Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.

Unsere Buchempfehlungen im Juni 2018

Brendan Wenzel: Alle sehen eine Katze ( ab 4 - 6 Jahren)
Verlag: NordSüd

Fiona Robinson: Ada Lovelace und der erste Computer (ab 6 - 8 Jahren)
Verlag: Knesebeck

Shana Corey: John F. Kennedy: Zeit zu handeln (ab 8 Jahren)
Verlag: NordSüd


Brendan Wenzel: Alle sehen eine Katze

Originaltitel: They all saw a cat

Verlag: NordSüd, Januar 2018
lllustratorin: Brendan Wenzel
Übersetzer: Thomas Bodmer
ISBN -13: 978-3314104053
Gebunden : 44 Seiten
Roman, Bilderbuch
Altersempfehlung: ab 4 - 6 Jahren


Zum Autor und Illustrator:
Der in New York lebende Illustrator Brendan Wenzel hat bereits für mehrere Bilderbücher anderer Autoren Tiere dargestellt. „Alle sehen eine Katze“ ist sein erstes, für das er auch den Text geschrieben hat. Er ist Autor und Illustrator mit einem großen Hang zu allem, was Federn oder einen Pelz hat, wie er selbst über sich sagt.

Zum Buch:
Brendan Wenzel hat die einfache Idee, in einem Bilderbuch eine Katze darzustellen – so wie sie andere wahrnehmen. Dies illustriert er auf höchst künstlerischem Niveau in den unterschiedlichsten Darstellungsstilen und -techniken. Hinzu kommt ein philosophisches Gedankenspiel: Alle – ein Kind und elf Tiere - sehen diese eine Katze, aber – jetzt dreht sich die Perspektive - jeder aus seinem Blickwinkel, mit seiner besonderen Wahrnehmung. Jeder sieht eine andere Katze! 

Jeden Monat vergeben die ZEIT und Radio Bremen den LUCHS-Preis für Kinder- und Jugendliteratur.    
Der Luchs-Preis im Februar ging an Brendan Wenzel.

Buch - Trailer
Didaktische Hinweise finden sie hier.


C.R. Ideenpool Lesen

Fiona Robinson: Ada Lovelace und der erste Computer

Originaltitel: Ada´s Ideas. The Story of Ada Lovelace, the World´s First Computer Programmer

Verlag : Knesebeck 2017
Illustratorin: Shawn Dahl
Übersetzerin: Carolin Müller
ISBN-13: 978-3957280442
ISBN - 10: 3957280443
Gebunden: 40 Seiten
Sachbuch
Altersempfehlung: ab 6 - 8 Jahren

Über Ada Lovelace, geboren 1815, gibt es bereits einige Bücher. Sie gilt als erste Programmiererin der Welt, allen Informatikerinnen und Informatikern ist „Ada“ bekannt, die erste standardisierte Programmiersprache, die nach Ada Lovelace benannt wurde.
Fiona Robinson hat in ihrem Buch „Ada Lovelace und der erste Computer“ eine interessant illustrierte und charmant erzählte Biographie geschaffen, die ihre Arbeit als Programmiererin darstellt.
Ada stammte aus der englischen Oberschicht, ihr richtiger Name lautet Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace. Ihr Vater war der Schriftsteller Lord Byron, ihre Mutter eine Mathematikerin. Einen Monat nach ihrer Geburt verließ ihre Mutter ihren Mann und zog mit Ada zu ihren Eltern, ihren Vater sah Ada nie wieder. Er starb, als sie acht Jahre alt war. Die Mutter förderte Ada sehr. Als sie 17 Jahre alt war, traf sie Charles Babbage, einen Ingenieur und Erfinder, der zu einem ihrer engsten Freunde wird. Er arbeitete an der Differenzmaschine, einer Rechenmaschine, welche Ada sehr begeisterte. Sie schrieb ihre Ideen auf und tauschte sich mit Babbage über seine neue Erfindung, die analytische Maschine aus. Es war, wie heute bekannt ist, der erste Computerentwurf der Welt. Ada schuf für die Maschine den Algorithmus und sah voraus, wozu heutige Computer in der Lage sein würden. Durch ihren frühen Tod mit 36 Jahren konnte sie keine weiteren Ideen umsetzen und nicht weiter tüfteln.
Auch für Erwachsene ist der Band sehr lesenswert. Neben Adas Biographie erfährt man Hintergründe zur industriellen Revolution und der Mathematik.
Die Illustrationen sind aus kleinteilig und sehr detailliert  mit Aquarellfarben gemalten und ausgeschnittenen Formen kollagiert. „Neu zusammengestellt und in unterschiedlichen Tiefen aufgeklebt“ entstehen räumlich wirkende Panoramen. „Anschließend wurden die Bilder abfotografiert“ (Anmerkung der Künstlerin).

Die gebürtige Nordengländerin Fiona Robinson schreibt und illustriert Kinderbücher. Sie wurde für ihre Arbeit von der Londoner Royal Academy of Arts ausgezeichnet und erhielt 2012 für What Animals Really Like den "Irma Black Award".


M.S. Ideenpool Lesen

Shana Corey: John F. Kennedy: Zeit zu handeln

Originaltitel: A Time to Act

Illustratorin: R. Gregory Christie
Übersetzerin: Elisa Martins
Verlag: NordSüd,  2017
ISBN-10: 3314103859
ISBN-13: 978-3314103858
Gebunden: 53 Seiten
Graphic Novel
Altersempfehlung: ab 8  Jahren

Dieses historische Bildsachbuch beleuchtet das Leben des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Kennedy wächst als zweites von neun Kindern in einer privilegierten weißen Familie in den USA auf, wird schon früh Kongressabgeordneter und 1960 mit 42 Jahren der jüngste Präsident der USA. In diesem Buch werden die besonderen Leistungen Kennedys wie der Einsatz für die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen, die erste Mondlandung und seinen Einsatz für das Friedenscorps gewürdigt. Kennedy werden Mut und Zivilcourage während seiner Amtszeit zugeschrieben. Hier sind besonders die realistischen Illustrationen hervorzuheben, die Kennedy unverwechselbar mit wichtigen Zeitzeugen wie beispielsweise Martin Luther King zeigen. Kennedy kämpft dafür, dass Schwarze im öffentlichen Leben nicht weiter diskriminiert werden und initiiert die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen. Dieser Aspekt wird in diesem Buch stark betont.
 
In einem für Kinder und Jugendliche angemessene Verhältnis sind Illustrationen und Text zueinander in Beziehung gesetzt. Die Perspektive Martin Luther Kings beispielsweise während seiner „I have a dream“ – Rede mit Blick auf Washington vom Lincoln Memorial aus wird eindrücklich auf einer Doppelseite gezeigt, auch um die räumlichen Dimensionen einzufangen.

Das ist ein Sachbilderbuch, das mehrmals zur Hand genommen werden kann, auch um die mehrdeutige Bildsprache der Illustrationen zu studieren. Die eindrücklichen Zeichnungen lassen selbst Leserinnen und Leser, die nicht so gerne lesen oder weniger an Geschichte interessiert sind, lange an diesem Buch verweilen.
Die Graphic Novel schließt mit einer starken Aufforderung an Leserinnen und Leser, ebenso wie Kennedy, die Stimme zu „erheben, für etwas einzustehen, die Welt voranzubringen, Geschichte zu schreiben.“ (S.47)
Hier frage ich mich, ob dieser Anspruch jugendlichen Leserinnen und Lesern nicht eine zu schwere Last aufbürdet?
An Geschichte interessierte Leserinnen und Leser sollten diese anspruchsvolle Graphic Novel nicht verpassen. 


MSS Ideenpool Lesen