Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Biodiversität von Säugetieren: Untersuchung von Gewöllen von Eulen: Methodik und Didaktik
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Waldohreule Asio otus
Waldohreule Asio otus © Benjamin Waldmann

Untersuchung von Gewöllen von Eulen

Die Biodiversität, die Angepasstheit und die systematische Zugehörigkeit von Säugetieren kann man sehr einfach durch die Untersuchung von Gewöllen ("Speiballen") von Eulen in der Schule untersuchen. 

Die unterschiedlichen Anpassungen eines Nagers wie einer bspw. einer Hausmaus aus der Familie der Mäuse (Muridae) und eines Insektenfressers wie bspw. einer Spitzmaus aus der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) kann man in der Klasse 5 oder Klasse 6 erarbeiten lassen:

Interner Link  Bildungsstandards Kl. 6

Die Wechselwirkung zwischen Organismen in Nahrungsketten und Nahrungsnetzen kann man in Kl. 10 behandeln:

Interner Link  Bildungsstandards Kl. 10

Die biologische Vielfalt und systematische Ordnung kann man in Kl. 11 oder 12 (8-jähriges Gymnasium) untersuchen und die vorgestellte Methodik kann als Einstieg in die Lehrplaneinheit 3 Evolution des 4-stündigen Biologiekurses 12/13 dienen:

Interner Link  Bildungsstandards Kl. 12

In Eulengewöllen können auch - selten - Reste von Kleinvögeln und - nicht im Winter - von Amphibien und Insekten enthalten sein. Die Überreste bestehen aus Teilen des Chitinpanzers, Haaren, Federn und Knochen. Dabei eignen sich nur die Gewölle von Eulen, da nur hier jede Menge von Skelettteilen enthalten sind. In Gewöllen von anderen Greifvögeln findet man nur Haare und Federn und Überreste von Insekten. 

Am einfachsten ist die Beschaffung von Gewöllen von Schleiereulen und Steinkäuzen, zwei Kulturfolgern des Menschen. Schleiereulen nehmen künstliche Nistkästen und Steinkäuze künstliche Niströhren an. Beide kommen eher im Freiland vor. Die Biodiversität von Säugetieren im Wald kann man an Hand der Gewölle von Waldkauz und Waldohreule bestimmen. Waldkäuze nehmen Nistkästen, Waldohreulen künstliche Horste an, da sie natürlicherweise in verlassenen Greifvogel- und Krähenhorsten nisten. Im Winter kann man besonders an Waldrändern an sog. Sammelplätzen größere Ansammlungen von Waldohreulen in Nadelbäumen finden, unter denen man jede Menge Gewölle findet.  Diese können sich auch in Gärten befinden, die Eulen sind tagsüber nicht sichtbar und verraten sich durch den Kot. Abends fliegen sie in der Dämmerung auf Jagd.

Gewölle der Schleiereule
Gewölle der Schleiereule

Nachts in den Monaten Februar und März kann man die Rufe von Eulen hören und dann tagsüber die Vögel bzw. deren Horste manchmal in den noch unbelaubten Baumkronen ausmachen. Darunter findet man mit etwas Glück Gewölle.

Der Vorteil der Gewölle, die in Nistkästen oder Niströhren wie bspw. von der Schleiereulen ausgeschieden werden, ist, dass sie vor Witterungseinflüssen geschützt sind und so besser erhalten sind als die frei unter Bäumen ausgeschiedenen Gewölle wie bspw. die von der Waldohreule. Gewölle von Schleiereulen und Steinkäuzen kann man beim BUND, beim NABU oder in Vogelschutzzentren erhalten.

Die Gewölle sollte man trocken an Luft aufbewahren. Auf einem Zettel stehen Eulenart, Ort und Datum des Fundes.

Vor der Untersuchung werden die Gewölle im Wärmeschrank eine halbe Stunde in 120°C feuchter Hitze keimfrei gemacht.

Interner Link Arbeitsblatt: Untersuchung von Gewöllen von Eulen

Interner Link Lösungsblatt: Untersuchung von Gewöllen von Eulen

Interner Link Bestimmungshilfe Säugetiere in Eulengewöllen

Interner Link Eulengewölle - Biologische Vielfalt im Hervorgewürgten PDF-Dokument 500 KB

Interner Link Eulen und Mäuse PDF-Dokument 120 KB

Literatur

  • Wuntke, Beatrix, Müller, Ole, Gewölle, Wirbeltiere in Gewöllen der Schleiereule (Tyto alba), DJN Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, 2002, ISBN 3-923376-23-5
  • Brauner, Klaus, Nicht jede ...maus ist eine Maus, Zeitschrift Unterricht Biologie 269/25. Jahrgang/November 2001, ab Seite 26

Internet

In der Linksammlung findet man Internetadressen zu den Interner Link Vögeln.

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