Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Antworten auf häufig gestellte Fragen
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Vergleichsarbeiten VERA

Aktuelles - Antworten auf häufig gestellte Fragen



Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen.




Wer entwickelt die Testaufgaben?

Die Aufgaben für VERA werden am IQB Berlin im Auftrag der Kultusministerkonferenz entwickelt.

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Wer nimmt an der Durchführung von VERA teil?

An VERA 3 nehmen alle deutschen Bundesländer teil, ab 2010 sogar auch die "Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien" und Südtirol. An dem Projekt sind außerdem deutsche Auslandsschulen beteiligt, die eine 3. Grundschulklasse führen.

Teilweise verwenden die Länder einen anderen Namen für VERA. Die Länder sind zuständig für die Durchführung.
Sie organisieren die Vorbereitung, den Ablauf, die Auswertung und die Ergebnisrückmeldung in jeweils eigener Verantwortung und haben dabei unterschiedliche Regelungen getroffen. Aufgrund unterschiedlicher Vorläuferprojekte variiert die Bezeichnung (z. B. als Kompetenztest, Vergleichsarbeiten oder Lernstandserhebung). Es gibt jedoch Rahmendaten und Abläufe, die für alle Länder gleich oder ähnlich sind.

Für eine Durchführung und eine internetbasierte, differenzierte Ergebnisrückmeldung an der Universität Koblenz-Landau haben sich 8 Länder entschieden: Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie Schleswig-Holstein.

An VERA nehmen in Baden-Württemberg alle öffentlichen Grundschulen verpflichtend teil, die Schulen in Freier Trägerschaft können freiwillig teilnehmen.

VERA dient nicht dem Vergleich von Bundesländern untereinander. Darum ist der für Baden-Württemberg bereitgestellte "Landesvergleich" ein Vergleich zwischen der Klasse, der Schule und dem Land Baden-Württemberg.

Nur die Rückmeldewerte zur Diagnosegenauigkeit beziehen sich auf den "Populationswert" ( die 8 kooperierenden Länder).

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Auf welcher Grundlage wird die endgültige Aufgabenauswahl getroffen?

Während des Entwicklungsprozesses werden die Aufgaben an ausgewählten Schulen erprobt und von Fachdidaktikern bewertet. Anschließend werden sie in einer großen Pilotierungsstudie mit bis zu 3000 Schülerinnen und Schülern des Vorjahrganges aus allen Bundesländern - unter ähnlichen Bedingungen wie im realen Testeinsatz - erprobt (jeweils mehrere hundert pro Testaufgabe). Dieser Prozess wird vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) organisiert bzw. durchgeführt. Zentrales Ziel dieser “Pilotierungsstudie” ist die Gewinnung empirischer Daten. Auf ihrer Grundlage werden die Aufgabenschwierigkeiten ermittelt und die endgültige Testzusammenstellung vorgenommen.

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Welche Inhaltsbereiche werden im Fach Mathematik getestet?

Die Aufgaben decken die folgenden - in den Bildungsstandards der KMK aufgeführten - inhaltsbezogenen Kompetenzen ab:

  • Zahlen und Operationen
  • Raum und Form
  • Muster und Strukturen
  • Größen und Messen
  • Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit

Die Vergleichsarbeiten überprüfen wechselnde Schwerpunktbereiche. Folgende Inhaltsbereiche wurden bisher getestet:

2006: “Zahlen und Operationen” und “Größen und Messen”
2007: “Zahlen und Operationen” und “Größen und Messen”
2008: “Zahlen und Operationen”, “Raum und Form”, “Muster und Strukturen”
2009: “Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit” und “Muster und Strukturen”
2010: “Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit” und “Zahlen und Operationen”

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Welche Inhaltsbereiche werden im Fach Deutsch getestet?

Die Aufgaben decken die folgenden - in den Bildungsstandards der KMK aufgeführten - inhaltsbezogenen Kompetenzen ab:

  • Lesen und mit Texten und Medien umgehen
  • Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
  • Schreiben - Texte verfassen und richtig schreiben

Um die Rechtschreibfähigkeit detailliert erfassen zu können, wird sie dabei zum eigenständigen Bereich erhoben.

Die Vergleichsarbeiten überprüfen wechselnde Schwerpunktbereiche. Folgende Inhaltsbereiche wurden bisher getestet:

2006: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Sprache und Sprachgebrauch untersuchen”
2007: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Schreiben - Texte verfassen und richtig schreiben”
2008: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Sprache und Sprachgebrauch untersuchen”
2009: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Schreiben - Texte verfassen und richtig schreiben”
2010: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Rechtschreiben”

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Ist die Eingabe der Schülerergebnisse im geschützten Bereich der VERA-Homepage verpflichtend?

Die Vergleichsarbeiten VERA sind ein verpflichtendes Instrument der Selbstevaluation. Zur Durchführung der Arbeiten gehört neben der Bearbeitung der Schüler-Testhefte und der Korrektur mittels der Lösungen in den Auswertungsanleitungen auch die Eingabe der Schülerergebnisse online im geschützten Bereich der VERA-Homepage. Die erste Ergebnisrückmeldung erfolgt 2 - 3 Wochen nach Abschluss der Dateneingabe der Schule, die zweite nach den Sommerferien. Über diese Rückmeldungen erhält die Lehrkraft die in der Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums "landeseinheitlich vorgegebenen Wertungsmaßstäbe" (VwV vom 17. Mai 2009, veröffentlicht am 15. Juli 2009 in K.u.U. in Heft 12, S. 85).

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Ab wann darf die Schulleitung das Passwort an die Lehrkräfte weitergeben?

Die Schulleitungen erhalten das Passwort für den geschützten Bereich etwa drei Wochen vor der Durchführung. Sie entscheiden selbst, wann sie den Lehrkräften das Passwort weitergeben, und ob sie diesbezüglich Absprachen mit den Schulleitungen anderer Schulen treffen wollen.

Lehrkräften, welche die Eingaben zur Einschätzung der Diagnosegenauigkeit machen wollen, muss das Passwort allerdings rechtzeitig vor der Durchführung zur Verfügung gestellt werden.

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Gibt es einen Nachschreibe-Termin für VERA?

Kinder, die an einem Testtag krank sind, werden im Formular als "nicht anwesend" gekennzeichnet. Es gibt keinen Nachschreibe-Termin.

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Was muss bei der Arbeit am Schulverwaltungsrechner beachtet werden?

Wenn mehrere Personen nacheinander die Rückmeldungen im Internet auf der VERA - Seite abrufen, müssen folgende Schritte unternommen werden:

  • mithilfe des Passworts die persönliche Rückmeldung aufrufen
  • mithilfe der rechten Maustaste aktualisieren
  • PC herunterfahren
  • neu starten

Nur so kann sichergestellt werden, dass die richtigen Daten übermittelt werden.

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Welche Informationen können Eltern zu Verfügung gestellt werden?

Vor der Durchführung
Im offenen Bereich der VERA-Homepage unter „Kontakt/Elterninformationen“ können sich Eltern direkt informieren. Hier werden grundlegende Fragen zu VERA beantwortet.

Im geschützten Bereich unter “Materialien“ befindet sich der Elternbrief „Informationen für Eltern“. Den Schulen wird empfohlen, dieses Papier vor der VERA-Durchführung zu kopieren und zur Vorbereitung des Verfahrens an alle Eltern auszugeben. Es enthält auch einen Hinweis auf die icon_linkextern   VERA-Homepage.

Nach der Durchführung
Im geschützten Bereich unter „Materialien“ kann zum Zeitpunkt der ersten Ergebnisrückmeldung das Formular „Elternrückmeldung“ heruntergeladen werden. Es wird zur Rückmeldung der Ergebnisse an die Eltern bzw. an die Erziehungsberechtigten empfohlen. Das Formular besteht aus einem einführenden Text und der tabellarischen Darstellung der Kompetenzstufen des Kindes, gegliedert nach den Inhaltsbereichen der Fächer. Hier kann das individuelle Leistungsprofil des Kindes von der Lehrkraft eingetragen werden.

Die Ergebnisse von VERA werden mit den Schülerinnen und Schülern, Eltern und in Lehrerkonferenzen besprochen. Auf Wunsch werden die korrigierten Testhefte mit nach Hause gegeben.(Verwaltungsvorschrift  pdf icon (PDF 53 KB) vom 17. Mai 2009)

Eltern haben keinen prinzipiellen Anspruch auf Einsichtnahme in die offiziellen Rückmeldungen, die der Schule übermittelt wurden. Im Rahmen der Selbstevaluation entscheidet die Schule selbst, welche Informationen bezüglich der Klasse und der Schule sie an die Eltern weitergibt.

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Ab wann können die Testhefte nach Hause gegeben werden?

Die korrigierten VERA-Testhefte dürfen den Kindern ab dem 30.Juni 2011 auf Wunsch mit nach Hause gegeben werden.

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Wie lange müssen die Testhefte aufbewahrt werden?

Über den Verbleib der Hefte entscheidet die jeweilige Schule. Es wird jedoch empfohlen, mit den Vergleichsarbeiten diesbezüglich genauso umzugehen wie mit schriftlichen Arbeiten, die der Lernkontrolle oder dem Leistungsnachweis dienen.

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Können auch sehr kleine Klassen in das Online-Eingabe-Formular eingetragen werden

Es ist keine Klassenmindeststärke vorgeschrieben. Prinzipiell könnte sogar eine Klasse mit nur einem Schüler oder einer Schülerin eingegeben werden. Bei einer geringen Schülerzahl wird nachgefragt, ob die Größe tatsächlich stimmt. Nach der Bestätigung der Anzahl kann die Eingabe fortgesetzt werden. Schülerinnen und Schüler der dritten Klassenstufe aus jahrgangsübergreifenden Klassen können also mit anderen Klassen verglichen werden. Bei geringerer Schülerzahl sind die Ergebnisse jedoch stärker vom Zufall beeinflusst.

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Enthält das “Gesamtdokument” alle Teile der Rückmeldung?

Das “Gesamtdokument” beinhaltet nicht alle Rückmeldungen, die angeboten werden. Es enthält beispielsweise nicht den Parallelklassenvergleich. Darum empfiehlt es sich, zuerst ausführlich die einzelnen Rückmeldungs-Seiten durchzusehen, da dort ausführlichere Informationen zu finden sind. Aufgrund dieser Durchsicht sollte entschieden werden, ob man das Gesamtdokument herunterladen möchte oder lieber gezielt die benötigten Teile einzeln ausdrucken möchte.

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Wie lange dauert das Herunterladen des Gesamtdokuments?

Wenn das Gesamtdokument von einer Schule angefordert wird, ist mit einer Wartezeit von bis zu 24 Stunden zu rechnen, da das Dokument aus technischen und Last reduzierenden Gründen zwischen 23 und 3 Uhr generiert wird.

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Was ist ein Korrelationskoeffizient (Genauigkeitsindex)?

Bei der Rückmeldung zur Diagnosefähigkeit wird Ihnen ein Korrelationskoeffizient mitgeteilt. Er gibt die Genauigkeit an, mit der Sie die Aufgabenschwierigkeiten (durch die Angabe der Lösungshäufigkeiten) einschätzen konnten.
Liegt der Koeffizient bei 0, dann gibt es gar keinen Zusammenhang zwischen Schätzung und tatsächlichem Ergebnis, d.h. Ihre Schätzung wirkt wie zufällig.
Ab 0,5 besteht ein mittlerer Zusammenhang, ab 0,8 ein starker Zusammenhang.
Wenn Sie alle Aufgaben genau so geschätzt hätten, wie sie in der Realität gelöst wurden, wäre Ihr Koeffizient 1,0. Wenn Sie alle Aufgaben genau umgekehrt wie in der Realität geschätzt hatten, läge er bei -1.0.

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Gibt es eine Auswertungsmappe für die eventuelle Wiederholung des Tests in Klasse 4?

Aktuell steht leider keine solche Auswertungsmappe bereit.

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Welche klassenbezogenen Vergleichsmöglichkeiten haben einzügige Schulen, die auf keinen innerschulischen Vergleich zurückgreifen können?

Einzügige Grundschulen könnten sich im Rahmen der Selbstevaluation mit Nachbarschulen vernetzen und ihre VERA - Rückmeldungen gemeinsam auswerten.

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Wird bei VERA die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) berücksichtigt?

Bei Schülerinnen und Schülern mit einer festgestellten Lese-Rechtschreib-Schwäche wendet die Schule die Verwaltungsvorschrift für “Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen” PDF download Icon (PDF 120 KB) vom 01. August 2008 an. Dies bedeutet, dass Schülerinnen und Schülern ein Nachteilsausgleich in Form einer Verlängerung der Bearbeitungszeit eingeräumt werden kann. Ihre Ergebnisse fließen in die Klassenwertung ein.
Kinder mit Sprachdefiziten, die weniger als 12 Monate in Deutschland leben und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (mit Gutachten) müssen nicht an VERA teilnehmen. Falls diese freiwillig teilnehmen, fließen ihre Ergebnisse nicht in die Klassenwertung ein.

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Die Bildungsstandards der Grundschule werden für den Bildungsabschnitt am Ende von Klasse 4 beschrieben. Wie können diese bereits gegen Ende von Klasse 3 überprüft werden?

VERA soll den Lernstand in Bezug auf die Bildungsstandards zum Testzeitpunkt abbilden, das heißt einen Zwischenstand geben. Dadurch werden Impulse für die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung auch in der 4. Klasse gegeben. Es wird nicht die vollständige Erreichung der Bildungsstandards überprüft.

Der Unterricht in der Grundschule ist deutlicher sequentiert als in höheren Klassenstufen. Aus inhaltlicher Notwendigkeit bauen bestimmte Bereiche aufeinander auf. Dadurch ergeben sich einschränkende Vorgaben für die Auswahl der Testaufgaben.

Für die Entwicklung der VERA-Aufgaben werden aus den einzelnen Bundesländern Expertinnen und Experten mit einer großen Erfahrung im jeweiligen Fach benannt. Bei der Konstruktion der Aufgaben kann somit der zeitliche Rahmen der Testdurchführung beachtet und das Anspruchsniveau gesichert werden.

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Rechtschreiben: Prägen sich fehlerhaft geschriebene Wörter ein?

Häufig wird die Befürchtung geäußert, die Form orthografisch nicht korrekt geschriebener Wörter könnte sich einprägen oder sogar den Erwerb der richtigen Form behindern.
Dieser Befürchtung liegt die inzwischen überholte "Wortbildtheorie" *(Bormann, 1840) zugrunde, die bis in die 1980er Jahre vertreten wurden, inzwischen aber aufgrund mehrerer Untersuchungen (z. B. DESI 2008***) überholt ist. Ein Literaturbeispiel ist unten angeführt. Wenn das Lesen von Richtigschreibungen nicht automatisch zur richtigen Schreibung führt, kann auch das Lesen von Falschschreibungen keine direkte Auswirkung auf die Rechtschreibung haben.
Balhorn (1989) beispielsweise entwarf einen "Seh-Test", der zum Notieren bekannte Firmen- und Produktnamen in Originalform aufforderte. Selbst Lehrerinnen und Lehrer, die ja einen geschulten Blick für Fehler haben, entdeckten beispielsweise den Großbuchstaben D in "mazDa" nicht.

Neuere Forschungen haben ergeben, dass Rechtschreibfehler nicht dadurch entstehen, dass sich Kinder das Wort nicht sicher eingeprägt haben, sondern dadurch, dass Kinder eine falsche Strategie verfolgen. Dass die Schreiber manchmal im selben Text verschiedene Rechtschreibstrategien einsetzen, konnte zum Beispiel von Eichler (1991) gezeigt werden. In einem kurzen Text wurde das Wort Rauferei auf derselben Seite vom selben Kind in drei Schreibweisen geschrieben: Rauferei, Raufferei, Rauferrei.**

Fehler werden in der Wissenschaft inzwischen als lernspezifische Notwendigkeit betrachtet, als notwendige Annäherungen an die Norm. Fehler lassen Rückschlüsse darauf zu, auf welcher Entwicklungsstufe im Rechtschreibprozess sich der Schreiber befindet. Der Fehler ist somit Ansatzpunkt für die Förderung hin zur nächsten Entwicklungsstufe und wird nicht als Defizit betrachtet.

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*Scheerer-Neumann, G. (1986): Wortspezifisch: Ja - Wortbild: Nein. Ein letztes Lebewohl an die Wortbildtheorie. In: Brügelmann, H. (Hrsg.) (1986): ABC und Schriftsprache. Konstanz, S. 171-185.

**Eichler, W.(1991): Nachdenken über das richtige Schreiben. Innere Regelbildung und Orthographieerwerb, in Diskussion Deutsch 117, S. 34 ff.

***DESI ist eine Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DPF) zur Erfassung der sprachlichen Leistungen in Deutsch und Englisch von Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Leiter der Projektgruppe ist Prof. Dr. Eckhard Klieme, der auch die grundlegende Studie zu den Bildungsstandards erfasst hat.

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Mathematik: Sind Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen bei Aufgaben mit hohem Textanteil - wie bei den Aufgaben im Bereich Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit - benachteiligt?

Im Sinne des mathematischen Bildungsbegriffs, der auch dem Bildungsplan 2004 zugrunde liegt, muss in Mathematik verständnisorientiert gearbeitet werden. Allgemeine mathematische Kompetenzen wie „Problemlösen“, „Argumentieren“ und „Kommunizieren“ haben einen hohen Stellenwert in den Bildungsstandards für das Fach Mathematik in der Primarstufe.

Erfahrene Grundschullehrkräfte aus allen Bundesländern entwickeln die Aufgaben der Vergleichsarbeiten VERA in Zusammenarbeit mit Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern. In der anschließenden Voruntersuchung werden die Aufgaben auf ihre Testtauglichkeit an mehreren hundert Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse deutschlandweit geprüft. Alle Aufgaben werden aufgrund ihrer empirisch ermittelten Schwierigkeit und einer inhaltlichen Analyse den fünf Kompetenzstufen des Kompetenzstufenmodells zugeordnet. Aufgaben, die von zu wenigen Schülerinnen und Schülern gelöst werden, scheiden aus. Die Aufgabenauswahl erfolgt so, dass alle Kompetenzstufen durch hinreichend viele Aufgaben repräsentiert werden. Vor der VERA-Testdurchführung sollte den Schülerinnen und Schülern erklärt werden, dass nicht erwartet wird, dass alle Kinder alle Aufgaben lösen können.

Der Einsatz textorientierter Aufgaben ermöglicht das Ermitteln und Entdecken vorhandener allgemeiner mathematischer Kompetenzen bei einzelnen Kindern. Für die Gruppe von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund empfehlen wir, eine detaillierte Diagnose vorzunehmen. Über die Lösungshäufigkeiten der einzelnen Aufgaben und durch nochmaliges Sichten der Schülerhefte können Lehrkräfte erkennen, welche Aufgaben welchen Kindern besonders schwer gefallen sind. Sie können auf diese Weise genau analysieren, wo die Probleme liegen: an der Komplexität des Satzbaus, an unbekannten Begriffen oder an der Umsetzung mathematischer Operationen. Aufgrund dieser Erkenntnisse und aufgrund von Erkenntnissen, die bei weiteren Lernstandserhebungen gewonnen wurden, können entsprechende Maßnahmen zur Förderung entwickelt werden.

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Wie lange sind die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA aufzubewahren?

Die Vergleichsarbeiten VERA sind Grundlage für die Selbstevaluation der Schulen. Die Selbstevaluation der Schule, einschließlich des Umgangs mit den Ergebnissen der Vergleichsarbeiten, ist Bestandteil der Fremdevaluation, die in einem Zyklus von fünf Jahren stattfindet. Demzufolge besteht eine Aufbewahrungspflicht für die Auswertungsdokumente von fünf Jahren.

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Warum gelten bei VERA manche Aufgaben nur dann als richtig gelöst, wenn sämtliche Teilaspekte richtig gelöst sind? Warum dürfen Lösungen nicht als „teilweise richtig“ bewertet werden?

Bei standardisierten Tests wird die eindeutige Bewertung von Items aus testtheoretischen Gründen mit richtig / falsch angegeben. Zwischenstufen wie „teilweise richtig” − also eine Mehrfach-Bepunktung mit Abzügen − gibt es nicht. Wären Zwischenstufen möglich, müssten diese wiederum konkret definiert werden. Damit wäre auch die Erfassung in einem eigenen Item möglich. In manchen Fällen erreicht ein Item nur die erforderliche Schwierigkeitsstufe, wenn mehrere Teilaspekte zusammen bewertet werden. Der festgelegte Schwierigkeitsgrad bezieht sich dann auf die Gesamtlösung des Items. Eine Gleichbehandlung besteht insofern, als dieser Auswertungsmodus durchweg bei allen VERA-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern angewendet wird. Bei Klassenarbeiten würde man aus pädagogischen Gründen anders verfahren.

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Wo können die VERA-Aufgaben der vergangenen Jahre eingesehen werden?

Die Universität Koblenz-Landau hat die Aufgaben aller Durchgänge von 2004 bis 2009 unter icon_linkextern   vera-web.uni-landau.de veröffentlicht.

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin, hat die Aufgaben ab dem Durchgang 2010 unter icon_linkextern   www.iqb.hu-berlin.de/vera/aufgaben eingestellt.

Allerdings hat das IQB darauf verzichtet, die Testhefte insgesamt als eine Datei ins Netz zu stellen, um einem "teaching to the test" entgegenzuwirken. Die Aufgaben des Durchgangs 2010 sind als Einzelaufgaben auf der Seite des IQB eingestellt. So können die Lehrkräfte verschiedene Aufgaben für den Unterricht nutzen, ohne gleich das ganze Testheft herunterladen und ausdrucken zu müssen. Einzelne Aufgaben können leider nicht eingestellt werden, weil für eine Veröffentlichung im Internet kein Copyright erteilt wurde.

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Zuletzt geändert am 15.12.2011
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