Ohren auf - wie klingt es hier?
Klangorte entdecken - einen Hörplan entwickeln
ein Unterrichtsprojekt zum aktiven Hören
Vorüberlegungen
- Zuhören ist eine Basiskompetenz
Zum Auftrag der Stiftung Zuhören liest man auf der Internetseite:
"Wer sich unterhalten will, muss zuhören können. Wer etwas lernen will, muss zuhören können. Wer Neues verstehen will, muss zuhören können. Zuhören heißt, sich zu konzentrieren, sich auf ein Gegenüber einzulassen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Wer zuhört, erweitert seinen Horizont, eröffnet sich neue Welten und gewinnt Einblick in das Denken anderer Menschen. Zuhören hilft bei der Lösung von Konflikten, fördert den zwischenmenschlichen Dialog und belebt den gesellschaftlichen Austausch."1
Hören und Zuhören wird häufig zu selbstverständlich genommen. Nicht nur Bilder auch Höreindrücke bestimmen immer mehr den Alltag. Dabei filtert das Ohr aus der Fülle der uns umgebenden Geräusche aus, was in dem bestimmten Augenblick von Bedeutung ist.
- Im Zusammenhang mit der Leseförderung wird aktivem
Zuhören eine besondere Bedeutung zugewiesen. Korrektes
Hören
ist Voraussetzung für erfolgreiches Lesenlernen. An dem Punkt
setzt das Projekt Ohrenspitzer an. Es "zielt daher auf die planvolle,
nachhaltige und umfassende Förderung
des Hörens und Zuhörens
sowie der Konzentrationsfähigkeit von Kindern als
Grundlage für Sprachentwicklung und Kommunikation."2
"In der Klasse oder in Rahmen von AGs setzen sich die Kinder mit Angeboten auseinander, die das Hören und Zuhören neu entdecken und gemeinsam erleben lassen. Eingesetzt werden dabei insbesondere spannende Hörabenteuer aus dem roten Ohrenspitzerkoffer, die eine Alternative zur visuellen Reizüberflutung bieten."
"Neben der rezeptiven und konzentrierten Zuhörarbeit steht aber auch die aktive Medienarbeit – die Produktion von Hörspielen oder Geräuschen - im Zentrum des "Ohrenspitzer" - Projektes. Kinder sollen in der vielfältigen Welt der Medien eigene Erfahrungen machen und Medien als Möglichkeit eigener Gestaltung erproben."
- "Soundmap of Cologne" nennt Marco Medcour seinen Stadtplan
zum
Hören, auf dem der Musiker und Journalist Klangaufzeichnungen
dem
Aufnahmeort zuordnet. Auf der Suche nach typischen Geräuschen
für die Stadt fängt er dabei die
alltäglichen und daher
meist nicht bewusst wahrgenommenen Klänge ein. Eingebunden in
einen Googleplan findet man den Ort und kann über das
Anklicken
der Information die Aufzeichnung anhören und dazu ein Foto vom
Klangort sehen, außerdem erläutert ein kurzer Text
die
Situation und Zusammenhänge, die sich zum Zeitpunkt der
Aufnahme
ergaben. Ziel ist es, ein Klangarchiv zusammenzustellen, mit dessen
Hilfe man die Stadt über ihre Geräusche erkunden
kann. Ein
Zufall führte auf diese Seite, für andere
Städte
entstehen ähnliche Projekte.
- Die Idee, über Klänge einen Raum (z.B.
den Wohnort)
zu erkunden, erschien dazu geeignet auf Unterricht übertragen
zu
werden. Gerade wenn man von den Alltagsgeräuschen ausgeht,
kann
solch eine Aufgabe in Städten und Gemeinden jeder
Größe
aufgegriffen werden. Eine Möglichkeit ist es, sich eng an dem
Ausgangsgedanken zu halten und die Klangorte einem Ortsplan zuzuordnen.
Andere Sammelgesichtspunkte könnten sich ergeben, wenn
thematisch
vorgegangen wird: Klänge aus natürlichen Quellen,
Klänge
mit Signalwirkung, die Klangkarte des Schulhauses, Klänge
unter
geschichtlichen Gesichtspunkten und vieles mehr.
Bei der hier vorgestellten Unterrichtsidee sollten Geräusche im Ort erkundet und als Hörrätsel mit den dazugehörenden Fotoausschnitten in einen Ortsplan eingebunden werden. Abschließend sollte das Ergebnis auf der Homepage der Schule präsentiert werden.
Literatur:
1 Stiftung Zuhören:
2 Ohrensitzer: