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Schule mit Schutzkonzept gewinnt Primus-Preis des Monats

Ein schulisches Präventionsprojekt zu sexualisierter Gewalt erhält im September die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Das Konzept aus Mittelfranken richtet sich gleichermaßen an Lehrkräfte, Eltern und Kinder.

Die polizeiliche Kriminalstatistik hat im vergangenen Jahr 13.539 Fälle sexueller Gewalt gegen Minderjährige registriert. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Die nun mit dem Primus des Monats ausgezeichnete Fachberatungsstelle Rauhreif e.V. aus Ansbach verfolgt bei ihrem Projekt „Schule mit Schutzkonzept“ mehrere Ziele: Kinder sollen sich zu helfen wissen, wenn sie in kritische Situationen geraten. Eltern erhalten Tipps insbesondere zum Umgang mit dem Thema sexualisierter Gewalt in der Familie. Lehrern vermittelt der Verein Basiswissen und Handlungskompetenz.
 
Das Gesamtpaket bündelt vier Bausteine: Am Anfang steht eine Lehrerfortbildung an zwei Nachmittagen. Sie behandelt rechtliche Fragen ebenso wie das richtige Verhalten im Fall eines Verdachts, Tipps für die Gesprächsführung und Möglichkeiten, Prävention in den täglichen Unterricht einzubeziehen. Das zweite Element des Projekts ist ein Elternabend. Mütter und Väter erfahren dort, wie sie ihre Kinder im Alltag stärken können, damit sie weniger gefährdet sind, Opfer zu werden.
 
Ein auf zwei Vormittage angelegter Präventionskurs für Schüler schließt sich als dritter Baustein an. Dabei geht es – kindgerecht aufbereitet – um Fragen wie: Was tue ich in Situationen, die bedrohlich wirken? Und: Wo finde ich Hilfe? Am Schluss des Projekts steht die Entwicklung eines individuellen Schutzkonzepts für die Schule. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich der Schulweg sicherer gestalten lässt. Bundesweit haben laut Zahlen des Deutschen Jugendinstituts erst 13 Prozent aller Schulen ein Schutzkonzept aufgestellt.
 
„Wir möchten das Thema sexualisierte Gewalt ganz bewusst aus der Angst- und Tabuzone herausholen“, erklärt Barbara Kerzel-Horn vom Rauhreif e.V. Das vor zwölf Monaten gestartete Projekt hat bereits mehr als 1.000 Kinder erreicht.
 
„Der sehr durchdachte und umfassende Ansatz des Präventionsprogramms hat die Jury überzeugt“, sagt Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Aufgeklärte und selbstbewusste Kinder hätten eher die Chance, sich Übergriffen durch Erwachsene zu entziehen. Das Projekt hole aber auch die Erwachsenen mit ins Boot, denn sie trügen die Verantwortung für den Schutz der Kinder.
 
Mehr Info zum Projekt im Internet:
http://www.rauhreif-ansbach.de/de/angebote/praevention

Kontakt:

Barbara Kerzel-Horn
Rauhreif e.V.
Hilfe bei sexualisierter Gewalt
T: 0981 98848
rauhreif@ansbach.org