Die Sinnesorgane der Katze
Autorin: Gabrielle Schwendinger, gabi.schwendinger@gmx.de
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
In den ersten beiden Stunden wurden zunächst die Kennzeichen der Säugetiere und dann die Katze als Raubtier besprochen. Das Thema der aktuellen Stunde "Die wichtigsten Sinne der Katze", knüpft inhaltlich an die letzte Stunde an, in der wir uns intensiv mit dem Jagdverhalten der Katze auseinandergesetzt haben. Die Schülerinnen und Schüler wissen bereits, dass die Katze ein Schleichjäger ist und am liebsten Mäuse frisst, welche sie mit ihren scharfen Krallen fängt und mit ihrem Raubtiergebiss tötet und zerlegt. Heute sollen sie herausfinden, dass die Sinnesorgane der Katze besonders gut an die Lebensweise als Nachtjäger angepasste sind.
2. Begründungszusammenhang der Unterrichtsstunde
Fast alle Schülerinnen und Schüler haben
großes Interesse an dem Thema "Katze", da Katzen weit verbreitete Haustiere
sind. Viele bringen mit Begeisterung ihre Vorkenntnissen in den Unterricht ein.
Auf dieser Grundlage können die biologisch manchmal nicht ganz einfachen
Sachverhalte aufgebaut und vertieft werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen
in der Auseinandersetzung mit den Sinnesorganen der Katze vorsichtig an den
Begriff der Anpassung herangeführt werden. Sie sollen erkennen, wie nützlich und
oft sogar überlebensnotwendig die Anpassungen der Sinnesorgane an die
Lebensweise und den Lebensraum sind.
Aus Gründen der didaktischen Reduktion verzichte ich im Bezug auf die Funktion
und Leistungsfähigkeit der Augen darauf zu erwähnen, dass die Katze keine Rottöne
wahrnehmen kann sondern beschränke mich auf die Aspekte der Anpassung, die für
einen Nachtjäger von Vorteil sind. Weiterhin werde ich die Tatsache, dass die
Katze auch Töne im Ultraschallbereich hören kann, nicht näher ausführen, da es
das Niveau einer fünften Klasse überschreiten würde, den Begriff Ultraschall zu
erklären.
Die Begriffe "Spiegelschicht","Leuchtaugen", "Tütenohren" und "Fühl-Antennen"
benutze ich, um den Schülerinnen und Schülern die Funktion der Organe zu
verdeutlichen, im Bewusstsein, dass diese keine wissenschaftliche Gültigkeit
haben. Diese anschaulichen Begriffe steigern die Memorierfähigkeit der Kinder
für die erlernten Sachverhalte.
3. Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler sollen...
fachlich:
- die Bedeutung der Begriffe Katzenauge bzw. Reflektor an Hand ihrer Wirkung beschreiben.
- den Zusammenhang zwischen Reflektoren und echten Katzenaugen herstellen.
- aus ihrer eigenen Erfahrung berichten, dass Katzen Nachtjäger sind, weil sie am liebsten Mäuse fangen, die nachtaktiv sind.
- erfahren, dass es im Katzenauge eine lichtreflektierende Schicht gibt, die notwendigerweise hinter der Netzhaut liegt.
- herausarbeiten, dass durch die Spiegelung des Lichts die Sehzellen in der Netzhaut zweimal gereizt werden und somit die Wahrnehmung verstärkt wird.
- lernen, dass die Katze besonders lichtempfindliche Augen mit stark veränderbaren Pupillen besitzt.
- aus Hörexperimenten erschließen, dass es die Tütenform und die Beweglichkeit der Ohren möglich machen, die Richtung zu bestimmen, aus der Geräusche kommen, selbst wenn diese sehr leise sind.
- aus dem "Fühlerexperiment" erschließen, dass die Katze sich auch bei völliger Dunkelheit durch Tasten orientieren kann.
sozial:
- in bestimmten Situationen strenge Regeln einhalten, z.B. wenn nötig ganz still sein.
- im Partnerexperiment auf den Partner eingehen.
- eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Ideen angemessen vortragen.
4. Unterrichtsverlauf
4.1 Übersicht
Zeitbedarf: 45 Minuten
| Unterrichtsphase/ Unterrichtsschritte | Methodische Grundformen/ Sozialform |
Medien |
| Einstieg: Katzenmasken mit Katzenaugen an Tafel heften und durch Taschenlampe aufblitzen lassen. | Lehrerexperiment | Pappkatze, Taschenlampe |
| Überleitung: Erlebnisberichte der Schüler über leuchtende Katzenaugen. | UG | |
| Erarbeitung und Ergebnissicherung: 1. "Spiegelschicht" u. Pupillenform als besondere Anpassungen des Katzenauges an das Jagen bei Dämmerung herausarbeiten. |
LV, Schülerpräsentation, UG, Tafelanschrieb | Folie Katzenaugen, AB Katzengesicht Tafel, Modell des Menschenauges |
| 2. Ohren: Tütenform als Schalltrichter, Beweglichkeit für Richtungshören erproben, Funktion der Orientierung erkennen. | Schülerexperiment, UG, Tafelanschrieb | Papiertüten, Tafel, Folie Ohren |
| Puffer oder HA : Lokalisation und Funktion der Tasthaare erarbeiten. | Schülerexperiment, UG, Tafelanschrieb |
Spaghetti, Schal, Heftpflaster, Tafel, Folie Tasthaare |
| Schluss: HA: Beobachtungsauftrag, Ergebnisse schriftlich festhalten. | LV | AB Aufgabenstellung |
Materialien:
Pappkatze, Taschenlampe, Folien: Katzenaugen, Katzenohren, Tasthaare,
Arbeitsblätter: Katzengesicht, Hausaufgabe, Modell des Menschenauges,
Papiertüten, Spaghetti, Schal, Heftpflaster
4.2 Methodische Analyse
Einstieg:
Als Impuls zum Spannungsaufbau steht am Anfang der Stunde ein kleines
Experiment: Ich bringe eine schwarz Pappkatze mit gelben "Katzenaugen" im
verdunkeltem Raum an der Tafel an und lasse die "Katzenaugen" durch indirektes
Licht einer Taschenlampe aufleuchten. Die Schülerinnen und Schüler erläutern die
Wirkung der "Katzenaugen", Licht zurück zu strahlen. Die Begriffe Katzenauge,
Reflektor bzw. reflektieren werden an Beispielen erklärt.
Überleitung:
Die Frage, warum diese Reflektoren auch als Katzenaugen bezeichnet werden,
stellt den Bezug zum Thema Katze her. Die Schülerinnen und Schüler berichten
über ihre persönlichen Erfahrungen mit aufleuchtenden Augen von Katzen.
Erarbeitung:
Im gelenkten Unterrichtsgespräch wird verdeutlicht, dass die Katze ein
Nachtjäger sein muss, wenn sie Mäuse fressen will, weil diese nachtaktiv sind
und daher ihren Bau erst bei Einbruch der Dunkelheit verlassen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen nun überlegen, welche Eigenschaften die
Augen der Katze benötigen, damit diese auch im Dunkeln gut sehen kann. Sie
sollen Vermutungen anstellen, ob diese Eigenschaften etwas damit zu tun haben,
dass die Augen nachts aufleuchten, wenn man sie anstrahlt.
Ein Schüler wird aufgefordert am Modell den Weg des Lichts im Menschenauge zu
demonstrieren und den Ort der Sinneszellen zur Reizaufnahme zu nennen. Ich
ergänze im Lehrervortrag, dass sich im Katzenauge hinter der Netzhaut eine Licht
reflektierende Schicht befindet. Im gelenkten Unterrichtsgespräch finden die
Schülerinnen und Schüler heraus, dass durch die Spiegelung des Lichts die
Sehzellen in der Netzhaut doppelt gereizt und somit die Wahrnehmung im Gehirn
verstärkt wird.
Überleitung:
Die Frage, wie man Organe nennt, mit denen ein Tier Umweltreize aufnehmen kann,
führt zum Thema der Stunde: "Die wichtigsten Sinnesorgane der Katze". Diese
Überschrift wird an der Tafel festgehalten.
Ergebnissicherung
Unter der Überschrift werden die erarbeiteten Punkte zur "Spiegelschicht" in
Stichworten an der Tafel festgehalten.
Überleitung:
Die Tatsache, dass das Auge der Katze sehr lichtempfindlich ist, dient als
Aufhänger für die Frage, wie sich die Katze bei Tag vor dem grellen Sonnenlicht
schützen kann.
Erarbeitung:
Die Schülerinnen und Schüler erörtern im gelenkten Unterrichtsgespräch die
Zusammenhänge zwischen Pupillengröße und dem Lichteinfall. Ich zeichne eine
Skizze eines unvollständigen Katzengesichts an die Tafel, das die Schülerinnen
und Schüler als Kopie erhalten. Sie sollen zunächst einmal eine Pupille bei Tag
und eine bei Nacht einzeichnen. Das Ergebnis wird am Overheadprojektor anhand
einer Farbfolie überprüft.
Ergebnissicherung:
Das Ergebnis wird in Stichworten an der Tafel festgehalten: Pupillen der
Katzenaugen sind bei Tageslicht zu einem Schlitz verengt, bei Dunkelheit aber
sehr weit geöffnet.
Erarbeitung:
Ein spielerisches Experiment nach dem Motto: "Was siehst du mit den Ohren"
zeigt, dass wir auch durch Hören viele Informationen über unsere Umwelt
bekommen, die wir uns dann bildhaft vorstellen können. Wir vergleichen die Form
und Lage unserer Ohrmuscheln mit den Katzenohrmuscheln (Abbildung auf Folie) und
diskutieren die Unterschiede.
Dann probieren wir aus, ob sich etwas verändert, wenn wir eine Hörtüte zu Hilfe
nehmen, die die Katzenohrmuschel simulieren soll, und diese in verschiedene
Richtungen bewegen.
Ergebnissicherung:
Wir schreiben auf, dass die Katze durch die Tütenform und Beweglichkeit ihrer
Ohren die Richtung sehr leiser Geräusche wahrnehmen kann.
Überleitung (Puffer):
Ich behaupte, dass die Katze auch bei vollkommener Dunkelheit und Stille nicht
orientierungslos ist, sondern sich immer noch durchaus sicher und ohne irgendwo
anzustoßen fortbewegen kann, weil sie weitere, hoch sensible Sinnesorgane
besitzt, die jedoch leider in der Skizze unseres Katzengesichts fehlen.
Erarbeitung und Ergebnissicherung (Puffer):
Ich erteile den Schülerinnen und Schülern den Arbeitsauftrag, die fehlenden
Sinnesorgane einzuzeichnen und lasse auch die Skizze an der Tafel ergänzen.
Nachdem diese korrigiert und besprochen ist kann das Ergebnis anhand einer Folie
nochmals veranschaulicht werden. Dann erforschen wir in einem Schülerversuch mit
langen Spaghetti, die wir über der Oberlippe festkleben, die Funktion der
Tasthaare und halten das Ergebnis schriftlich fest.
Schluss:
Als Hausaufgabe sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer häuslichen Umgebung
und auf ihrem Schulweg darauf achten, wo sie überall künstliche "Katzenaugen"
entdecken können, und welchem Zweck diese dienen . Sie sollen mindestens 4
Beispiele notieren.
5. Anhang
5.1 Tafelanschrieb
| Die wichtigsten Sinnesorgane der Katze Die Sinnesorgane der Katze müssen besonders gut an die Lebensweise als Nachtjäger angepasst sein. Die "Leucht-Augen"
Die "Tüten-Ohren":
Die "Tast-Antennen":
|
5.2. Arbeitsaufträge und Hausarbeit
Arbeitsaufträge zum Hörversuch:
Hausaufgabe: Schaue dich auf deinem Schulweg und zu Hause genau um und schreibe auf,
Finde mindestens vier Beispiele! |
5.3 Arbeitsmaterialien
Katzengesicht:
Katzenbild:
![]()
Pupillenform, Tütenohren, Tasthaare
5.4. Literatur
Schulbücher:
- Natura 5/6: Biologie für Gymnasien Baden-Württemberg. Klett-Verlag Stuttgart 1998.
- Erlebnis Biologie 1. Schroedel Verlag GmbH, Hannover 1999.
CD-ROM:
- Eyewitness Photo Galerie Katzen, United Soft Media Verlag GmbH, 1997.
