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2016/03/15

Remstalrebell neu auf dem Hohenasperg

Als „Remstalrebell“ oder „genialer Beleidiger“ wurde er bezeichnet: Die Geschichte von Helmut Palmer ist eine der neuen Biografien, die in diesem Jahr erstmals im Museum „Hohenasperg – Ein deutsches Gefängnis“ ausgestellt sind. Am Ostersonntag, 27. März 2016, beginnt die Saison. Am Eröffnungstag um 15 Uhr stellt Dr. Franziska Dunkel mit einer Kuratorenführung die neuen Objekte und das Museum vor.

Von Helmut Palmer (1930-2004) sind unter anderem eine „Gefängnisjacke“ und Filmausschnitte zu sehen. Allerdings war das weiß-blau gestreifte Stück keine wirkliche Häftlingskleidung. Der „Remstalrebell“ hatte sie vielmehr für seine politischen Demonstrationen selbst angefertigt. Palmer sah sich als Justizopfer und als Vorkämpfer gegen Untertanengeist, Umweltvergiftung, „Straßenmord und Planungsverbrechen“, für eine Bürgerdemokratie nach Schweizer Vorbild. Das kam bei vielen gut an: In Schwäbisch Hall wäre er 1974 mit 41 Prozent der Stimmen fast Oberbürgermeister geworden.

Helmut Palmer provozierte bürokratische Widerstände und Gerichtsverfahren. Insgesamt wurde er zu Geldstrafen in Höhe von 1060 Tagessätzen und zu 741 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt, die er teilweise auf dem Hohenasperg absaß.

Die Härte der Justiz ist auch bei der neu ins Museum aufgenommenen Geschichte von Johannes Thimme ein Thema: Als Unterstützer der RAF wurde er unverhältnismäßig hart bestraft und gerade dadurch weiter radikalisiert. 1985 starb er bei der Explosion seiner Bombe, als er einen Anschlag verüben wollte. Die Ausstellung zeigt neben anderen Objekten ein Flugblatt Thimmes und spiegelt die Pressereaktionen auf seine Verurteilung 1981 wider.

Das Museum auf dem Hohenasperg bietet anlässlich des 225. Todestages des Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart im Jahr 2016 ein erweitertes Veranstaltungsprogramm. Dazu gehören eine Lesung mit dem Schubart-Preisträger Peter Schneider am 24. April im Asperger Keltensaal und eine Rezitation von Texten über das Gefangensein mit Johannes Wördemann am 12. Juni im Museum.

Die vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg Dauerausstellung im Museum widmet sich in eindrucksvoll inszenierten Räumen mit 23 Biografien den Gefangenen auf dem Hohenasperg, ihren Schicksalen und ihrer Zeit.

Der Eintrittspreis für das Museum beträgt 4 Euro (ermäßigt 2 Euro), Kinder und Jugendliche sind frei.

Die Öffnungszeiten (27. März bis 6. November 2016) des Hohenasperg-Museums: donnerstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen zum Museum und zu den Veranstaltungen im Internet unter www.hohenasperg-museum.de.