Viele verdienen ihr täglich Brot in der Automobilindustrie und in den Kfz-Service-Betrieben - auf der anderen Seite kommen viele Menschen bei Verkehrsunfällen zu Schaden.

"Blink mal wieder": Eine Lanze für den "Gentleman Driver"

…und für die wirkliche Dame am Steuer / AvD-Initiative „Rücksicht kommt gut an“

Eine Verkehrsstudie von Saab-Scania hat ermittelt, dass mittlerweile 31 Prozent der deutschen Autofahrer vor einem Richtungs- oder Spurwechsel entweder gar nicht mehr oder nur nachlässig den Blinker setzen. Selbst die Südeuropäer, denen man eine eher großzügige Regelauslegung nachsagt, schnitten da mit „nur“ 19 der Italiener beziehungsweise 17 Prozent der Spanier besser ab. „Die Kommunikation unter den Autofahrern ist fast verschwunden, außer der Geste mit dem Mittelfinger und dem Hupen“, stellt Alfred Fuhr fest, Leiter des AvD-Instituts für Verkehrssoziologie in Frankfurt, in einem Interview mit dem Motorjournalisten Erich Kupfer zu Normen und Verhaltenskulturen im Straßenverkehr fest.
Fuhr, spätestens seit seinem Auftritt 2003 zum Thema „Risikofeststellungen im Straßenverkehr“ vor dem Motorjournalisten Rhein-Main kein Unbekannter mehr, fordert den "Gentleman Driver", „der sein Zeitmanagement beherrscht, nicht auf die letzte Minute losfährt, und die gelassene Frau im Auto, die gerne selber fährt, den trainierten Kleintransporterfahrer, selbstbewusste Lkw- und Busfahrer und insgesamt mehr Kommunikation der Verkehrsteilnehmer untereinander.“ Doch zunächst sind nach der Auffassung des Leiters des ersten und einzigen Instituts für Verkehrssoziologie in Deutschland mehr empirisch abgesicherte Informationen über das Verkehrsverhalten auf deutschen Straßen und Autobahnen erforderlich.
Für eine solche empirische Überprüfung aller subjektiven Fahreindrücke auf unseren Straßen, die in den Medien diskutiert werden können, hat der Automobilclub von Deutschland mit dem AvD-Institut für Verkehrssoziologie und einer Reihe von Kooperationspartnern bereits flankierende und vorbereitende Vorarbeiten geleistet. AutoBild und Skoda unterstützen die Aktion "blink mal wieder", und British American Tobacco fördert "Rücksicht kommt gut an". Gemeinsam mit dem RDA, dem Internationalen Bustouristik Verband, wurde die Buspilot-Initiative gestartet.
Im VdM-Interview hatte Fuhr bereits einen ersten Hinweis auf den zu schaffenden Index gegeben: „Daran arbeiten wir mit Hochdruck: Es ist im Moment noch zu früh für Details, aber der AvD wird einen Rücksichts-Index entwickeln, mit dem man das Klima auf unseren Straßen wissenschaftlich messen kann. Interessant ist dabei natürlich nicht nur eine Momentaufnahme. Wichtiger ist, dass wir dann anhand der gewonnenen Daten Jahr für Jahr feststellen können, welche Veränderungen sich ergeben haben. Das wird auch eine gute Basis für Maßnahmen zur weiteren Verbesserungen der Verkehrssicherheit sein.“
Erich Kupfer, Verband der Motorjournalisten