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Mythos 1968

„Mythos 1968 (50 Jahre 1968) – Das Jahr 1968 in Medien und Erinnerungen von Zeitzeugen“ lautet der Titel des sechsten Fachtages Geschichte, den das Stadtmedienzentrum Stuttgart am Landesmedienzentrum BW, Rotenbergstraße 111, in Kooperation mit dem Regierungspräsidium Stuttgart am 11.04.2018 veranstaltet.

„Mythos 1968 (50 Jahre 1968) – Das Jahr 1968 in Medien und Erinnerungen von Zeitzeugen“ lautet der Titel des sechsten Fachtages Geschichte, den das Stadtmedienzentrum Stuttgart am Landesmedienzentrum BW, Rotenbergstraße 111, in Kooperation mit dem Regierungspräsidium Stuttgart am 11.04.2018 veranstaltet. Er richtet sich insbesondere an Lehrkräfte. Themen wie „Liberalisierungsprozesse, Emanzipationsbewegungen, Wertewandel, alternative Lebensformen und Pluralisierung“ sind in der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Vielfalt“ des neuen Bildungsplans seit 2016 verankert. Der Fachtag zeigt, wie das Jahr 1968 im Schulunterricht reflektiert werden kann. Analysiert wird dabei vor allem die Rolle unterschiedlicher Medien bei der Aufarbeitung individueller und gesellschaftlicher Erinnerungen in Zeitzeugenberichten.


Anmeldelink: http://www.lmz-bw.de/index.php?id=10420

Das Programm finden Sie auch auf www.smz-stuttgart.de
 
11:30 bis 11:45 Uhr:  Ankommen und Begrüßung durch StD'in Melanie Stumpf, Fachreferentin Geschichte am Regierungspräsidium Stuttgart und Richard Padberg, Pädagogischer Referent am Stadtmedienzentrum Stuttgart


11:45 bis 13:00 Uhr: Vortrag von Dr. Martin Stallmann, Universität Heidelberg, Historisches Seminar

Mythos 1968
Das Jahr 1968 ging als ein Jahr des Protests und des Aufbruchs in die Geschichte des 20. Jahrhunderts ein. Es markiert eine Chiffre, die für Veränderung und Erneuerung steht. Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern weltweit geriet die Jugend während der sechziger Jahre in Bewegung: Sie artikulierte Protest gegen die Politeliten, erprobte neue Lebensstile und entwickelte avantgardistische Musikstile. „1968“ stellt aber auch den Ausgangspunkt antiliberaler und antidemokratischer Ideen dar, die bei einem Teil der Jugend ab den späten sechziger Jahren zu einer zunehmenden Ablehnung des Rechtsstaats und steigender Gewaltbereitschaft führten. Der Historiker Martin Stallmann nimmt in seinem Vortrag die vielschichtigen Protestjahre in den Blick. Das Jubiläumsjahr 2018 dient ihm darüber hinaus als Ausgangspunkt, um den „Mythos 1968“ mit all seinen Überhöhungen und Verformungen in den zurückliegenden Jahrzehnten zu thematisieren. Martin Stallmann forscht und publiziert zur Medien- und Protestgeschichte des 20. Jahrhunderts. In seiner Dissertation untersucht er die Berichterstattung über „1968“ im bundesdeutschen Fernsehen von 1977 bis 1998.

13:00 bis 13:45 Uhr: Pause. Die folgenden Workshops werden jeweils einmal wiederholt.

13:45 bis 15:15 und 15:30 bis 17:00 Uhr: Workshop mit Dr. Martin Stallmann, Universität Heidelberg

Was war 1968?

Dieser Frage geht der Workshop von Martin Stallmann in einer doppelten Perspektive nach. Einerseits erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand von Medienquellen zeitgenössische Protestwahrnehmungen. Anderseits thematisiert der Workshop mithilfe von retrospektiven Schriften ehemaliger Akteure und Kritiker die „zweite Geschichte“ des Protests mit seinen Erinnerungskämpfen. Der Blick in den Rückspiegel der Geschichte verdeutlicht, wie unterschiedlich man in den zurückliegenden 50 Jahren in der Bundesrepublik über „1968“ sprach. Was vom Protest der 1968er Jahre übrig blieb, soll eine gemeinsame Diskussion klären.

13:45 bis 15:15 und 15:30 bis 17:00 Uhr: Workshop mit Hanns-Georg Helwerth, Stadtmedienzentrum Stuttgart

1968 in Spiel- und Dokumentarfilmen
Es gibt eine große Zahl von Filmen, die sich mit Ursachen, Hintergründen und Folgen der „68er“ befassen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der RAF. Viele bekannte Filme und Filmemacher haben sich mit der Thematik befasst, z.B. Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ 1975, der Kompilationsfilm „Deutschland im Herbst“ 1977/78, von Trottas „Die bleierne Zeit“ 1981, Veiels „Blackbox BRD“ 2001, Edels „Der Baader Meinhof Komplex“ 2008, Veiels „Wer wenn nicht wir“ 2011. Wir geben einen Überblick über die zahlreichen Produktionen, benennen Vorzüge und Schwächen dieser Filme anhand von Ausschnitten und diskutieren Einsatzmöglichkeiten im Geschichtsunterricht.
 
13:45 bis 15:15 und 15:30 bis 17:00 Uhr: Workshop mit StD Bernhard Geiger, Fachberater Geschichte,
Regierungspräsidium Stuttgart, Abteilung 7

„50 Jahre 1968“ als Seminarkurs
Historische Jubiläen sind Begegnungen unserer Schülerinnen und Schüler mit Geschichte. Der Regelunterricht sprengt oft den Rahmen, um sich intensiv mit einem historisch aktuellen Thema zu befassen. Der Seminarkurs bietet hier für das Fach Geschichte den nötigen Raum und die nötige Zeit. Der Workshop zeigt am Beispiel des Jubiläums „50 Jahre 1968“ zum einen die Chancen, Herausforderungen und Möglichkeiten, einen historischen Gegenstand zum Thema eines Seminarkurses zu machen, zum anderen soll in diesem Rahmen der Umgang mit Zeitzeugen im unterrichtlichen und schulischen Kontext erarbeitet und diskutiert werden. Im Projekt-Seminarkurs entstanden bspw. Ausstellungsexponate.
 
13:45 bis 15:15 und 15:30 bis 17:00 Uhr: Workshop mit Dr. Annabelle Petschow, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn

                                                          
Das Zeitzeugenportal

Seit den 1980er Jahren spielen Zeitzeugeninterviews in der Vermittlung von Zeitgeschichte in der Schule, in Museen und Gedenkstätten, aber auch im Fernsehen eine zunehmend wichtige Rolle. Sie geben Auskunft darüber, wie unterschiedlich und individuell Geschichte erfahren und verarbeitet wird. Das Zeitzeugenportal erfasst, sichert und erschließt Zeitzeugeninterviews und macht so erlebte Geschichte zugänglich.