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2007/09/11
Durch Evaluation und Stärkung der Eigenständigkeit zu mehr Schulqualität – Qualitätsentwicklung an den Schulen
Ab dem Schuljahr 2007/2008 sind alle Schulen im Land Baden-Württemberg verpflichtet sich selbst zu evaluieren. Die Evaluation ist ein wesentlicher Bestandteil der schulischen Qualitätsentwicklung. Unter Evaluation versteht man dabei einen zyklischen Prozess der Erfassung, Auswertung und Bewertung der Ergebnisse und Prozesse durch die Schule selbst (= Selbstevaluation) oder von außen (= Fremdevaluation).
Basierend auf soliden Daten soll die Selbstevaluation den Schulen helfen, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen. Dabei werden folgende Qualitätsbereiche unterschieden, in deren Zentrum der Unterricht steht:
* Unterrichtsergebnisse und Unterrichtsprozesse
* Professionalität der Lehrpersonen
* Schulführung und Schulmanagement
* Schul- und Klassenklima
* Außenbeziehungen
* Qualitätsmanagement.
Die vorgenannten Qualitätsbereiche werden durch weitere Kriterien genauer beschrieben, die abgeleitet wurden aus dem Bildungsplan 2004, der nationalen und internationalen wissenschaftlichen Schulqualitätsforschung und den Erfahrungen aus der Schulpraxis. Im Regierungsbezirk Freiburg wirkten 14 Schulen bei der wissenschaftlich begleiteten 2-jährigen Versuchsphase mit, die zur Optimierung der Konzeption des Landes dienen soll. Sie begann im Schuljahr 2005/2006.
Ein weiteres Hilfsangebot zur Selbstevaluation bietet die Bertelsmann-Stiftung interessierten Schulen im Regierungsbezirk Freiburg an. „Schulentwicklung in der Schule (SEIS)“ heißt das von Fachleuten begleitete Projekt, das abgestimmt auf das Landeskonzept läuft. Etwa 160 Schulen wurde mit dem SEIS-Instrument der Bertelsmann-Stiftung als wichtigem Verfahren einer Überblicksevaluation vertraut gemacht.
Die Startphase der Fremdevaluation begann im Februar 2006 und soll im Schuljahr 2008/09 in die für alle Schulen verbindliche Regelphase eintreten. Verantwortlich für die Fremdevaluation ist in Baden-Württemberg das (rechtlich selbständige) Landesinstitut für Schulentwicklung in Stuttgart. Die Ergebnisse der Fremdevaluation werden künftig die Grundlage für Zielvereinbarungen zwischen dem Regierungspräsidium und der einzelnen Schule sein.
Um die Schulen auf den schulischen Qualitätsentwicklungsprozess und damit auch auf die Evaluation vorzubereiten, gab es in den vergangenen Schuljahren vielfältige Unterstützungs- und Fortbildungsangebote. Fortbildung und Beratung erfolgen durch regional organisierte Teams von Prozessbegleitern, deren Angebot von den Schulen sehr stark nachgefragt wird. In den Schuljahren 2003/2004 bis 2006/2007, also in den letzten vier Schuljahren, wurden im Rahmen der Prozessbegleitung 150 Schulen betreut. In diesem Zeitraum haben Teams aus circa 440 Schulen (Mitglieder der Schulleitung und Lehrkräfte) an Fortbildungen im Bereich Selbstevaluation teilgenommen. 130 Schulen nahmen an den Fortbildungen im Bereich Qualitätsentwicklung – außer Selbstevaluation – teil. Dazu gehören Fortbildungen u. a. zum Projektmanagement, Leitbildentwicklung, Schulprogrammarbeit. „Durch diese Fortbildungsmaßnahmen sollten nun im Schuljahr 2007/2008 alle Schulen des Regierungsbezirks Freiburg befähigt sein, die Schulentwicklung vor Ort zukunftsorientiert voranzubringen,“ so Schulpräsident Siegfried Specker (RP Freiburg).
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