Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Sozialpraktikum
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Sozialpraktikum

Vorlage Ein Schulentwicklungsprojekt des  Lise-Meitner-Gymnasiums Böblingen 

Schulort:

71034 Böblingen

Schulart:

Gymnasium

Größe der Schule:

ca. 550 Schülerinnen und Schüler

Besonderheiten: 

Das LMG ist seit dem Schuljahr 2010/11 eine vom Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik zertifizierte "Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt (WSB)", vgl.  http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1189242/.
Das LMG ist ein allgemein bildendes Gymnasium mit ganzheitlichem Pädagogischem Profil in gebundener Ganztagesform.

Diese Texte und Materialien wurden von der vorgenannten Schule erstellt und von der Redaktion des LS zusammengefasst. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Schule.

Ganzheitliches Lernen

... spielt für  die Entwicklung von Selbstständigkeit und eigenverantwortlichem Arbeiten eine besondere Rolle.
Das Spektrum reicht vom Musicalprojekt in Kl. 5 bis zum Sozialpraktikum in Kl. 9.

Sozialpraktikum (Kl.9)

Für die Dauer eines Schulhalbjahres absolvieren die Schülerinnen und Schüler der  Klassenstufe  9 ein Sozialpraktikum. Es setzt sich zusammen, aus
  • der verlässlichen wöchentlichen Mitarbeit in einer sozialen Einrichtung  (jeden Mittwochnachmittag, auch bei "Hitzefrei")
  • einem zweitägigen Workshop (mit einer Übernachtung).

Aufgaben der Schülerinnen und Schüler im Praktikum

Die Haupttätigkeit der Schülerinnen und Schüler besteht darin, betreuend in einer sozialen Einrichtung mitzuarbeiten und Kontakte zu den betreuten Personen zu knüpfen. Sie sollen bei ihrer Tätigkeit Verantwortung und Einfühlungsvermögen entwickeln. Pflegerische Dienste im medizinischen Sinne dürfen sie nicht verrichten, leichtere Arbeiten sind ihnen aber ohne Weiteres abzuverlangen.Sie sind bei ihren Einsätzen unfall- und haftpflichtversichert. Die Schülerinnen und Schüler sollen bei ihrer Tätigkeit ein positives Bild von sich nach außen tragen, sich interessiert und höflich, zugänglich und zuverlässig zeigen. Sie sollen nach Absprache mit den zuständigen AnsprechpartnerInnen an den Stellen eigene Fähigkeiten und Ideen einzubringen und selbstständige Aufgaben übernehmen.

Verantwortlichkeit der Schüler/innen

Die Schülerinnen und Schüler sind selbst verantwortlich dafür, dass sie regelmäßig und rechtzeitig auf der Praktikumstelle erscheinen. Die PraktikantInnen führen einen Ausweis mit sich, auf dem die BetreuerInnen an der Stelle die Ankunftszeit sowie die Dauer der Anwesenheit vermerken. Die PraktikantInnen sind verpflichtet, bei Krankheit oder sonstiger Verhinderung an ihrer Einsatzstelle und an der Schule (ausdrückliche Information der betreuenden Lehrkräfte) möglichst frühzeitig telefonisch Bescheid zu geben.
Die Schülerinnen und Schüler erstellen am Ende des Halbjahres einen Bericht über ihre Tätigkeit und ihre Erfahrungen in der Einrichtung.
 

Leitung des Sozialpraktikums

Die Schülerinnen und Schüler werden im Sozialpraktikum von Lehrkräften betreut und von diesen an ihren Stellen besucht. Durch diese Besuche bleiben die Lehrkräfte mit den Betreuern und den Praktikantnnen und Praktikanten vor Ort im Gespräch und besprechen gegebenenfalls entstehende Schwierigkeiten gemeinsam; sie erleben die Schülerinnen und Schüler an ihrem Einsatzort und können sich so ein Bild von ihnen und ihrem Verhalten und den Fortschritten bei der Arbeit machen.
 

Workshop

Zum Abschluss des Praktikums sollen die Erfahrungen im Rahmen eines zweitägigen Workshops außer Haus ausgetauscht und aufgearbeitet werden.
 

Praktikumsbericht

Jede Schülerin und jeder Schüler fertigt am Ende des Sozialpraktikums einen Bericht über ihre/seine Tätigkeit in der Einrichtung an. Er wird an diese weitergegeben und ist Voraussetzung für das Zertifikat der erfolgreichen Teilnahme. Es dient als Teil des Schülerportfolios zur Dokumentierung außerschulischer Lernaktivitäten der Schülerinnen und Schüler:
"... statt im Unterricht zu hocken und Theorie zu lernen, einfach mal die Möglichkeit nutzen, anderes kennen zu lernen"  Auszüge aus (Schüler)- Erfahrungsberichten:

"...Ich habe auf jeden Fall in dieser Zeit einiges dazugelernt und bemerkt, dass ich zuvor kaum etwas über die "Welt" der Behinderten wusste. ... Für mich persönlich habe ich gelernt, anderer zu respektieren, auch wenn sie Dinge, die uns selbstverständlich vorkommen, nicht begreifen können, da sie einfach nicht die geistigen Voraussetzungen haben." (Schüler)

 "Mein Respekt gegenüber den Aufsichtspersonen wuchs, als ich merkte, mit wie viel Gelassenheit und Geduld sie an manche Sachen herangingen. Das Praktikum lässt mich die behinderten Menschen aus einer anderen Perspektive sehen, dass sie mit ihrer Behinderung so gut leben können und sich nicht aufgegeben haben, finde ich auch sehr bemerkenswert. Dieses Praktikum war auf jeden Fall einen interessante Aufgabe, die nicht immer ganz leicht zu meistern war, aber viel Spaß gemacht hat." (Schüler)

 "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht immer nur auf sich selbst, sondern auch mal auf andere schauen muss, denn diese Kinder waren froh, um meine Hilfe, die ich ihnen stets anbot. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man öfters Teamarbeit machen sollte, denn manchmal verstand weder ich noch das Kind, welches ich betreute, um was es sich für eine Aufgabe handelt, doch durch gemeinsames Erlernen konnten wir fast immer zu einem Ergebnis kommen. Auch habe ich im Allgemeinen mehr über Kinder erfahren, zum Beispiel: Wie sie heutzutage ticken, wie sie sich kleiden, oder wie sie miteinander umgehen. Ich hoffe, dass ich diese Erkenntnisse in meinem späteren Leben gut gebrauchen kann." (Schülerin)

 "Ich habe gelernt mit neuen Situationen und mit Menschen, die neu für mich sind, umzugehen. Auf die Kinder zuzugehen und genau darüber nachzudenken, was ich jetzt sagen oder tun werde, habe ich auch gelernt. ... ich gehe nun anders und bewusster auf die Menschen zu." (Schülerin)

 "Ich habe zum Beispiel gelernt, dass man einem Kind gegenüber (vor allem den Jüngeren) erst zeigen muss, dass man selbst eine Autoritätsperson ist. Ich dachte immer, ich wäre sehr ungeduldig, und ich merkte, dass man viel Geduld braucht als Betreuer. Aber wirklich an meine Grenze gestoßen bin ich nie. ... Was mir auch klar wurde, war, dass man zwar helfen sollte, aber nicht zu viel verraten oder gar vorsagen darf. Man muss auch ein Zwischending zwischen Gutmütigkeit und Härte finden, um als Autorität akzeptiert zu werden und konsequent zu bleiben." (Schülerin)

Partnereinrichtungen, die Stellen für das Praktikum zur Verfügung stellen, sind z.B. Grundschulen, Senioren- und Pflegeheime, ein Kinderhaus, ein Jugendhaus, eine Schule für Körperbehinderte.

 Sozialpraktikum Kl. 9 am LMG




Zuletzt geändert am 6.7.2011
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