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Carl Laemmle – ein Laupheimer in der Welt

In mehreren komplett neu gestalteten Räumen erinnert die Heimatstadt Carl Laemmles an den Hollywood-Erfinder. Die Ausstellung ist von der Stadt Laupheim in Auftrag gegeben und vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg konzipiert worden. Sie beschäftigt sich mit dem Auswanderer und dem Kinovisionär Carl Laemmle sowie seinem Verhältnis zur Heimatstadt Laupheim.

„Ein Laupheimer in der Welt“: In mehreren komplett neu gestalteten Räumen erinnert die Heimatstadt Carl Laemmles an den Hollywood-Erfinder. Die Ausstellung ist von der Stadt Laupheim in Auftrag gegeben und vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg konzipiert worden. Sie beschäftigt sich mit dem Auswanderer und dem Kinovisionär Carl Laemmle sowie seinem Verhältnis zur Heimatstadt Laupheim.

Die Abteilung im Museum zur Geschichte von Christen und Juden wird am 16. Januar 2018, dem Tag vor Laemmles 151. Geburtstag, eröffnet und kann ab dem 20. Januar besichtigt werden. „Ich freue mich sehr, dass dem Leben und Wirken des berühmtesten Sohnes Laupheims nun eine zeitgemäße und spannende Ausstellung gewidmet ist“, sagte Oberbürgermeister Rainer Kapellen beim Pressegespräch am 12. Januar 2018. „Die Eröffnung dieser Ausstellung ist der krönende Abschluss eines einzigartigen Jubiläumsjahrs zu Ehren des 150. Geburtstags von Carl Laemmle.“

„Carl Laemmle liebte seine Heimatstadt Laupheim und tat viel Gutes für sie“, betonte der Leiter des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Thomas Schnabel. Im Hinblick auf die zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr wie die Verleihung des Produzentenpreises in Laupheim und auf die Sonderausstellung in Stuttgart meinte er: „Mit der breiten, bundesweiten Resonanz darauf sorgt Carl Laemmle lange über seinen Tod hinaus immer noch für seine Heimatstadt.“ Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger vom Haus der Geschichte: „Die neu konzipierte Abteilung im Museum zur Geschichte von Christen und Juden erzählt die Geschichte eines Mannes, der jenen Gründergeist verkörpert, den wir uns heute häufiger wünschen.“ Die Neugestaltung der Abteilung wurde möglich einerseits durch die Finanzierung des Umbaus durch die Stadt Laupheim und andererseits durch die Arbeit des Hauses der Geschichte. „Das Kuratorenteam konnte auf seine Recherchen zur weltweit ersten großen Laemmle-Ausstellung 2016/17 im Haus der Geschichte zurückgreifen und sie erfolgreich weiterführen.“

Drei Räume mit Ausschnitten aus seinen wichtigsten Hollywood-Filmen, aber auch Aufnahmen aus Laupheim, mit persönlichen Gegenständen, Dokumenten und interaktiven Medien sind Carl Laemmle gewidmet. Der erste erzählt die Geschichte von vier erfolgreichen Auswanderern aus Laupheim. Neben Laemmle sind dies Leo Hirschfeld, der zusammen mit ihm 1884 nach New York aufgebrochen war, Samuel Einstein und Isidor Nathan Landauer. Zu allen drei Freunden hielt Laemmle Kontakt, ihre Namen standen bei seinen Festen regelmäßig auf der Gästeliste.

Laemmles Beziehung zu seiner Heimatstadt ist das Thema des zweiten Raumes. Er unternahm große Anstrengungen, jüdische Deutsche und dabei möglichst viele jüdische Laupheimer aus NS-Deutschland zu retten, indem er ihnen Bürgschaften für die Einreise in die USA ausstellte. Ein interaktiver Medientisch hilft dem Besucher, sich ein genaues Bild von dem Vorgang der Ausreise aus Deutschland und der Einreise in die USA zu machen. Laemmles Lebensmaxime „It can be done“ ist der Titel des letzten Ausstellungsraums. Der Hollywoodpionier hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau der amerikanischen Filmindustrie und setzte Maßstäbe für die Filmproduktion. Eine große Landkarte führt die 122 weltweiten Niederlassungen von Universal vor Augen und zeigt Laemmle als Präsident eines global agierenden Filmunternehmens Carl Laemmle war als 17-Jähriger aus Laupheim in die USA ausgewandert.

Dort wurde er zum erfolgreichsten Filmproduzenten seiner Zeit. Laemmle gründete die Universal Studios und machte Hollywood zur Traumfabrik. Das Marketinggenie schuf die Filmstadt Universal City, erfand das Starsystem und begriff Kino früh als weltweites Geschäft. Unter seiner Ägide entwickelte sich unter anderem mit „Das Phantom der Oper“, „Dracula“, „Die Mumie“ und „Frankenstein“ das Horrorfilm-Genre. Zeitlebens blieb Laemmle Laupheim eng verbunden. Das zeigte sich nicht nur in seinen vielen Besuchen „in meiner geliebten Heimath“, sondern er spendete auch großzügig. Laupheim machte ihn dafür zum Ehrenbürger und widmete ihm eine Straße. Die Dankbarkeit endete jedoch 1933, als die Laemmle-Straße nach einem Nationalsozialisten umbenannt wurde. In dieser Zeit versuchte Carl Laemmle bis zu seinem Tod 1939, mit Bürgschaften so viele jüdische Deutsche wie möglich die Ausreise in die USA zu ermöglichen und damit zu retten. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis sich Laupheim wieder an Carl Laemmle erinnerte.

 

Museumsadresse:

Museum zur Geschichte von Christen und Juden, Schloss Großlaupheim,

Claus-Graf-Stauffenberg-Straße 15,

88471 Laupheim

E-Mail museum@laupheim.de

Tel. 07392.96.80.00

www.museum-laupheim.de

Öffnungszeiten:

samstags, sonntags, Feiertage: 13 - 17 Uhr; Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten bei Voranmeldung

Museumseintritt:

4 Euro, ermäßigt 3 Euro; Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre frei