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2016/03/03

Thema Wahl im Haus der Geschichte

Mit neuen Ausstellungsstücken und einem kostenlosen Aktionstag am 6. März nimmt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die Landtagswahl in den Fokus. Bei der Präsentation zweier historischer Wahlurnen am 2. März 2016 in dem politisch-historischen Landesmuseum gratulierte Landtagspräsident Wilfried Klenk zu den beiden Neuzugängen. „Ich freue mich auch, dass die symbolträchtigen Stücke zu einem ausgesprochen sinnfälligen Zeitpunkt präsentiert werden, nämlich kurz vor unserer Landtagswahl.“ Die historischen Wahlurnen führten unter anderem plastisch vor Augen, dass man – auch technisch – garantiert geheim wählen könne. Wer sein Wahlrecht nicht ausübe, lasse etwas Wesentliches verkümmern, sagte Klenk. „Es gibt sehr viele Gründe, von diesem elementaren Bürgerrecht Gebrauch zu machen.“

Der Leiter des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Thomas Schnabel, schloss sich an. „Seit Beginn des 19. Jahrhunderts kämpften unsere Vorfahren für ein Wahlrecht“, sagte er. „Was heute von vielen als lästige Pflicht empfunden wird oder als überflüssig, nämlich wählen gehen zu können, war noch vor 100 Jahren ein wichtiges Ziel für viele Menschen.“ Stimmen von Männern wurden im Kaiserreich bei vielen Wahlen unterschiedlich gewertet. Frauen blieb das Wahlrecht bis 1919 gänzlich versagt.

Landeswahlleiterin Christiane Friedrich blickte voraus auf die Landtagswahl: „80.000 gut vorbereitete ehrenamtliche Wahlhelfer und -helferinnen werden am Wahlsonntag dafür bereit stehen, dass alle Wahlberechtigten vor Ort wohlorganisiert und geheim wählen und ihren Stimmzettel in die große, heute meist graue Plastikwahlurne werfen können und sofort ab 18 Uhr jede Stimme richtig bewertet und gezählt wird.“ Sie appellierte an die Bürger: „Bitte gehen Sie wählen und nehmen Sie Ihr Recht wahr mitzubestimmen, wer unser Land in den nächsten fünf Jahren regieren wird.“

Aus dem Jahr 1913 stammen die beiden neuen Objekte im Haus der Geschichte: eine badische und eine württembergische Wahlurne. Zu dieser Zeit, im Kaiserreich, wurde das Wahlrecht noch nicht in allen Teilen Deutschlands so hochgeschätzt. An manchen Orten mussten Kochtöpfe, Schüsseln oder Schubladen für die Stimmabgabe herhalten. Für die Gemeinde Langenbrücken (heute Teil von Bad Schönborn/Landkreis Karlsruhe) lohnte sich jedoch die Anschaffung einer hölzernen Urne nicht. Das Behältnis wurde noch im selben Jahr außer Dienst gestellt. Es war zu klein, um das Wahlgeheimnis zu wahren. Mehr Glück hatte Ersingen (heute Teil von Erbach/Alb-Donau-Kreis). Dort war die Urne aus Kartonage bis nach 1945 im Einsatz.
Die Wahlurnen werden auch bei den Sonderführungen am „Vor-Wahlsonntag“ am 6. März eine Rolle spielen. An diesem Tag gibt es im Haus der Geschichte bei freiem Eintritt kostenlose Themenrundgänge, Gespräche und Infostände. Geöffnet ist von 10 bis 18 Uhr.

Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Kommunikation
Joachim Rüeck
presse@hdgbw.de
Tel. 0711.212.39.65
Icon externer Link www.hdgbw.de