Bisam (Ondatra zibethicus)
![]() Fraßspuren |
![]() Nagezähne |
Name
Der Bisam ist die weltweit größte Art aus der Familie der Wühler (Cricetidae).
Den Namen verdankt er einem stark nach Moschus duftenden Sekret, das die Geschlechtsanhangdrüsen der Männchen absondern. Der Begriff Bisam bezeichnet ursprünglich das Fell des Tieres.
Vorkommen
Das ursprünglich aus Nordamerika stammende Tier ist heute in vielen Flüssen, Bächen, Teichen und Seen heimisch. Dabei werden auch Standorte mit wenig Wasserfläche besiedelt. Der Bisam gilt als erfolgreichste Pionierart des letzten Jahrhunderts.
Merkmale
Der Bisam bis zu 35 cm lang und bis 1,8 kg schwer. Ihr Schwanz wird bis 25 cm lang, ist fast nackt und seitlich abgeplattet. Die Gestalt ist rattenartig mit kurzem, dickem Kopf. Die Ohren ragen nur wenig aus dem Fell heraus (weiter als beim Biber) und können verschlossen werden.
Die Füße an den Hinterextremitäten besitzen keine Schwimmhäute. Stattdessen verbreitern steife Haare an den Rändern der Zehen die Zehen paddelartig. Die Vorderbeine sind zum Graben geeignet, da starke Krallen vorhanden sind, der Daumen ist allerdings zurück gebildet. Der Bisam wird in der Natur bis zu 3 Jahre alt.
| Zahnformel | 1003 ____ 1003 |
![]() Eingang zum Bau einer Bisamratte (Ondatra zibethicus) |
![]() Vorderfuß einer Bisamratte (Ondatra zibethicus) |
Lebensweise
Bisame graben Höhlen in die Erde, deren Eingänge unter Wasser liegen. Vom Eingang führt eine Röhre schräg aufwärts und endet in einem Kessel. Sind keine geeigneten Ufer vorhanden, werden Burgen gebaut d.h. bis 2 Meter hohe Behausungen aus Röhricht, Binsen und Schilf, deren Gang zum Kessel unter Wasser liegt wie bei den Erdbauten. Verrottendes Kompostmaterial wärmt den Bau im Winter.
Wanderzeiten im Frühjahr und Herbst sorgen für eine schnelle Ausbreitung.
Ihre Nahrung besteht aus Blättern und saftigen Pflanzenteilen des Uferbestandes (z.B. Schilf, Rohrkolben, Binsen, See- und Teichrosenarten sowie Baumrinde). Im Winter frisst er auch Muscheln (z.B. Teichmuscheln) und kleine Krebse.
Schon im Geburtsjahr werden die Tiere geschlechtsreif. Das Männchen setzt während der Fortpflanzungszeit von März bis September Kot an den Reviergrenzen ab. Während dieser Zeit vergrößern sich auch die paarigen Präputialdrüsen stark, in denen das Moschussekret erzeugt wird. 2 bis 4 mal im Jahr werden 5-6 Tiere zur Welt gebracht. Bei Geburt wiegen die Jungen etwa zwanzig Gramm und sind blind und nackt. Ihr dichtes und seidiges Nestlingsfell entwickeln die Jungtiere innerhalb der ersten 14 bis 18 Tage; Ihre Augen öffnen sich zwischen dem 10. und 14. Lebenstag. Das Alterskleid ist nach ca. 4 Monaten vollständig gewachsen. Während der Aufzucht dürfen Männchen die Mutterburg nicht betreten. Während der Winterruhe erwachen die Bisame etwa einmal pro Woche, um Nahrung (Wurzeln) aufzunehmen.
Der Bisam ist vorwiegend dämmerungs- und tagaktiv.
Zwei Drittel aller Bisamratten sind vom Fuchsbandwurm befallen.
Sonstiges
Das Fleisch des Bisam ist essbar. Sein dichtes und wasserabweisendes Fell ist für die Pelzindustrie sehr wertvoll.
Schutz
Der Bisam darf von jedermann gefangen werden.



