Was können Eltern tun?
Auch wenn die Eltern sich in ihrer Not selten anders zu helfen wissen und einen Kontakt mit der Schule scheuen: Die Eltern sind die schlechtesten Nachhilfelehrer, denn sie sind emotional zu eng mit ihrem Kind verbunden. Die vermeintliche Hilfe endet häufig mit Tränen auf beiden Seiten. Deshalb sollte der Rat der Schule immer eingeholt werden (Lorenz).
Es kann nur hilfreich sein für das betroffene Kind, wenn es sich der unbedingten Solidarität seiner Eltern sicher ist. Rechenschwäche mag als Beeinträchtigung, als Belastung, vielleicht auch Makel empfunden werden. In welcher Weise sie jedoch problematisiert wird, entscheidet sich an den Reaktionen des sozialen Umfeldes, die Klassengemeinschaft eingeschlossen. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, dass Eltern und Schule gemeinsam beraten und den tatsächlichen Förderbedarf erörtern ( im Sinne der VWV s.o. „ Profil des individuellen Förderbedarfes erstellen“). Diese Beratung kann aber nur gelingen, wenn von gegenseitigen Schuldzuweisungen Abstand genommen wird.
Jedes betroffene Kind hat seine individuelle Ausprägung von Rechenschwäche und oft ist die Rechenschwäche nur ein Teil des bestehenden Problems. Entsprechend bestimmen sich die Möglichkeiten und auch die Grenzen der Förderarbeit. Überdies stehen für die Eltern im Schulbereich über den Klassenlehrer/ die Klassenlehrerin hinaus noch weitere Ansprechpartner zur Verfügung.
Sind die schulischen Mittel und Möglichkeiten ausgeschöpft oder erweisen sie sich als nicht ausreichend, muss auch über außerschulische Hilfsmöglichkeiten nachgedacht werden.
Eltern, die ihr Kind in einem privaten Institut lerntherapeutisch behandeln lassen wollen, sollten sich vorher über die Frage der Kostenübernahme nach § 35 Jugendhilfegesetz (Eingliederungshilfe) erkundigen. Die Regelungen werden z. T. unterschiedlich gehandhabt. Oft müssen sich Eltern auf einen weiten Weg machen, um die für ihr Kind wirklich geeigneten Maßnahmen zu finden. Hilfreich ist dabei oft der Erfahrungsaustausch mit ebenfalls betroffenen Eltern.
Weitere Information und Beratung finden Eltern bei der Elterninitiative zur Förderung rechenschwacher Kinder e.V. (IFRK). ( http://home.t-online.de/home/ifrk.walter).