Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Lerntempoduett Unterrichtsbeispiel
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Lerntempoduett -Unterrichtsbeispiel Weiterführende Schulen


Text A
Ludwig van Beethoven

Platzhalter für ein Bild von BeethovenBeethoven wurde 1770 in Bonn geboren. (Mozart war damals 14 Jahre alt.). Der junge Ludwig erhielt bereits im Alter von 4 Jahren Klavierunterricht bei seinem Vater, der selbst Musiker am Hofe des Kurfürsten in Bonn war. Bereits im Alter von 7 Jahren gab Ludwig sein erstes Konzert. Sein Vater wollte unbedingt ein Wunderkind haben und machte deshalb beim Alter seines Kindes bewusst falsche Angaben, so dass der 8-jährige Ludwig als angeblich 6-jähriger auftreten musste. Beethoven hatte es mit seinem Vater nicht besonders leicht. Er trank zu viel und holte oft den Jungen nachts aus dem Bett, so dass er ihm vorspielen musste.
Im Alter von 13 Jahren bekam Ludwig dann eine feste Anstellung als Organist und Bratscher im kurfürstlichen Orchester in Bonn.
Als Ludwig 16 Jahre alt war, finanzierten ihm einige hochgestellte Persönlichkeiten aus Bonn eine Reise nach Wien, wo er bei Mozart (der war damals 30 Jahre alt) Unterricht nehmen wollte. Aus der Reise wurde allerdings nur ein Kurzbesuch, denn seine Mutter lag in Bonn im Sterben, so dass er wieder zurück fuhr. Immerhin hatte er Gelegenheit, Mozart etwas vorzuspielen, der sich sehr lobend über ihn
geäußert haben soll.
Nachdem die Mutter gestorben war, ging es mit seinem Vater völlig bergab, er wurde ein richtiger Trinker. Einmal wurde er sogar eingesperrt, nachdem er randaliert hatte. Es ging so weit, dass der Vater wegen Trunksucht entmündigt wurde. Von da an musste sich Ludwig allein um seine zwei Brüder kümmern.
Im Alter von 22 zog er dann endgültig nach Wien, wo er unter anderem Unterricht bei Joseph Haydn hatte. In Wien gelangte er durch Empfehlungsschreiben eines seiner Gönner (Graf Waldstein) in die reichen und angesehenen Familien der Stadt, bei denen er oft Konzerte gab und durch seine Improvisationskunst am Klavier glänzte.
Als er 24 Jahre alt war wurde in Bonn der Hof aufgelöst und Beethoven, der bisher immer noch in Bonn angestellt war, war von nun an völlig auf sich gestellt und selbständig. Damit er über die Runden kam, bezahlten ihm einige seiner Gönner ein festes monatliches Gehalt. Dadurch wurde Beethoven zum ersten Musiker, der völlig unabhängig von der Gunst eines Fürsten oder dem Geschmack des Publikums war.
Ab dem Alter von 26 Jahren merkte Beethoven, dass er schlecht hörte. Das Gehörleiden verschlimmerte sich im Laufe der Zeit immer mehr, es war eine schleichende Krankheit. Nur seine engsten Verwandten und Freunde wussten davon. 1802 (mit 32 Jahren) schreib er in einem Brief an seine Brüder: „... Welche Demütigung, wenn jemand neben mir stand und von weitem eine Flöte hörte und ich nichts hörte (...). Solche Ereignisse brachten mich nahe an den Rand der Verzweiflung: es fehlte wenig und ich endigte selbst mein Leben. Nur die Kunst hielt mich zurück...“
Ab dem Alter von 49 Jahren war Beethoven völlig taub. Dennoch schrieb er bis zu seinem Tode weitere wichtige Werke, z.B. die bekannte 9. Sinfonie.
Ab 1826 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und er holte sich neben einer Leberkrankheit auch eine Lungenentzündung. 1827 starb er im Alter von 56 Jahren in Wien. An seiner Beerdigung sollen über 20000 Menschen teilgenommen haben.


Text B
Zitate über Beethoven und von Beethoven:

Einer seiner Klavierschüler beklagte:
„.... Er war unendlich streng, bis in den geringsten Kleinigkeiten der richtige Vortrag erreicht war. (...) Er war leicht heftig, warf die Noten hin, zerriss sie...“

Johann Wolfgang Goethe schrieb über ihn in einem Brief:
„Beethoven habe ich in Teplitz kennen gelernt. Sein Talent hat mich in Erstaunen gesetzt; allein er ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit. (...) Sehr zu entschuldigen ist er hingegen und sehr zu bedauern, da ihn sein Gehör verlässt ...“

Der Komponist Carl Czerny über Beethovens Arbeitsweise:
„Beim Komponieren probierte Beethoven oft am Klavier, bis es ihm recht war, und sang dazu. Seine Stimme war ganz abscheulich Früh und abends arbeitete seine rege Phantasie. Oft stand er um Mitternacht auf und erschreckte seine Nachbarn mit kräftigsten Akkorden, Poltern und Singen ...“
(Ob dies wohl der Grund dafür war, dass Beethoven in den 35 Jahren, die er in Wien gelebt hat, etwa 50 Wohnungen gehabt hat?)

Beethoven über seine Arbeitsweise:
„Die überraschenden Wirkungen, welche viele nur dem Naturgenie zuschreiben, erzielt man oft ganz leicht durch die richtige Anwendung und Auflösung der Akkorde.“

Aus dem Brief Beethovens an seine Brüder:
„Oh ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch und misanthropisch (= menschenfeindlich) haltet, wie unrecht tut ihr mir, ihr wisst nicht die geheime Ursache von dem was euch so scheint! (...) Empfänglich für die Zerstreuungen der Gesellschaft, musste ich mich früh absondern, allein mein Leben zubringen; (...) Wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles hinaussetzen, o wie hart wurde ich durch die verdoppelte traurige Erfahrung meines schlechten Gehörs dann zurückgestoßen, und doch war`s mir nicht möglich, den Menschen zu sagen: sprecht lauter, schreit, denn ich bin taub! (...) Drum verzeiht (...)“

Beethoven zu Fürst Lichnowsky, (einem Förderer), von dem er sich gekränkt fühlte:
„Fürst! was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt. Was ich bin, bin ich durch mich. Fürsten gibt es Tausende. Beethoven nur einen.“


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