Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Die Heinrich Brügger Schule an den Fachkliniken Wangen
Skip to content

Schule und Rehabilitation
Die Heinrich Brügger Schule an den Fachkliniken Wangen
Pädagogische Konzeption und Leistungsspektrum

I.Waldburg-Zeil Kliniken - Fachkliniken Wangen
Heinrich Brügger Schule ( Schule für Kranke in längerer Krankenhausbehandlung )

Die Arbeit der Heinrich Brügger Schule
Grundlagen einer Pädagogik bei Krankheit

Unterricht und Erziehung müssen sich am einzelnen Kind und seinen besonderen Bedürfnissen ausrichten. Die Erfahrungen mit der Erkrankung, den Klinikaufenthalten, Therapien und eventuellen Lebensbedrohungen sind als individuelle Voraussetzungen bei jedem einzelnen Kind zu beachten und sind Ausgangspunkt einer jeden Förderung. Primär aus diesen Bedürfnissen ( und erst sekundär aus Lehrplänen ) ergeben sich die Aufgabenfelder und Inhalte von Klinikpädagogik. In der Literatur findet man vier - idealtypisch aufgeteilte - Bereiche und Aufgaben der Klinikpädagogik, aus denen sich die Ziele für die Heinrich Brügger Schule ergeben.

  • Unterricht am Schulstoff
  • Musisch - kreative Erziehung
  • Krankheitsbezogene Erziehung und Bildung
  • Zusammenarbeit mit Eltern und Heimatschulen

Die ursprüngliche Aufgabe von Klinikpädagogik ist es, dem kranken Kind die Chance zu geben, in den wichtigsten Fächern das gleiche zu lernen wie seine Mitschüler in der Heimatschule. Diese Aufgabe wird auch in allen Richtlinien für Krankenhausschulen betont. Lernen am Schulstoff ist eine wichtige Grundlage für die Integration in die Klasse der Heimatschule. Die Heinrich Brügger Schule bietet die Bildungsgänge Grundschule, Hauptschule, Förderschule, Realschule, Gymnasium, Berufsschule, Berufsfachschule ( ein- und zweijährig ), Berufskolleg und berufliches Gymnasium als staatlich anerkannte Ersatzschule an.

Jede ganzheitliche Bildung und Erziehung schließt den musisch-kreativen Bereich ein, gerade auch in der Klinik muss dieser Bereich einen gleichwertigen Platz neben dem Lernen am Schulstoff haben. Die Möglichkeit Gefühlen Ausdruck zu verleihen, und in künstlerischem Tun sich über die Klinik- und Krankheitssituation zu heben ist von großer Bedeutung für viele Kinder und Jugendliche. Musik in Form von therapeutischen Angeboten, Werken, Bildende Kunst werden in der Heinrich Brügger Schule in speziellen Räumlichkeiten angeboten, die den Anforderungen an eine musisch-kreative Bildung gerecht werden.
Die Bedeutung des musisch-kreativen Bereichs für die Familie der Kinder mit chronischen Erkrankungen wird ebenso Rechnung getragen. Das Werken für Eltern mit kleineren Kindern ist ein Angebot, das weit in das Freizeitverhalten von Familien hinein reichen soll. Hier lernen Eltern neue kreative Tätigkeiten kennen, die sie mit ihren Kindern zu Hause umsetzen können. Ziel ist es, dass Eltern diese Erfahrungen nach der Rehabilitationsmaßnahme auch mit der Heimatschule umsetzen.

Es ist eine eminent wichtige, sonderpädagogische Aufgabe auf die Ängste, Fragen, Befürchtungen, Nöte der Schüler einzugehen. Nur so kann man Schüler in ihrer Situation ernst nehmen. Eine krankheitsbezogene Erziehung und Bildung kann nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit ( Ärzte, Schulungspädagogen, Mitarbeiter der Gruppen und Stationen, Lehrerinnen und Lehrer .... ) sinnvolle Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler sein. Auch Ängste und Nöte der Mitschüler zu Hause sind hier von Bedeutung. Informationen für die Heimatklassen sind eine wichtige Grundlage für das Verstehen der chronischen Erkrankungen der Mitschüler. Die Homepage der Schule soll den Rehabilitationsaufenthalt und Schulbesuch hier in den Fachkliniken Wangen transparenter darstellen.
Bei der krankheitsbezogenen Erziehung und Bildung spielt in der Heinrich Brügger Schule der Sportunterricht, die Bewegungstherapie und der Schwimmunterricht eine bedeutende Rolle. In der Sporthalle, den Therapieräumen und der Schwimmhalle erlernen die Patienten-Schüler den Umgang mit körperlichen Belastungen.


Die Aufgabe der Klinikpädagogik kann nicht lauten: Reintegration nach dem Rehabilitationsaufenthalt, sondern muss als Aufgabe der sozialen Integration schon während des Aufenthalts und der gesamten Krankheitszeiten gesehen werden. Dies setzt einen engen Kontakt zu den Eltern und Heimatschulen voraus. Die Eltern, die ihre Kinder in der Rehabilitation begleiten, werden in schulischen Fragen beraten und können sich jederzeit mit ihren Fragen an die Schule wenden. Das eigene Schulhaus, mit den Klassenzimmern, der Verwaltung und dem Rektorat stellen auch für Eltern eine normale Situation ( wie zu Hause ) dar. Hier sind Kontaktstellen leicht zu finden.
Die Verbesserung des Kontakts zu den Heimatschulen wird eine der wichtigsten Aufgaben in der nächsten Zeit sein. Hier soll die in Bälde fertiggestellte Homepage der Schule neue Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen. Gerade in einzelnen Fragen der Förderung der Kinder und Jugendlichen, sowie in organisatorischen Fragen kann über dieses Medium in Zukunft schneller und direkter kommuniziert werden.


Das Trainieren sozialer Verhaltensweisen in individuell sehr schwieriger Situationen, in unterschiedlichen sozialen Situationen ist immer Aufgabe von Schule.

Hieraus ergeben sich die sechs Leitgedanken für die Arbeit der Heinrich Brügger Schule:


Warum muß während des Krankenhausaufenthalts Schulunterricht stattfinden?

  1. Mit der Erkrankung leben lernen ist ein zentrales Ziel des Krankenhausaufenthaltes und des Schulbesuches bei uns. Der Umgang mit der Erkrankung im Alltag muss geübt werden. Wie integriere ich die Krankheitserfordernisse in den Alltag? Wann und wo inhaliere ich? Was mache ich, wenn ich Atemnot bekomme? Wie und unter welchen Voraussetzungen kann ich doch am Schulsport teilnehmen? Diese alltagsnahe Rehabilitation und Schulrehabilitation ist nur möglich, wenn auch während der Rehabilitation Unterricht erteilt wird.
  2. Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche empfinden Schule als wichtigen Ort der Selbstwerdung. Das ist während einer Klinikmaßnahme nicht anders. Dem will sich auch die Krankenhausschule stellen, indem sie zu einer besseren Selbsteinschätzung und einer Meisterung des Krankheitsschicksals beiträgt.
  3. Schulische Bildung und Berufsausbildung bestimmen heute nachhaltig die materielle und gesamtmenschliche Zukunft des jungen Menschen in der sogenannten Leistungsgesellschaft. Die erste Aufgabe der Krankenhausschule ist es deshalb, die Patienten während des Klinikaufenthaltes so zu unterrichten und zu fördern, daß die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung in der Heimatschule geschaffen werden. Viele Eltern akzeptieren eine längere Krankenhausmaßnahme ohne Schulbesuch nicht.
  4. Bei chronisch Kranken ist die Schulbildung von besonderer Bedeutung, weil viele Berufe z.B. allergiebedingt oder wegen Umweltbelastungen nicht ergriffen werden können. Hier bereitet die Schule für Kranke neue Bildungs- und Ausbildungswege vor und begleitet die Schülerinnen und Schüler während der Rehabilitationsmaßnahme. Berufliche Weiterqualifizierung ist Aufgabe unserer beruflichen Schulen.
  5. Chronisch kranke Kinder und Jugendliche haben aufgrund ihrer Erkrankung und den daraus resultierenden Belastungen (z.B. krankheitsbedingte Ausfallzeiten, Konzentrationsprobleme oder Müdigkeit wegen nächtlicher Atemnotattacken) häufig erhebliche Schulprobleme. Ziel der Krankenhausschule ist es, die notwendigen schulischen Grundlagen wieder zu entwickeln, die Lücken zu schließen und eine neue Schulmotivation zu wecken.
  6. Ein beträchtlicher Teil der Patienten kommt mit der Diagnose "Schulschwierigkeiten" zu
    uns. Hier leistet die Heinrich-Brügger-Schule grundsätzliche therapeutische ( nur im
    schulischen Rahmen ) und diagnostische Arbeit.

Um diese Leitgedanken umsetzen zu können, muss Unterricht stetig weiterentwickelt und die Möglichkeiten der Differenzierung erweitert werden. Modernes Unterrichtsmaterial und Unterrichtsmethoden unterstützen selbsttätiges Lernen und ermöglichen so eine differenzierte Auseinandersetzung mit der eigenen Situation. Durch den Einsatz von Internet im Unterricht wird in Zukunft der Kontakt zur Heimatklasse völlig neu gestaltet werden.

II. "Vier Lernwelten"
Eine Organisationsform zur Umsetzung der Konzeption der Heinrich Brügger Schule

Vier zentrale Bereiche der Pädagogik bei Krankheit können im Arbeitsfeld der Heinrich Brügger Schule ausgemacht werden:

  • Frühförderung / sonderpädagogische Beratungsstelle
  • Grundstufe 1 - 4 , Grundschule / Förderschule
  • Realschule / Gymnasium / Berufsfachschule
  • Berufsschule / Hauptschule / Berufsvorbereitungsjahr/ Berufsgrundbildungsjahr

Die konzeptionellen Ansprüche der Heinrich Brügger Schule an eine Pädagogik bei Krankheit und in der ganzheitlichen Rehabilitation erfordern eine Organisationsform der Schule, die den Einzelbereichen die Möglichkeiten eröffnet, Förderansätze für ihre Patienten-Schüler zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen.

"Vier Lernwelten unter einem Dach", so könnte man die Organisation in den räumlichen Voraussetzungen der Heinrich Brügger Schule benennen.

1.
Die Frühförderung / sonderpädagogische Beratungsstelle ist im Haus Luftschloss, in der unmittelbaren Nähe des Kindergartens der Fachkliniken untergebracht. Diese räumliche Nähe ist pädagogisch, wie auch organisatorisch sehr sinnvoll.

2.
Die Grundstufe ist im Obergeschoss der Heinrich Brügger Schule untergebracht. Für die Klassen
1 - 4 der Grundschule und für die Schüler der Förderschule kann hier, durch ein spezifisches Angebot von didaktischen Materialien, eine angemessene Lern- und Lebensumwelt geschaffen werden. Eine altersgemäß ausgestattete Lernumgebung ist die Voraussetzung für das Gelingen der pädagogischen und sonderpädagogischen Interventionen.
Eine Ergänzung zu diesem Bereich stellt eine "Lese-Rechtschreib-Förderstation" dar, die angedacht ist.

3.
Die Schülerinnen und Schüler der Realschule, des Gymnasiums und der Berufsfachschule haben völlig andere Interessen und Lernintentionen als die Kinder der Grundstufe. Allein der Fächerkanon und etwaige Prüfungsvorbereitungen stellen ganz andere Anforderungen an Schulorganisation. Deshalb sind diese Schularten im Erdgeschoss der Schule nahe von Fachräumen untergebracht.

4.
Die Berufsschule, die Oberstufen der Hauptschule und der Förderschule mit ihren Aufgaben im Bereich der Berufsvorbereitung erfordern wiederum ganz andere räumliche und inhaltliche Voraussetzungen. Im Untergeschoss, in unmittelbarer Nähe zu den Werk-, Kunsträumen und eines Adipositasschulungszentrums ( geplant ), soll der Raum für diese jungen Erwachsenen sein, in dem sie Motivation und Lernerfolg entwickeln können. Die enge Verzahnung mit den praktischen und musisch-kreativen Lernbereichen ist hier als Unterstützung eines ganzheitlichen Ansatzes zu sehen.

Diese Einzelbereiche können in einer Schule, wie der Heinrich Brügger Schule, nie als getrennte Schulen betrachtet werden. Durch die räumliche Nähe in einem Schulhaus und die Nutzung des gesamten Schulhauses durch Kindergarten, Schule, Schulung und Elternschulung wird die konzeptionelle Einheit der Heinrich Brügger Schule nie in Frage gestellt werden.

Die Entwicklung dieser Konzeption der "Vier Lernwelten" ( pädagogisch, baulich, Ausstattung, finanziell ) wird immer Zukunftsaufgabe sein.
Die Binnendifferenzierung im Unterricht setzt sich in einer solchen Konzeption und ihrer Umsetzung übergangslos in der gesamten Schule fort. So wird eine schulische Bildung unterstützt, die den Anforderungen einer Pädagogik bei Krankheit gerecht wird.

-------------------------------------------------------------

Evaluation der schulischen Arbeit von Krankenhausschulen
Umfrage der Heinrich Brügger Schule PPT Icon

-------------------------------------------------------------

Heinrich Brügger Schule 

zurück


Von diesem Server wird auf zahlreiche Seiten anderer Anbieter verwiesen, für die wir nicht verantwortlich sind und nicht haften.