Bregenz (Brigantium)

Auch wenn Bregenz auf eine lange römische Geschichte zurückblicken kann, gibt es dort heute nicht mehr viele Relikte aus der Antike zu sehen. Allerdings ist Bregenz auch aus anderen Gründen einen Besuch wert: Die Lage am Bodensee ist besonders für Radtouren geeignet; für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 ist das Kunsthaus Bregenz sehenswert, das als einer der wichtigsten Ausstellungsorte für zeitgenössische Kunst in der Bodenseeregion gilt. Hier bietet sich eine Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kunst an. Ferner ist nicht nur die antike, sondern auch die mittelalterliche Geschichte in Bregenz präsent.

Bregenz wurde bereits in der Bronzezeit besiedelt und war für die Kelten eine wichtige Stadt. Ab dem Jahr 15 v. Chr. bauten die Römer Brigantium zu einer befestigten Stadt aus. Die gesamte Geschichte Vorarlberg ist das Thema im Vorarlberg Museum. Aus der Römerzeit gibt es hier einige Exponate, die das Leben in der Provinz illustrieren. Zur römischen Geschichte werden hier eigene Führungen angeboten, über die man sich am besten direkt beim Museum informiert.

Der Stadtplan auf dieser Seite informiert über die Lage der römischen Ausgrabungen. Die größte zusammenhängende römische Anlage ist im Steinbühel zu sehen; im Stadtteil am Ölrain kann man einige römische Mauern finden, aber kein vollständiges Gebäude. Von den umfangreichen römischen Ausgrabungen sind einige Fundamente zu sehen, die allerdings nicht so aufbereitet sind, dass der historische Hintergrund für Schülerinnen und Schüler leicht erschließbar wäre. Mit etwas Phantasie bekommt man aber einen Eindruck davon, dass unter diesem Stadtteil die Reste einer römischen Stadt verborgen sind. Von Vorteil ist, dass im Internet Ausgrabungsberichte zur Verfügung stehen, die sich zu Teilen auch als Quellen für Schülerreferate eignen:

Der Stadtplan zeigt alle Fundstellen an; im folgenden Text werden sie erläutert.

Bregenz Stadtplan
Stadtplan von Bregenz mit den im Text erwähnten römischen Fundorten.
Urheberrechte an diesem Stadtplan: Openstreetmap, Mitwirkende.
Stadtpan auf Openstreetmap

Die römischen Ruinen im Einzelnen

Steinbühel: Was früher für die Überreste einer Villa gehalten wurde, gilt seit neueren Forschungen als Fundamente eines römischen Warenlagers. Die Ausgrabungsstelle Steinbühel liegt ca. 10 min. Fußweg vom Bahnhof entfernt. Über die Deutung dieser Ausgrabungen informiert ein Artikel in der Tageszeitung Der Standard aus dem Jahr 2011.

Steinbühel, Bregenz
Die Fundamente des römischen Warenlagers am Steinbühel in Bregenz


Am Ölrain: Unter diesem Stadtteil liegen die Reste eines römischen Kastells. Die Einzelheiten kann man aus den oben angeführten Internetquellen entnehmen. Die Reste des Kastells sind vor allem an der Kreuzung Josef-Huterstraße/Riedergasse gefunden worden. Sie wurden aber inzwischen weitgehend wieder zugeschüttet.

Sichtbar ist römisches Mauerwerk an der Mauer des Friedhofs der Evangelischen Kirche.

Friedhofsmauer


Von der Riedergasse aus sieht man römische Ruinen im Vorgarten des Altersheims.

Bregenz Riedergasse

Vom Drususweg aus sieht man schließlich Fundamente eines römischen Hauses im Hof der Gallusschule.

In der Nähe: Kempten ist ca. 75 Minuten mit dem Auto bzw. Bus entfernt.

Auf der Übersichtskarte findet man Bregenz im Planquadrat 4E.