Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Veränderte Rolle für Lehrerinnen und Lehrer
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WELL - Lehrerrolle

WELL - Wechselseitiges Lehren und Lernen


  1. Veränderte Rolle für Lehrerinnen und Lehrer

Lehrpersonen werden beim kooperativen Lernen mit neuen Anforderungen konfrontiert. Die Lehrperson wird zum Initiator von Lernprozessen, zum beratenden Begleiter, welcher den Lernenden Orientierung, Strukturierung und Zielvorgaben anbietet und bei der Umsetzung der Aufgaben hilft.

Im Einzelnen kann eine Lehrperson folgende Aufgaben haben:

  1. Informieren
Die Vorgehensweise, also auch der strategische Einsatz wird transparent gemacht und begründet. Nur so können Schülerinnen und Schüler später selbst reflektiert passende Lernstrategien und Methoden auswählen.
Die Ergebniserwartung sollte von der Lehrkraft klar formuliert sein, z.B. wie das Ergebnis präsentiert werden soll.

  1. Modellieren: Vor- und Nachmachen
Es hat sich als sehr wirksam herausgestellt, wenn Lernende neue Lernsituationen vor dem Üben beobachten können. Die Lehrperson muss hierzu das expertenhafte Vorgehen bei den zu lernenden Strategien oder Methoden sichtbar und hörbar machen (= Modelling). Hierbei werden nicht nur offensichtlich beobachtbare Verhaltensweisen sichtbar gemacht (z.B. das Unterstreichen einiger Wörter im Text). Vielmehr werden auch verdeckte Prozesse durch „lautes Denken“ den Schülerinnen und Schülern durch das Vormachen verdeutlicht, z.B. „Ich unterstreiche das Wort X, weil ich denke, dass es das Schlüsselwort in dem ersten Abschnitt ist. Mit ihm kann ich den ersten Abschnitt gut erklären und mir den Inhalt merken.“

Sehr effektiv ist es, wenn das Arbeitsmaterial hierzu vergrößert wird und die einzelnen Schritte an der Tafel vorgemacht werden.



  1. Coachen: Unterstützung geben
Während der Partner- und Gruppenarbeit ist die Lehrperson Berater und Beraterin, die bei Bedarf unterstützend wirksam wird. Sie kann individuelle Hilfeleistungen anbieten, loben und bestärken und Tipps oder Feedback zum Gruppenprozess geben. Dies sollte immer nach dem Motto der „Minimalen Hilfe“ und als „Hilfe zur Selbsthilfe“ geschehen.

Hilfe zur Selbsthilfe


Die Lehrperson trägt außerdem als Expertin bzw. Experte die Verantwortung für die sachliche Korrektheit der von den Paaren und Gruppen erarbeiteten Ergebnisse. Falsch verstandene Begriffe oder Zusammenhänge werden z.B. schnell offensichtlich, wenn man sich von den Lernenden ihre gelegte Struktur oder die angefertigte Mind-Map erklären lässt.

  1. Den Lernenden Orientierung geben
Die Lehrperson muss hierzu die Balance zwischen Herausforderung und Unterstützung finden. Herausgefordert werden Lernende z.B. durch die Aktivierung von Vorwissen, durch das Aufwerfen einer Problemstellung, durch das Anpassen des Strategieeinsatzes an die Zielsetzung oder die Aufforderung zur Präzisierung.
Unterstützt werden Schülerinnen und Schüler z.B. durch die Vorvernetzung eines Themas mittels eines Advance Organizers, Impulse durch Kurzvorträge oder die Vermittlung und das Einüben geeigneter Lernstrategien. Ebenso unterstützend und herausfordernd zugleich ist das Betrachten des Lernprozesses auf einer Metaebene, z.B. durch die Aufforderung der Lernenden zur Reflexion des eigenen Lern- und Denkprozesses.
Diese wechselseitige Beziehung verändert sich im Laufe des kooperativen Unterrichts.
Müssen Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler anfangs noch vielseitig herausfordern und unterstützen, werden die Lernenden zunehmend selbstständig und die Lehrperson wird mehr und mehr zum gleichberechtigten Ansprechpartner.




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