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2016/01/21

Haus der Geschichte Baden-Württemberg 2016: Von Asyl über Hollywood bis zur Zwangsarbeit

Haus Europa

Während nach und nach der Feuerschutz saniert wird, ändert sich auch das Gesicht eines Teils der Dauerausstellung in Stuttgart: Aus „Grenz-Fall Frankreich“ wird das „Haus Europa“. Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger beschrieb die komplett neu gestaltete Abteilung: „Dort soll deutlich werden, welche vielschichtige Bedeutung Europa für das Leben der Menschen in Baden-Württemberg hatte und hat: blutiges Schlachtfeld oder friedlicher Begegnungsraum, völkerverbindende Vision oder Brüsseler Technokratie.“

Schwerpunkt Asyl

Bereits seit Jahren beschäftigt sich das Haus der Geschichte intensiv mit dem Thema Flucht und Migration. „Der Südwesten gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den Hauptauswanderungsgebieten im Deutschen Reich. Baden-Württemberg ist das Bundesland mit der höchsten Zuwanderungsquote seit der Gründung der Bundesrepublik. Daraus kann man sehr viel lernen für unsere heutige Situation“, sagte Thomas Schnabel. „Wir motivieren mit unseren Angeboten die Neuangekommenen, sich mit der baden-württembergischen Geschichte auseinanderzusetzen“, so Paula Lutum-Lenger. Dieses Feld der Museumspädagogik wird ausgeweitet. Die Geschichtsvermittlung bietet Programme zum Thema Flucht und Asyl für Einheimische und Geflüchtete, initiiert Schülerprojekte und erklärt Ehrenamtlichen, wie der Umgang mit Museumsobjekten beim Deutschlernen helfen kann. Im Sommer sollen Geflüchtete im Eingangsbereich des Museums eine Ausstellung mit ihrem persönlichen Baden-Württemberg-ABC gestalten.

Zwangsarbeiterbaracke

In der Zwangsarbeiterbaracke aus der NS-Zeit im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen in Schwäbisch Hall hat das Haus der Geschichte eine Ausstellung eingerichtet. Sie wird am 20. März eröffnet und dauerhaft zu sehen sein. „Mit der Baracke betreten wir Neuland“, erklärte Ausstellungsleiterin Lutum-Lenger. „Sie ist die erste in einem deutschen Freilandmuseum und entspricht nicht dem Klischee von den üblichen dörflichen Gebäuden.“ Die Ausstellung beschreibt die Geschichte der Baracke, Schicksale der darin eingepferchten Zwangsarbeiter sowie die Unterbringung von Heimatvertriebenen und Gastarbeitern nach der Zeit des Nationalsozialismus.

„Carl Laemmle presents“

Hollywood kommt nach Stuttgart: Der aus Oberschwaben ausgewanderte Carl Laemmle war eine der weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten des Filmbusiness und ist dennoch weitgehend aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden. Das Haus der Geschichte widmet dem Mann, der den Universal-Konzern gründete und als Erfinder des Starsystems gilt, die erste umfassende biografische Ausstellung mit erstmals ausgestellten Objekten aus mehreren Ländern. „Carl Laemmle presents – Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood“ wird vom 9. Dezember 2016 bis zum 31. Juli 2017 im Haus der Geschichte zu sehen sein.

Große Veranstaltungen

Für das Frühjahr 2016 können sich Geschichtsinteressierte mehrere Termine vormerken: Am Sonntag vor der Landtagswahl gibt es im Museum einen Aktionstag zum Thema Demokratie und Mitbestimmung (6. März), der Freundeskreis des Hauses der Geschichte veranstaltet eine Tagung zum Politiker und Widerstandskämpfer Eugen Bolz (21. April), und im Museum Hohenasperg startet eine Saison mit einem Programm zum 225. Todestag des inhaftierten Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart. Im Herbst verdeutlichen ein Festwochenende zum zehnten Geburtstag der Stauffenberg-Erinnerungsstätte und eine Veranstaltung im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Poetry Slam die Bandbreite des Museums.