Anton Webern op.6

Sekundarstufe 2

Sechs Stücke für großes Orchester (1909)

Analyse und Hintergründe zu Nr. 1-3 von
Frank Kleinheins (Fachberater Musik - RP Stuttgart)

 

Powerpoint-Analyse Nr. 1

 

Powerpoint-Analyse Nr. 2 und 3

 

Analyse und Hintergründe - Word-Dokument

 

Webern-Biographie

 

Ausführliche Einführung bei Naxos

 

Unterrichtseinheit von Achim Fessler

Webern

Analyse-Beispiele

Analyse

Analyse

 

Die Uraufführung erfolgte im berühmten Wiener Skandalkonzert von 1913. Dazu ein Augenzeugenbericht:

"Heute abend war ich bei dem Konzert, das Schönberg dirigierte. Gleich zu Anfang begannen die Leute, heißt ein paar Leute, gröhlend zu lachen und zu schreien. Gesprochen und gerufen und herumgetrampelt wurde fort ohne Pause. Die Canaillen hatten eben das Gefühl, dass es da jemand auf billige Weise zu schlachten gab, jemand vogelfreien. Es war alles ganz natürlich, aber über die Maßen empörend zuzusehen. Leute, die mit Kunst so viel zu tun haben, wie ich mit Kartenspiel, machten fortwährend Witze, die von den dazugehörigen Nachbarinnen für glänzend gehalten wurden.

Stellenweise glaubte ich aus der Haut zu fahren. Nach der Schönberg-Symphonie, die mir trotz allem noch einen Eindruck von Macht und Kunstwerk machte, ging ein höllischer Lärm los, auf der 2. Galerie wurden ein paar Leute nach harter Rauferei hinausgeworfen. Die Lieder von Berg wurden aus unerfindlichem Grund durch schallendes Gewieher unterbrochen. Schon vorher hatte sich der Loos fast bis zu Tätlichkeiten eingelassen. Schönberg schrie ins Auditorium Drohungen hinein. Man brachte die Lieder noch zu Ende.

Dann waren alle Grenzen offen. Leute forderten sich, wurden auseinander gerissen, brüllten, lachten, pfiffen. Der Arthur Schnitzlerist mir gegenüber ruhig in der Loge 2 gesessen. jemand rief dem Publikum zu, sich gesittet zu benehmen oder zu gehen. Einer schrie 'Lausbub' zurück. Der erstere sprang hinunter und in den Haufen und haute dem vermeintlichen Schimpfer eine mächtige Ohrfeige herunter. Der ganze Saal verfolgte diese Handlung gespannt. dann wieder Gejohle.

Ein uniformierter Kommissär schrie irgend etwas. Jetzt erscheint mir alles komisch, aber dort zitterte ich am ganzen Leib vor Wut. - Die Musiker verließen den Saal, dem Pöbel war es gelungen, das Konzert zu sprengen. Unten wurde über irgend ein Ding gestritten. Oskar Strauss spielte den Vermittler. - Das Publikum ist eine feige, kunstfremde und kunstfeindliche Bestie, die sich das ihr auferlegte Kuschen vor dem Anerkannten, durch dieses Niederbrüllen, durch diese Hetze des Vogelfreien entschädigt."

(Augenzeugenbericht des Architekten Richard Neura; zitiert nach: H. und R. Moldenhauer, Anton Webern, S. 602, Am. 8) .