ICH BIN ICH - Identität und neue Medien. Ein fächerverbindendes Unterrichtsmodell für Kl.9 (G)

Ein fächerverbindendes Unterrichtsmodell für Klasse 9 an Gymnasien: Religion / Ethik, Bildende Kunst, Englisch (Deutsch, Französisch).

Im vorliegenden Entwurf übernimmt Religion (rk) die Leitfachfunktion.

Medienkompetenz und Ich-Entfaltung Jugendlicher stehen im Mittelpunkt dieses fächerübergreifenden Unterrichtskonzepts. Dabei werden sowohl Ziele des Religions- und Ethikunterrichts verfolgt als auch solche des Englisch- und Kunstunterrichts.
Für Jugendliche dieser Altersstufe haben die Eltern als Idealbild oft ausgedient, und die Medien bieten eine große Anzahl von Identifikationsmustern, die es kritisch zu hinterfragen gilt.
Identitätsfindung bedeutet die prozesshafte Suche nach Selbstwerdung sowie die Suche nach sozialer Identität. "Medienkompetenz" bezeichnet die Fähigkeit "zu einem sachgerechten, selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Umgang mit den Medien" (Neue Medien und Medienerziehung, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, März 1998), die Schülerinnen und Schüler sollen also lernen, mit Medien selbstbestimmt, konstruktiv und kreativ umzugehen.

"Bei diesem Unterrichtsmodell übernimmt der Religionsunterricht die pädagogisch-prozesshafte Begleitung der Ich-Entfaltung junger Menschen auf der Basis des christlich-jüdischen Menschenbildes. Der Unterricht soll zu solidarischem Handeln, zu verantwortlichem, selbstkritischem Umgang mit Multimedia im Zeitalter der Globalisierung befähigen." (*)
Wie nehmen sich Jugendliche selbst wahr? Wie werden sie von anderen gesehen? Wie erfahren sie ihre eigene Entwicklung in verschiedenen Spannungsfeldern wie Elternhaus, Schule, Freundeskreis? An welchen Vorbildern orientieren sie sich? Wie kommunizieren sie miteinander und welche Spielregeln sind für Kommunikation und Beziehungen unverzichtbar?
"Im Englischunterricht erwerben die Schüler sprachliche Fertigkeiten, um sich u.a. mit der Lebenswirklichkeit, den Interessen und Problemen junger Menschen in englischsprachigen Ländern zu beschäftigen. Im Rahmen eines geplanten Schüleraustauschs lernen sie, sich ihrem Austauschpartner in der Landessprache vorzustellen; diese "Steckbriefe" werden in Form einer englischsprachigen Homepage gestaltet"(*), während sich die Schülerinnen und Schüler mit der kreativen grafischen Gestaltung und der Aussagekraft und Wirkung eingescannter Fotos im Fach Bildende Kunst auseinandersetzen.

Bei der Erstellung einer eigenen, individuellen Homepage findet eine Auseinandersetzung zwischen Idealbild und realistischer Selbsteinschätzung sowie ein Erkenntnisprozess über die begrenzten Möglichkeiten einer Selbstdarstellung in den neuen Medien statt.
Dies setzt allerdings auch technische Kompetenzen voraus wie Umgang mit einem "Browser", Gestalten einer Homepage mit verschiedenen grafischen Elementen, Scannen von Fotos, Kommunikation im Internet.
Methodisch-didaktische Vorbemerkungen zu den einzelnen Unterrichtselementen ermöglichen eine schnelle Orientierung und erleichtern auch die Integration einzelner Elemente in den eigenen Unterricht, falls nur eine teilweise Umsetzung des Gesamtentwurfs gewünscht ist.
Das Heft bietet Kopiervorlagen für Schülerarbeitsblätter, Illustrationen von Schülerarbeiten sowie viele Informationen für Lehrerinnen und Lehrer rund um das Thema Internet.

Worum es im Einzelnen geht, zeigt ein Überblick über die Unterrichtselemente.

In einer Tabelle werden für die beteiligten Fächer die Bezüge zum Bildungsplan übersichtlich dargestellt.
Autorin: Ida Wagner


(*) Ich bin ich - Darstellung der Persönlichkeit im Internet (Projekt 1) in: Identität und Selbstdarstellung in neuen Medien. Praxisbausteine MEDIENZEIT. Ausgabe Baden-Württemberg. Hrsg.: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Donauwörth 2000, S. 8 u. 9