Hier finden Sie Informationen zu den Bildungsplänen im Fach Geschichte, außerdem Unterrichtsmaterialien, Linksammlungen, Werkzeuge zur Eigenrecherche und Hinweise auf außerunterrichtliche Lernorte.

Das Konstanzer Konzil - übersetzt in Playmobil

Geschichte wird immer rekonstruiert: auf der Grundlagen von historischen Quellen tragen Historiker Informationen zusammen und rekonstruieren von ihrer Zeitgenossenschaft aus die Vergangenheit. Meist finden diese Rekonstruktionen im Geiste statt, finden ihren Weg über Worte auf Papier und werden so multipliziert. Einen anderen Ansatz hat das Archäologische Landesmuseum in Konstanz gewählt. Dort hat man Rekonstruktionen übertragen und historische Szenen nachgebaut - und zwar, indem man historische Vorgänge durch Playmobilfiguren darstellen ließ. Die Vorlage hierfür war ein außerordentliches Dokument: die Chronik des Ulrich Richental.

Ulrich Richental: Verkauf von Fischen, Fröschen und Schnecken
Ulrich Richental: Verkauf von Fischen, Fröschen und Schnecken
Foto: Wikimedia Commons
Quelle

Entstanden ist im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz ein großangelegtes Panorama zum Konstanzer Konzil, auf dem die wichtigsten Ereignisse aus vier Jahren Konzil nachgestellt sind: der Einzug des Königs Sigismund in die Stadt, der Stratordienst des Königs für den Papst, die Krönung von Martin V. zum neuen Papst, sein Umritt durch die Stadt, die Erhebung Friedrichs von Hohenzollern zum Kurfürsten und die Verbrennung von Jan Hus. Daneben sind viele Alltagsszenen aus einer spätmittelalterlichen Stadt dargestellt - aus dem Leben einfacher Leute ebenso wie aus dem Leben der Vornehmen: vom Markt über die Gastwirtschaft, dem Bordell bis zu Bauarbeiten, dem Ritterturnier oder dem Begräbnis eines Kardinals. Auf vielfältige Weise - und doch in bekannter Form, denn welches Kind kennt die Playmobilfiguren nicht? - können Schüler hier in Kontakt mit Geschichte kommen.

Auch Konzilsbesucher hatten menschliche Bedürfnisse.
Auch Konzilsbesucher hatten menschliche Bedürfnisse.

Das Unterrichtsmodul möchte die Schülerinnen und Schüler mit den historischen Akteuren in Konstanz bekannt machen und einen (verfremdeten) Blick auf den Alltag sowie auf die historischen Ereignisse werfen, die sich zwischen 1414 und 1418 in Konstanz zutrugen.


1. Einstieg: Kennenlernen der Akteure

  • Kaiser Sigismund
  • Papst Martin V.
  • Papst Johannes XXIII.
  • Johannes Hus
  • Oskar von Wolkenstein
  • Ulrich Richental

Wähle den richtigen Namen für die dargestellte historische Person aus.
Wenn du richtig liegst, erhältst du weitere Informationen.
Jeder Akteur hat ein eindeutiges Erkennungszeichen. Markiere es.

2. Erarbeitung: Was passiert beim Konstanzer Konzil?
Beschreibe zunächst bei den Ereignissen , was du erkennst.
Ordne dem Ereignis dann eine der vorgegebenen Bedeutungen zu und überprüfe, ob du richtig liegst, indem du draufklickst. Daraufhin erhältst du weitere Informationen und wirst durch das Unterrichtsmodul geführt.

3. Erarbeitung II: Alltag in der Konzilsstadt Konstanz

Beschreibe die einzelnen Bilder und ordne auf den folgenden Seiten

die Darstellung aus der Chronik Ulrich Richentals den entsprechenden Szenen aus der Playmobilausstellung zu.
Ziehe hieraus Rückschlüsse über das Alltagsleben in der Konzilsstadt Konstanz.

4. Vertiefung I: Was zeichnet die Szenen als spätmittelalterlich aus?
Unterscheide sie von heute.

5. Vertiefung II: Ulrich Richental und Playmobil
Vergleiche die Bilder der Chronik mit der Umsetzung im Playmobilaufbau.
Markiere Unterschiede und Ähnliches.

6. Problematisierung
Die Ausstellung zum Konstanzer Konzil bezeichnet dieses als "Weltereignis des Mittelalters". Überprüfe, ob diese Bezeichnung gerechtfertigt ist.

7. Methodenreflexion
Erörtere die Chancen und Grenzen der Rekonstruktion durch Playmobil.
Überlege, welche historischen Inhalte sich noch durch Playmobil nachstellen ließen. Eine Anregung bietet die Ausstellung "40 Jahre PLAYMOBIL - Eine Abenteuerreise durch die Zeit".