billy Joel, und dem NSDAP-Mitglied Josef Neckermann handelt der Film, der bei der Abendveranstaltung gezeigt und diskutiert wird: „Die Akte Joel - Die Geschichte zweier Familien“ von der Regisseurin Beate Thalberg.
Haus der Geschichte Baden-Württemberg:
Ausstellung: Konrad-Adenauer-Straße 16, Verwaltung: Urbansplatz 2, 70182 Stuttgart
Tel.: 0711 212 39 65 / Fax: 0711 212 39 88 www.hdgbw.de

15. Laupheimer Gespräche zum Thema „Arisierung“