Der Landkreis

Der Landkreis ist im mehrstufigen System von Selbstverwaltung und staatlicher Ordnung die zweite Stufe, zwischen der Gemeinde und dem Land. Er übernimmt als Gemeindeverband Aufgaben, die die Leistungsfähigkeit einer einzelnen Gemeinde übersteigen und ist insofern gleichberechtigter Teil der kommunalen Selbstverwaltung. Zwischen Gemeinden und Landkreis gibt es keine Über- oder Unterordnung.

Gleichzeitig übernimmt der Landkreis durch Gesetz festgelegte staatliche Funktionen im Auftrag des Landes und ist insofern untere Instanz der Landesverwaltung.

Ausdruck der kommunalen Selbstverwaltung ist der gewählte Kreistag, während der Landrat als Spitzenbeamter des Landkreises eine Doppelstellung als Repräsentant dieser Selbstverwaltung und als Landesbeamter einnimmt.

In den 35 Landkreisen Baden-Württembergs lebten im Jahr 2000 8,6 Millionen Einwohner oder 82 % der gesamten Bevölkerung des Landes. 18% oder 1,9 Millionen wohnten in den neun Kreisfreien Städten. Der bevölkerungsstärkste Landkreis ist mit 523.000 Einwohnern der Rhein-Neckar-Kreis, der Landkreis mit der größten Fläche 1.861 km² ist derf Ortenaukreis. Im Hohenlohekreis leben nur 107.000 Menschen, der Landkreis Tübingen umfasst nur 519 km².

Landkreise in Baden-Württemberg
Karte der 35 Landkreise und der 9 Kreisfreien Städte (blau unterstrichen). © Landkreistag Baden-Württemberg

Die Kreisreform des Jahres 1973 ließ die Zahl der Landkreise von einstmals 63 auf 35 schrumpfen.

Kreisfreie Städte sind Städte, die durch ihre Größe neben den originären Aufgaben der Gemeinde auch die Aufgaben des Kreises wahrnehmen können, sie sind keinem Landkreis zugeordnet, sondern gewissermaßen ihr eigener Landkreis.

Große Kreisstädte sind Städte innerhalb eines Landkreises, die durch ihre Größe und Leistungsfähigkeit mehr Aufgaben, vor allem im Bereich der Verkehrssicherheit und Verkehrsregelung, übernehmen können.


Baden-Württembergischer Landkreistag mit einer Linkliste zu den Internetauftritten der Landkreise Baden-Wüttembergs

Deutscher Landkreistag