Mensch, Natur und Kultur - Konzepte entwickeln
Über das innovative Konzept ästhetischer
Bildung von H. Kämpf-Jansen
In einem Aufsatz in der Zeitschrift
Kunst+Unterricht fasst H. Kämpf-Jansen ihren Ansatz zu ihrem
neuen
Konzept zusammen. In den Mittelpunkt stellt sie den ursprünglichen
Wortsinn von Ästhetik, nämlich Wahrnehmung und leitet daraus
die Frage ab, welche Kompetenzen junge Menschen heute brauchen.
- Bei zufälligem und unreflektiertem, aber
intensiv und interessiert
ausgeführtem Handeln bei Kindern setzt sie an und mahnt an, diese
Erfahrungen und forschende Verhalten in der Schule aufzugreifen. Schule
kann den Rahmen bieten, der aus solchem Tun Lernen werden lässt.
Schulen
verfügen über eine Fülle von Möglichkeiten und
Materialien,
besonders aber über kompetente Personen, die Kinder auf diesem Weg
begleiten können. So würden außerschulische Erfahrungen
zu einem Lernen führen, das über selbstverantwortetes Handeln
zu Wissen und Können führt.
- "Man sieht nur, was man weiß - Wahrnehmung,
Bewusstsein, Reflexion
und Sprache gehen zusammen" schreibt H.Kämpf-Jansen. Diese Aussage
zielt auf Erkenntnisse der neueren Forschung, die Wahrnehmung und
Bewusstsein
als Vorgänge der Vernetzung zwischen bestehendem Wissen und
handelndem
Problemlöungsverhalten beschreibt. Dabei konstruiert sich
jede/jeder
die Welt für sich in seinem Kopf. Die Wahrnehmung muss also
bestehendes
Wissen befragen, ob das aktuell Gesehene ohne Neubewertung eingeordnet
werden kann. Wenn das nicht der Fall ist, wird es als unbekannt
ins
Bewusstsein gehoben und dadurch Handeln aktiviert.
Die Verknüpfung von Wissen, Reflexion und Sprache, ja Reflexion
in Sprache als "Kunst-Tagebücher, die einzelne Arbeitsvorhaben
begleiten
sollen,.....,um Prozesse schriftlich wie bildlich zu fixieren,..."
(Kämpf-Jansen,
a.a.O) verdeutlichen den Schwerpunkt dieses didaktischen Konzeptes.
In Vorträgen der Sendereihe
Tele-Akademie wird der Zusammenhang zwischen den Bereichen der
Ästhetik
und der neueren Hirnforschung verdeutlicht. (muss noch ausgeführt
werden)
- Wenn Wahrnehmungsprozesse individuelle Vorgänge
in jedem Einzelnen
sind, folgt daraus für die ästhetischen Arbeitsvorhaben, dass
sie individuell geplant und ausgeführt werden müssen, wenn
sie
für die handelnde Person von Bedeutung sein sollen. "Dabei kommt
allerdings
niemand daran vorbei, allgemein gegebene Bilderwelten, gegebene
ästhetische
Formen, Muster, und Verhaltensweisen als Orientierung oder Abgrenzung
zu
benutzen."
(Kämpf-Jansen, a.a.O)
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| Literatur: |
Kämpf-Jansen,
Helga: Ästhetische Forschung. IN: Kunst + Unterricht Heft 262/2001,
S. 35/36
Kämpf-Jansen, Helga: Ästhetische Forschung, Wege durch
Alltag,
Kunst und Wissenschaft - Zu einem innovativen Konzept
ästhetischer
Bildung, Salon Verlag 2000
Tele-Akademie SWR3:
Wenders, Wim: "Every Picture Tells a Story"....
Von Orten als
Autoren, Sendung vom 15.02.2004
Singer, Wolf: Vom Bild der Wahrnehmung, Sendung vom 22.02.2004
Boehm, Gottfried: Hat das Sehen eine Geschichte, Sendung vom 29.02.2004
Heckl, Reiner Wolfgang: Gehirn und Kunst - zur Biologie des
Schönen,
Sendung vom 07.03.2004
Roth, Gerhard: Wie entstehen Bewusstsein und Gefühle? Neuere
Erkenntnisse
der Gehirnforschung, Sendung vom 14.03.2004
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