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Internationalen Safer Internet Day am 6. Februar 2018

Online „alles unter Kontrolle?!“

Auch in diesem Jahr ruft die EU-Initiative klicksafe bundesweit wieder Schulen, Unter-nehmen und Organisationen dazu auf, sich mit eigenen Aktionen, Projekten und Veran-staltungen am internationalen Safer Internet Day zu beteiligen. Weltweit wird der Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet am 6. Februar 2018 in mehr als 100 Ländern veranstaltet. Inhaltlich rückt klicksafe das Thema „Alles unter Kontrolle?!“ in den Fokus. Wie souverän und selbstbestimmt gehen insbesondere Jugendliche mit dem Internet um?  
 
Wir alle sind ganz selbstverständlich im Netz unterwegs, suchen Informationen, posten, vernetzen uns und teilen persönliche Daten. Doch haben wir online tatsächlich alles unter Kontrolle und den Überblick darüber, wie und wo unsere Daten verwendet werden? Wissen wir, aus welchen Quellen die Informationen stammen, die wir erhalten? Situationen können online schnell aus dem Ruder geraten, wenn persönliche Daten geklaut, peinliche Fotos verschickt oder Falschmeldungen in Umlauf gebracht werden. Diese Informationen verbreiten sich rasant in sozialen Medien und auf einmal ist unser digitales Selbst, oder das, was daraus gemacht wird, für alle Öffentlichkeit sichtbar.  

Verstärkt machen vor allem Jugendliche negative Erfahrungen im Netz: Zum Beispiel geben in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen 91 % an, mit Hass im Netz bereits Erfahrungen gemacht zu haben.[1] Auch das Versenden von Nacktfotos, das sogenannte Sexting, wird immer gewöhnlicher. Ein Drittel aller Jugendlichen gibt an: „Ich habe schon selbst Nacktaufnahmen geschickt bekommen.“
16 % der Jugendlichen haben schon einmal Nacktaufnahmen von sich selbst erstellt und diese dann meistens auch verschickt.[2]

Beim Versenden von solchen Fotoaufnahmen riskiert man den Kontrollverlust über persönliche Daten und die Privatsphäre.

Paradoxerweise sorgen wir uns, dass unsere persönlichen Daten durch Dritte genutzt werden, trotzdem geben wir bereitwillig einem riesigen Adressatenkreis private Informationen über uns preis.[3] Die Konsequenzen sind nicht nur für Jugendliche wenig greifbar und nur schwer einzuschätzen.

Ähnliches gilt auch für die Nutzung von Algorithmen durch Webseiten, die voraussagen, welche Informationen der Benutzer auffinden möchte. Es entsteht eine sogenannte „Filterblase“. Welche Quellen wirklich vertrauenswürdig sind und welche nicht, ist oft nicht leicht zu unterscheiden.

 
#deineKontrolle: Neue klicksafe-Videoreihe zum Safer Internet Day

Die Erfahrung, online nicht alles im Griff zu haben, mussten auch schon bekannte YouTuber machen. In der neuen klicksafe-Videoreihe „#deineKontrolle“ (Produktion: Streamwerke, Redaktion: Dilek Atalay, Stephan Tarnow) berichten die Macherinnen und Macher der erfolgreichen YouTube-Kanäle „HelloChrissy“, „FräuleinChaos“ und „Tomatolix“ von ihren zum Teil auch unangenehmen Erlebnissen im Internet.
 
Neues Unterrichtsmaterial: „Selfies, Sexting, Selbstdarstellung“

Passend zum diesjährigen Thema und pünktlich zum Safer Internet Day 2018 veröffentlicht klicksafe in Kooperation mit Handysektor ein neues Unterrichtsmaterial zu „Selfies, Sexting, Selbstdarstellung“. Der Schwerpunkt liegt darauf, Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, ihr eigenes Verhalten in der „digitalen Welt“ und ihr „digitales Ich“ zu reflektieren. Welche Risiken und Probleme können ihnen in sozialen Netzwerken und beim Veröffentlichen von privaten Inhalten begegnen? Junge Internet-Nutzer/innen sollen so in Hinblick auf Datenschutz und Selbstdarstellung sensibilisiert werden, sodass sie die Kontrolle über ihre persönlichen Daten und Informationen online nicht verlieren. Außerdem werden nützliche Hinweise und Handlungsanleitungen gegeben, wie mit dem Kontrollverlust im Netz umgegangen werden kann. Auch ein Check-Bogen zur digitalen Selbstdarstellung hilft dabei, die eigene Darstellung des „digitalen Ichs“ einschätzen zu lernen.

Unter dem Titel „Zu nackt fürs Internet?" veröffentlicht klicksafe zwei Infoflyer, die vom Seminar für Medienwissenschaft der Universität Basel entwickelt wurden. Angesprochen wird die Zielgruppe Eltern: Viele Mütter und Väter stellen zum Beispiel ohne Bedenken Urlaubsfotos ihrer Kinder online, ohne zu überlegen, ob auch diese mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Auch für die Zielgruppe Jugendliche gilt die Frage: „Zu nackt fürs Internet?" Alle, die Fotos online posten oder versenden, auf denen sie nicht oder nur leicht bekleidet sind, sollten vorab überlegen, ob es für sie okay wäre, wenn diese Bilder im Fall einer Sicherheitslücke für jedermann sichtbar wären – auch für die eigenen Eltern. Die beiden Infoflyer können demnächst bei klicksafe kostenlos heruntergeladen werden.

Mit dem weltweiten Safer Internet Day-Aktionsmotto 2018 „Create, connect and share respect: A better internet starts with you“ richtet sich die Botschaft direkt an die Internetnutzer und ruft dazu auf, sich aktiv an der Gestaltung des positiven Miteinanders im Netz zu beteiligen.

Auch in Deutschland beteiligen sich wieder zahlreiche Institutionen, Schulen, Unternehmen und Organisationen mit eigenen Aktionen und Veranstaltungen am Safer Internet Day. klicksafe stellt alle Informationen zentral unter www.klicksafe.de/sid zusammen: Veranstaltungen und Aktionen zum SID können über das Anmeldeformular registriert werden und werden in einer Übersichtliste sowie in einer Deutschlandkarte veröffentlicht.

klicksafe (www.klicksafe.de) ist eine Initiative im CEF Telecom Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt.
klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im CEF Telecom Programm der Europäischen Union, Safer Internet DE (www.saferinternet.de). Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

 

Nähere Informationen
Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland Pfalz                                
Dr. Joachim Kind                                                                          
Tel.: 0621 - 5202-206                                                           
kind@lmk-online.de                                              
   
Landesanstalt für Medien NRW (LfM)       
Dr. Peter Widlok    
Tel.: 0211 – 77 007-141      
pwidlok@lfm-nrw.de   

 


[1] Landesanstalt für Medien NRW: Ethik im Netz – Hate Speech
[1] Saferinternet.at - Aktuelle Studie: Sexting in der Lebenswelt von Jugendlichen
[1] Landesmedienzentrum BW: Jugendliche und Datenschutz in Sozialen Netzwerken