Projekttreffen in Deutschland: 04. - 10. Mai 2009
![]() In eine Scheibe einer Stieleiche werden Löcher für die Wildbienen gebohrt. |
Montag, 4. Mai
Die englische Gruppe mit 6 Schülern (3 Mädchen und 3 Jungen) und 2 Lehrerinnen (Beverly und Eva) wird um 11.30 Uhr am Flughafen in Leinfelden-Echterdingen von Projektleiter Martin Rausch empfangen. Mit der S-Bahn geht es zum Schickhardt-Gymnasium Stuttgart und dort wird die Gruppe von der Schulleiterin Ursula Schwarz bei Getränken und Brezeln willkommen geheißen. Nachdem das Gepäck weg geschlossen worden war, zeigte Martin Rausch den Engländern die Innenstadt von Stuttgart mit dem Schillerplatz, dem Schlossplatz, dem Bahnhof und der Königsstraße und der Kulturmeile mit der Staatsgalerie, der Musikhochschule und der Landes- und der Stadtbibliothek. Danach gingen die Schüler in der Familien ihrer Gastgeber.
Die spanische Gruppe mit 8 Schülern (5 Mädchen und 3 Jungen) und 2 Lehrern (Ana und José) wird um 17.00 Uhr von Renate Holzmann vom Goldberg-Gymnasium Sindelfingen vom Flughafen abgeholt. Mit der S-Bahn geht es zum Goldberg-Gymnasium, wo die Gruppe ebenfalls mit Getränken und Brezeln empfangen werden. Danach gehen die Schüler in die Familien ihrer Gastgeber.
Abends treffen sich noch einmal die Lehrer aller vier Schulen im Zentrum von Stuttgart zum Essen.
Dienstag, 5. Mai
![]() Die Nisthilfen werden bei dem Bienenbiotop aufgestellt. |
Während der 1. und 2. Stunde nehmen die englischen Schüler am Unterricht ihrer Gastgeber teil. Die spanische Gruppe kommt am Ende der 2. Stunde ebenfalls in das Schickhardt-Gymnasium. Zur großen Pause sind alle gemeinsam eingeladen zu einem zweiten Frühstück im "Aquarium", dem neu ausgebauten Raum im 6. Stock. So gestärkt werden die spanischen und die englischen Schüler von den Teilnehmern der Begabten-AG "Biologische Vielfalt" des Schickhardt-Gymnasiums in die Aktivitäten dieses Schuljahres eingeführt: die Kartierung der Blauschwarzen Holzbiene (Xylocopa violacea), die Gewinnung von Saatgut für Nahrungspflanzen für Wildbienen, die Anzucht in Pflanzbeeten und die Anlage eines Bienenbiotops im hinteren Schulhof.
Dann arbeiten die Engländer und Spanier in transnationalen Gruppen: An einemTisch werden mit dem Binokular die Pflanzengallen der Knoppergallwespe an Stieleichen untersucht. An einem zweiten Tisch ist die biologische Vielfalt der Kleinsäuger in einem Wald (Analyse von Schädeln in Eulengewöllen) das Thema. Wieder an zwei weiteren Tischen werden Nisthilfen für Wildbienen gebastelt: In eine mächtige Baumscheibe einer Stieleiche werden Löcher gebohrt, markhaltige Pflanzenranken werden geschnitten, von Stacheln befreit und aufgestellt, Bambusstäbe werden gesägt und gebündelt und eine künstliche Lösswand wird vorbereitet. Dann wird das Bienenbiotop im Schulhof mit den gebastelten Nisthilfen bestückt.
Danach geht es zum gemeinsamen Essen in der Kantine des Statistischen Landesamts am Schreiberplatz.
Nach dem Essen schließt sich die Gruppe der Goldberg-Schüler zu einer Exkursion in den Rotwildpark an. Auch hier wird die biologische Vielfalt untersucht: von den verschiedenen Baumarten (Stieleiche, Rotbuche usw.) über die Blütenpflanzen (Knoblauchsrauke, Kriechender Günsel, Wiesen-Schaumkraut usw.) zu Kaulquappen im Glemsweiher und Flohkrebsen in der Glems: strukturelle Vielfalt ist der Garant von biologischer Vielfalt.
Arbeitsblatt der Schüler
Mittwoch, 6. Mai
![]() Die Schüler stellen Seife aus nachwachsenden Rohstoffen her. |
Am 6. Mai arbeiten die Schülergruppen gemeinsam am Goldberg-Gymnasium Sindelfingen. „Was heißt pH-Wert auf Spanisch?“ fragt Carolin aufgeregt ihre Lehrerin (R.Holzmann). Die spanisch lernende NwT-Schülerin aus der 9. Klasse am Goldberg-Gymnasium ist eine von neun Schülertutorinnen. Sie betreuen die zwei Comenius-Schülergruppen aus Dronfield und Málaga, die gerade lernen, wie aus nachwachsenden Rohstoffen eine hautverträgliche Seife hergestellt wird und somit ein Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet werden kann. Die Neuntklässler haben sich im NwT-Unterricht mehrere Wochen lang in diesem Thema kundig gemacht und Erfahrungen im Experimentieren gesammelt.
Mit Feuereifer wird im Sprachgewirr zwischen deutsch, englisch
und
spanisch abgewogen und erhitzt, dekantiert und geprüft,
hinzugefügt und entfernt, geschüttelt und
gerührt. Alles
klappt, jeder Versuchsansatz gelingt und nach zwei Stunden
können
die Gastschüler/innen ein kleines Stück eigene Seife
einpacken.
Im Projekt Climate-Net erfahren die Schüler der
teilnehmenden Länder konkrete Auswirkungen des Klimawandels
und
lernen Möglichkeiten kennen, in gemeinsamer Verantwortung
gegen
den Klimawandel und seine Folgen aktiv zu werden. Auf dem
Schulgelände des Goldberg-Gymnasiums treffen sich
anschließend alle Projektschüler. Wie bereits beim
ersten
internationalen Treffen in Malaga pflanzen die Schülergruppen
als
Symbol zum Kampf gegen den Klimawandel einen Baum. Der vor knapp einem
Jahr gepflanzte Goldberg-Wald bekommt damit einen europäischen
Akzent.
Anleitung
zur Herstellung von Seife ![]()
Donnerstag, 7. Mai
Dieser Projekttag steht unter dem Motto „Our future – hopes and fears“. Der Morgen beginnt mit einer kurzen Szenencollage der Theater-AG des Schickhardt-Gymnasiums. Fünf Schülerinnen und Schüler geben durch vier kurze Szenen einen Redeanlass für die acht transnationalen Kleingruppen, in die sich die Projektteilnehmer aufgeteilt haben. Anhand gezielter Beobachtungsaufträge setzen die Teilnehmer sich mit der Szenencollage auseinander und nähern sich dem Thema des Tages an. Es folgt ein zweiter Beitrag der Theater-AG. Im Laufe des Schuljahrs hat die AG ein Fotoprojekt gestaltet, welches nun wiederum Denk- und Sprechanlass für die Projektteilnehmer ist. Anhand der Fotos erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler eine dreisprachige Ideensammlung, die erkennen lässt, dass die Projektteilnehmer sich differenziert und kritisch mit unseren Ängsten und Hoffnungen für die Zukunft auseinandersetzen.
Die Ergebnisse dieser Diskussionsphase nehmen die einzelnen Kleingruppen mit in die Kunstabteilung und bringen sie mit Acrylfarbe auf große Leinenbanner.
Die Schüler malen gemeinsam Plakate zum Projektthema. |
![]() Die gemeinsam gemalten Plakate werden vor den Biologiefachräumen aufgehängt. |
Obwohl gemäß des Mottos dunkle Szenarien „gemalt“ werden, ist der Tag geprägt durch ein fröhliches Plappern und Gestikulieren und ein schönes Beispiel interkultureller Zusammenarbeit entsteht.
Abends gehen die Lehrer gemeinsam in der nahen Universitätsstadt Tübingen essen.
Freitag, 8. Mai
Im Interregio-Express von Stuttgart nach Singen treffen sich vormittags die Schüler aller vier Schulen. Nach Umsteigen in Singen lernen die Schüler in Radolfzell den Bodensee kennen und verzehren ihr mitgebrachtes Vesper am Seeufer. Dann wird das Gepäck im Reisebüro im Bahnhof deponiert und es geht zu Fuß zum Naturschutzzentrum Mettnau des NABU.
![]() Führung durch den NABU durch die Halbinsel Mettnau |
Im Naturschutzzentrum Mettnau werden sie von dem Zivildienstleistenden Vorname Nachname begrüßt. Dieser führt sie in die biologischen Besonderheiten des Auenwaldes auf der Halbinsel Mettnau ein. Zu Fuß geht es zum Aussichtsturm. Allerdings kündigt sich jetzt ein Gewitter an, zum einen durch den zu ziehenden Himmel, zum anderen durch Schwärme von "blutdurstigen" Stechmückenweibchen... Auf dem Aussichtsturm gibt es kurzzeitig Ruhe vor den Stechmücken, allerdings herrscht hier ein - in dieser Höhe - recht ungemütlicher Wind kurz vor dem Regen. Nach dem Abstieg beginnt es zu regnen und die Gruppe kehrt zum Naturschutzzentrum zurück. Dort demonstriert der Führer das berühmte endemische Bodensee-Vergissmeinnicht am Seeufer. Dann bestimmen die Schüler - wie immer in transnationalen Gruppen - gemeinsam Blütenpflanzen mit mitgebrachten Bilderbestimmungsbüchern.
Nach Rückkehr zum Bahnhof in Radolfzell, Abholung des Gepäcks geht es mit dem Zug nach Singen und dort mit einem Stadtbus zur Jugendherberge. Dann gibt es zu erst einmal das wohlverdiente Abendessen und dann werden die Zimmer verteilt. Abends bleiben die meisten Schüler und ein paar Lehrer in der Jugendherberge.
Das Naturschutzgebiet Halbinsel Mettnau
![]() Erklärungen an der Biogasanlage |
Samstag, 9. Mai, und Sonntag, 10. Mai
Ein gecharterter Bus nimmt die Gruppe nach Engen, wo die Führerin Frau Dipl Ing. Jutta Gaukler von der Firma Solarcomplex einsteigt. Dann geht es zum energieautarken Dorf Mauenheim und danach zur Solarsiedlung in Engen.
Das energieautarke Dorf
Mauenheim und die Solarsiedlung Engen
Der Bus bringt die Gruppe dann zum Bahnhof nach Konstanz, wo das Gepäck eingeschlossen wird und die Schüler und Lehrer in kleinen Gruppen mit Stadtplänen bewaffnet die pittoreske Innenstadt von Konstanz erkunden. Um kurz vor fünf geht es mit dem Zug wieder nach Singen und nach Umsteigen nach Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart. Verabschieden mussten sich die Gruppen dann schon im Zug, da am Sonntag die spanische Gruppe schon vormittags nach Hause flog und die englische Gruppe noch gemeinsam etwas unternahmen und dann am frühen Abend das Flugzeug nach Hause nahmen.





