Nutria (Myocastor coypus)
Name
Den Nutria nennt man auch Sumpfbiber oder Biberratte.
Vorkommen
Der Nutria kommt in der Oberrheinischen Tiefebene und am Westhang des Schwarzwalds und im Kraichgau vor. Nutrias können nur milde Winter mit nicht zufrierenden Gewässern überstehen. Um 1920 wurde der Nutria als Nutztier zur Pelzgewinnung aus Südamerika nach Deutschland eingeführt. Die aus Zuchtanlagen entwichenen Tiere begründeten die heutigen in freier Wildbahn zu beobachtenden Vorkommen.
Merkmale
Der Nutria wird bis zu 65 cm lang (Kopf-Rumpf-Länge). Er hat eine kurze, stumpfe Schnauze mit auffällig langen Schnurrhaaren und kleine Ohren. Der bis zu 25 cm lange Schwanz ist im Querschnitt rund, beschuppt und zeigt eine dunkle Färbung. Zwischen der 1.- 4. Zehe der Hinterfüße finden sich Schwimmhäute, an der Außenseite der Hinterfüße tragen sie Schwimmborsten. Die Vorderextremitäten sind extrem kurz, der Daumen nur rudimentär ausgebildet. Am Mundwinkel befindet sich eine Drüse zum Einfetten des Fells. Das Fell zeigt aufgrund von Züchtung alle Farbabstufungen (z.B. braun, weiß, gold, silbergrau, schwarz,…). Es ist sehr dicht und weist bis zu 17500 Haare pro cm2 auf. Bei Weibchen liegen Anus und Genitalöffnung direkt hintereinander, bei Männchen sind sie durch ein Haarbüschel getrennt und die Hoden sind sichtbar.
| Zahnformel | 1013 ____ 1013 |
Lebensweise
Der Nutria bevorzugt weitläufige Sumpfgebiete mit Rohr- und Binsengürteln sowie klarem Wasser. Seine Nahrung besteht aus Wasserpflanzen, Süßgräsern, Kräutern und Kulturpflanzen, gelegentlich aus Muscheln und Schnecken, im Winter auch aus Wurzeln und Rinde. Nahrungsengpässe im Winter können zum Zusammenbruch der Population führen, da keine Vorräte angelegt werden.
Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Höhlen werden mit einem kurzen Zugang über Wasser in die Uferböschung gegraben. Sind keine geeigneten Uferränder vorhanden, werden auch Nester aus Schilf und Binsen gebaut.
Bis zu 15 Tiere leben in einem Einzelbau. Sie werden schon nach einem halben Jahr geschlechtsreif und können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. In unseren Breiten sind max. 18 Junge in max. Würfen zu beobachten. Die Jungen sind behaart, können die Augen öffnen und auch schon schwimmen. Nach wenigen Tagen nehmen sie schon feste Nahrung an.
Der Nutria wird in der Natur etwa 4 Jahre alt.
Nutzung
Das Fell der Tiere war früher sehr gesucht. Nach dem Entfernen der langen Grannenhaare durch den Gerber erhalten die Felle ihre gelbgraue bis gelbbraune Farbe.
Das Fleisch ist essbar und gilt als schmackhaft. Der Nutria darf das ganze Jahr über bejagt werden.
Schutz
Der Nutria unterliegt dem deutschen Jagdrecht, d.h. nur mit Jagdschein darf er erlegt werden.