Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Biologische Arten
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Biologische Arten

Die Honigbiene ist nur eine von 500 Bienenarten in Mitteleuropa.
Die Honigbiene ist nur eine von 500 Bienenarten in Mitteleuropa.

Definition einer Art

Die heute übliche Definition einer biologischen Art geht auf den Biologen Ernst Mayr (1942) zurück. Danach fasst eine biologische Art alle Individuen einer natürlichen Population zusammen, die sich untereinander kreuzen und fruchtbare Nachkommen erzeugen können. Allerdings ist der Aufwand für die Überprüfung nach dieser Definition in der Praxis häufig nicht zu verantworten und die Definition ist auf fossile Arten naturgemäß nicht anwendbar. Heutzutage zieht die Analyse und der Vergleich von DNA-Sequenzen immer mehr in die Taxonomie ein, Übereinstimmungen weisen danach immer auf gemeinsame Vorfahren hin.

Manche Paare von nah verwandten Arten können sich in Überlappungsgebieten der Verbreitung oder in Gefangenschaft sogar fruchtbar sexuell fortpflanzen: im Pflanzenreich ist das gar nicht selten, aber auch im Tierreich findet man einige Beispiele: so ergibt eine Kreuzung zwischen dem Europäischen Rothirsch Cervus elaphus und dem Asiatischen Sikahirsch fruchtbare Nachkommen.

Anzahl von biologischen Arten

Es ist auch schwierig wenn nicht unmöglich, die genaue Anzahl der biologischen Arten auf der Erde anzugeben. Zum einen werden Funde als neue Arten beschrieben, obwohl sie schon einmal als neue Art veröffentlicht wurden, ganz einfach deshalb, weil der Zweitbeschreiber die Erstbeschreibung nicht kennt. Oder eine Art, die bisher als einheitlich angesehen wurde, wird nach neueren Erkenntnissen in zwei oder mehrere Arten aufgeteilt. Das passiert häufig nach genauen Analysen der DNA-Sequenzen. Man nimmt an, dass die auf konventionelle Art beschriebenen Arten nur etwa die Hälfte aller existierenden Arten ausmachen.

Wenn man nun noch die Arten dazunimmt, die der Mensch noch nie zu Gesicht bekommen hat, und das sind v.a. viele Insektenarten in den Tropen, dann kommt man zu der Schätzung, dass heute etwa 10 Millionen Arten diese Erde bevölkern. Davon sind schätzungsweise 50 % Insekten und 80% Landbewohner. 

Trotzdem wurden selbst in den letzten 20 Jahren sogar noch größere Säugetierarten neu entdeckt, so 1992 das Vietnamesische Waldrind (Pseudoryx nghetinhensis), 1994 ebenfalls in Vietnam der Riesenmuntjak (Muntiacus vuquangensis) und 2004 in den abgeschiedenen Wäldern Tansanias eine neue Affenart. Manche Gebiete sind zoologisch noch fast unerforscht und bieten deswegen noch ein weites Feld für Neuentdeckungen. So wurden im Einzugsgebiet des unteren Mekongs von 1997 bis 2007 insgesamt 1000 neue Arten entdeckt, bspw. die Eichhörnchen-ähnliche Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus), von der man bisher annahm, dass sie seit 11 Millionen Jahren ausgestorben sei. Unter den in diesem Zeitraum neu beschriebenen Arten ist auch die weltgrößte Riesenkrabbenspinne (Heteropoda maxima) und der pinkfarbene, Cyanid produzierende Drachentausendfüssler (Desmoxytes purpurosea).

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