Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.


Bücher des Monats März 2010

In diesem Monat empfehlen wir folgende Bücher:

Stephanie Busch, Ulrich Noller: Das Haus-Buch. Hier wohnt das Wissen der Welt. (ab 10 Jahre)

Annette Antoine, Annette von Boetticher: Leibniz für Kinder (ab 10 Jahre)

Christian Deick: Deutsche Geschichte – Von den Anfängen bis zur Gegenwart (ab 12 Jahre)

Stephanie Busch, Ulrich Noller: Das Haus-Buch. Hier wohnt das Wissen der Welt.

Berlin Verlag (Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher) 2007
ISBN 978-3-8270-5236-0
313 Seiten (gebunden)

Altersempfehlung: ab 10 Jahre - und für die ganze Familie

Mit farbigen Illustrationen von Monika Horstmann

In diesem originellen, unterhaltsamen Wissensbuch geht es nicht um reine Faktenvermittlung, sondern das Haus als Themenbereich bietet den Ausgangspunkt für eine Fülle von originellen Informationen, praktischen Tipps und Kuriositäten. Das Wissen hat sich "häuslich" in dieser Villa eingerichtet, wobei sich die Wissensbereiche entsprechend den Räumlichkeiten des Hauses gliedern.

Die Leserinnen und Leser betreten das Haus über die Eingangshalle und gelangen sodann in die Küche, die Speisekammer, das Wohnzimmer und die Toilette. Im ersten Stock findet man dann das Zimmer der Frau, das Zimmer des Mannes, das Gästezimmer und die Bibliothek während der zweite Stock das Schlafzimmer, Badezimmer, Kinderzimmer und Musikzimmer bereithält. Unterm Dach wollen Dachboden, Atelier und der verbotene Raum entdeckt werden, im Keller schließlich die Waschküche, das Labor und der Gymnastikraum. Tritt man abschließend ins Freie, laden der Garten, der Schuppen, das Baumhaus und die Garage zu weiteren Erkundungen ein.

Gleich in der Eingangshalle können sich Leserinnen und Leser über Begrüßungsrituale aus aller Welt informieren, über den Geist der Türschwelle, das (Telefon-)Alphabet und Rekordtreppen, um nur Einiges zu nennen. Die Küche bietet dann zum Beispiel Rezepte, elf Gerichte mit seltsamen Namen, praktische Tipps aus der Mottenkiste und die Hitparade der Eisesser in Europa. Im Wohnzimmer wird über die Geschichte des Parketts und die Anfänge des elektrischen Lichtes berichtet, und auch die Besonderheiten des berühmtesten Sofas der Welt dürfen hier nicht fehlen. Das Zimmer der Frau wartet auf mit Schönheitsidealen von der Antike bis heute, Erfindungen von Frauen und Weltenbummlerinnen, während im Zimmer des Mannes unter anderem sagenhafte Helden, vier Spione und ihre Geschichten sowie Pfundskerle zu Wort kommen. Ein Originalrezept für Staatsgäste des Bundespräsidenten kann im Gästezimmer gelesen und nachgekocht werden, und die Bibliothek überrascht mit einer Anleitung zur Herstellung von Papier. Wissenswertes übers Träumen und über den Mond kann im Schlafzimmer nachgelesen werden, der Spiegeltest und berühmte Bärte warten dann im Badezimmer, bevor das Kinderzimmer zum Spielen einlädt und das älteste Instrument der Welt im Musikzimmer entdeckt werden will. Im verbotenen Raum tummeln sich Gespenster, doch auch von schützenden Engeln wird erzählt.

Eine bunte Fülle an Themen und Wissensbereichen können in jedem Zimmer entdeckt werden, wobei sich grundlegendes Wissen an Kuriositäten, Unterhaltsames und praktische Tipps aus dem Alltag reiht. Die Texte sind durch viele Illustrationen aufgelockert und können unabhängig voneinander gelesen werden. Ein unterhaltsames Buch für die ganze Familie!

(wm, Arbeitskreis Leseerziehung)


Annette Antoine, Annette von Boetticher: Leibniz für Kinder

Olms (Kollektion OLMS junior) 2008
ISBN 978-3-487-08820-4
152 Seiten (gebunden)

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

Mit farbigen Illustrationen von Beate Becker.

In ihrem Buch stellen die Autorinnen das Leben und Werk dieses berühmten Universalgenies aus der Zeit des Barock auf lebendige, kindgerechte Weise vor. Zunächst lassen sie Leibniz selbst zu Wort kommen, der sich und seine vielen Aufgaben als Bibliothekar, Jurist, Hofrat, Philosoph, Historiker, Mathematiker und Erfinder vorstellt. Auch sein Aussehen und seine familiäre Herkunft schildert Leibniz in diesem Zusammenhang. "Schon mit vier Jahren konnte ich selber lesen und habe mir auch vieles selber beigebracht. Ich wollte wissen, was in früheren Zeiten alles geschehen ist, wie unsere Welt zustande gekommen ist, was sich Gott wohl dabei gedacht hat, genau diese und keine andere Welt zu erschaffen. […] Mein größter Wunsch ist, dass die Menschen vernünftig werden, sich vertragen und einander verstehen." (S.8)

Die Monaden Mona und Deni stellen sich anschließend vor, um die Leserinnen und Leser durch die folgenden Kapitel zu begleiten: "Wir sind gewissermaßen kleine Kraftzentren, die alles, was in der Wirklichkeit passiert, in Gang setzen und darauf Einfluss nehmen. […] Nun sagt Herr Leibniz, dass im Universum nichts zufällig und ohne Verbindung miteinander geschieht, sondern nach einem Plan Gottes. Und wir sind es, die dafür sorgen, dass alles miteinander verbunden ist, weil wir mit allen anderen Monaden der ganzen Welt in Verbindung stehen und uns in ihnen spiegeln." (S.12/13)

Leibniz’ Leben, seine Ideen, Erfindungen und Weltanschauungen werden in den weiteren Kapiteln vorgestellt, die sich wie folgt gliedern:

Gottfried Wilhelm Leibniz: Wer war das?
Leben im Barock
Leibniz’ Gedanken über Gott und die Welt
Friede für die Religionen
Leibniz, Forscher und Erfinder
Leibniz heute
Mona und Deni verabschieden sich

Als Universalgelehrter, der bereits mit 15 Jahren an der Universität Leipzig seine Studien aufnimmt, beschäftigt sich Leibniz mit vielen Themen, eigentlich sogar mit fast allen Themen seiner Zeit, wie in dem Buch deutlich wird. Nach seiner Überzeugung hängt zudem alles miteinander zusammen; alle Einzelheiten und Ereignisse auf der Welt sind in ein großes Ganzes eingefügt. Und schließlich heißt „universal“ für Leibniz auch, dass das Wissen allen Menschen zugute kommen soll: "Man ist mit seinem Talent Gott und dem Allgemeinwohl verpflichtet." (S.23)

In vielen Zitaten kommt Leibniz selber zu Wort. Es zeigt sich, dass er zwar ein Alleskönner war, ihm aber dennoch nicht alles gelang. Doch Leibniz ließ sich nicht entmutigen und viele seiner Erkenntnisse und Ideen haben Auswirkungen noch auf die heutige Zeit. Seine große Neugier veranlasst ihn, sich für fast alles zu interessieren und viel mehr zu beginnen, als er je schaffen kann. "Ich habe aber zugleich so viel Neues in der Mathematik, so viele Gedanken in der Philosophie und die Kenntnis vieler anderer literarischer Neuigkeiten, welche ich nicht umkommen lassen möchte, dass ich oft nicht weiß, was ich zuerst tun soll." (S.27)

Leibniz erstaunliche Erfindungen, die einen praktischen Nutzen für alle haben sollten, sind besonders faszinierend, sei es die erste Rechenmaschine, ein Schuh mit Sprungfedern oder eine automatische Angel, eine Luftmatratze aus Leder, Wasserfontänen im Barockgarten oder ein wie eine Säge gefeilter Nagel als Vorläufer des heutigen Dübels.

Auch auf die Fragen, warum ein Keks "Leibniz-Keks" heißt, wer den Computer erfunden hat und warum unsere Welt die beste aller möglichen ist, werden Antworten auf kindgerechte Weise gegeben.

Der Text wird durch viele mehrfarbige Illustrationen aufgelockert. Kompakte, farblich markierte Informationskästchen, Querverweise und ein Begriffsglossar erleichtern zudem das Verständnis und kommentieren den Text. Das beeindruckende, empfehlenswerte Buch – nicht nur – für Kinder, wird abgerundet durch ein Leibniz-Quiz und einen Stammbaum der Familie Leibniz.

Im November 2008 fand eine Buchvorstellung und Lesung "Leibniz für Kinder" unter Beteiligung einer 5. Klasse des Leibniz-Gymnasiums im Lesesaal der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover statt. Dabei führten Schülerinnen und Schüler Passagen des Buchs szenisch in historischen Kostümen auf und antworteten auf Fragen zu Leibniz.

(wm, Arbeitskreis Leseerziehung)


Christian Deick: Deutsche Geschichte – Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Ravensburger Buchverlag 2010
ISBN 978-3-473-55227-6
224 Seiten

Altersempfehlung: ab 12 Jahre

Das Wissen um die Geschichte ist das Kapital unserer Zukunft. Diese Weisheit kannten schon die alten Römer. Mit Christian Deick erleben wir einen Streifzug durch 2000 Jahre deutsche Geschichte vom Altertum bis zur Gegenwart. Sein Werk ist aber auch eine wahre Fundgrube für den Geschichts- und Politikunterricht.

Das Buch gliedert sich dabei in fünf große Bereiche:
- Altertum
- Mittelalter
- die neue Zeit
- die Zeit der Bürger
- die Zeit des Volkes.

Das kürzeste Kapitel befasst sich dabei mit dem Altertum und dem Kampf der Germanen gegen das Römische Reich. Es endet mit den Merowingern und deren Rolle innerhalb der Geschichte.

Es schließt sich ein ausführliches Kapitel über das Mittelalter an. Hier geht es um die Zeit der Klöster und viele bekannte Persönlichkeiten aus dieser Epoche. So finden sich Doppelseiten über Karl den Großen, Hildegard von Bingen, Friedrich I. Barbarossa oder Friedrich II. Die typischen Themen des Mittelalters wie Ritter, die Stadt im Mittelalter, die Pest oder Hexen und Ketzer fehlen ebenso wenig wie der Gang nach Canossa.

Im dritten Kapitel geht es um die Veränderungen durch Martin Luther und die Reformation, um den Bauernkrieg und die Veränderungen im wissenschaftlichen Weltbild. Das Kapitel endet mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das vierte Kapitel beginnt mit dem Bürgertum und Napoleon und endet mit dem ersten Weltkrieg. Dazwischen erfährt man einiges über den neuen deutschen Staat, Otto Fürst von Bismarck, die Kolonialisierung, Karl Marx und die Aufbruchsstimmung in den ersten Weltkrieg.

Im letzten Kapitel wird die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen bis zur aktuellen Klimaerwärmung behandelt. Dabei nehmen die Zeit der Machtübernahme durch Adolf Hitler und der zweite Weltkrieg großen Raum ein. Danach wird die Entstehungsgeschichte der beiden deutschen Staaten bis zum Mauerfall behandelt. Das Buch endet mit der ersten Frau als Bundeskanzlerin - Angela Merkel - und den aktuellen Problemen unserer Zeit, wie der Klimaerwärmung.

Auf anschaulichen Doppelseiten wird dabei jeweils ein Kapitel der Vergangenheit aufgearbeitet. Mit vielen Fotos, Abbildungen und Karten können die Leserinnen und Leser in die Geschichte eintauchen. Ob das Buch dabei chronologisch durchgearbeitet wird, oder nach Lust und Interesse durchgestöbert wird spielt dabei keine Rolle. Die klare und einfache Sprache, die kurzen Sätze und die übersichtliche Gliederung macht „Deutsche Geschichte – Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ zu einer sehr guten Quelle für Referate, Vorträge und Schülerarbeiten.

(ab, Arbeitskreis Leseerziehung)