Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Vorbereitungstreffen in Spanien: 12.-16.11.2008
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Protokoll Planungstreffen Climate-Net Oktober 2008

Vorbereitungstreffen in Spanien: 12.-16.11.2008

Die Tropfsteinhöhle von Nerja
Die Tropfsteinhöhle von Nerja

Ablauf

Mittwoch, 12. November

Ankunft der deutschen Lehrer aus Stuttgart, Martin Rausch, Schickhardt-Gymnasium Stuttgart, und Sindelfingen, Renate Holzmann, Goldberg-Gymnasium Sindelfingen, und des englischen Lehrers, Howard Horsfall, Dronfield School, Dronfield, Transfer zum Hotel Don Curro im Zentrum von Málaga.

Es wurde noch spanischsprachige Fachliteratur und Wanderkarten für die Sierra de las Nieves beschafft bei der Libreria Mapas y compañia, calle compañia, 33, 29008 Málaga, Tel.: 952608815.

Donnerstag, 13. November

Exkursion mit den spanischen Lehrern, der Schulleiterin Mariló Acosta, des Abteilungsleiters Antonio García und den Lehrern Mario und Estrella und einer Gruppe von 25 Schülern der Klasse 1 de ESO (13- und 14-jährige) der spanischen Schule IES Diego Gaitán in Almogía. Ziel war die berühmte Höhle von Nerja, eine Tropfsteinhöhle im Karstgebirge nördlich von Nerja.

Die felsige Steilküste östlich von Nerja
Die felsige Steilküste östlich von Nerja

Die Höhle von Nerja wurde seit ca. 25 000 Jahren als Wohnraum, als Kultstätte und als Friedhof genutzt. Davon zeugen u.a. Höhlenmalereien von Tieren wie Hirschkuh und Hirsch und Pferdeköpfen. Zu der Zeit gab es einen durchgehenden breiten Strand vor der Küste, der vor ca. 10 000 Jahren durch eine Klimaerwärmung und den daraus resultierenden Anstieg des Meeresspiegels verschwand. Heute beginnt bei Nerja in östlicher Richtung eine felsige Steilküste, die als mariner Naturpark unter der Bezeichnung Acantilados de Maro/Cerro Gordo unter Schutz gestellt ist.

Seit der Entdeckung der Höhle im Jahre 1959 und der darauf folgenden touristischen Erschließung ändert sich die Biologie der Höhle. Im Schein der künstlichen Beleuchtung entwickeln sich Algenüberzüge. Die Fauna der Höhle besteht aus an das Höhlenleben angepassten Arten wie Fledermäusen und aus Tierarten, die ausschließlich Höhlen bewohnen wie der Käfer Platyderus spelaeus und der Pseudoskorpion Chtonius.

Abends Treffen mit dem Lehrerkollegium in einer typischen Bar im Zentrum von Málaga.

Freitag, 14. November

Ficus magnolioides
Das beeindruckende Wurzelgeflecht von Ficus magnolioides

Vormittags zeigten die spanischen Lehrer den Gästen aus Deutschland und England die Aula de la Naturaleza in den Bergen von Málaga. Diese Aula ist ein Naturschutzzentrum für Schulklassen und Jugendgruppen mit Übernachtungsmöglichkeit. Die Kinder lernen hier in kleinen Exkursionen und biologischen Untersuchungen die Flora und die Fauna der Berge von Málaga näher kennen  Besonders attraktiv ist der völlig verglaste Beobachtungsstand, von dem aus in der Nacht auch Säugetiere wie Wildschweine beobachtet werden können.

Mittags ging es dann mit einer Schülergruppe in die Finca de la Concepción, einem botanischen Park mit einer Vielzahl von mediterranen und tropischen Bäumen, der im Jahre 1850 als der private Garten der Familie Heredia, einer reichen Handelsfamilie, angelegt wurde. Hier wachsen bspw. Palmfarne (Cycas), lebende Fossilien, die schon zur Zeit der Dinosaurier in den damaligen Wäldern gediehen, der australische (Ficus macrophylla Persoon = Ficus magnolioides Borzi) mit seinen beeindruckenden Luftwurzeln, der Drachenbaum (Dracaena draco) der kanarischen Inseln, die (Araucaria heterophylla) der Norfolk-Insel und der Elefantenfußbaum aus Mexiko (Beaucarnea recurvata Lem. = Nolina recurvata (Lem.) Hemsl). Natürlich hat der Klimawandel auch in diesem botanischen Garten seine Wirkungen: so lag der Blühtermin der riesigen Glycinienallee dieses Jahr um drei Wochen früher als sonst.

Der Elefantenfußbaum, Nolina recurvata
Der Elefantenfußbaum, Nolina recurvata

Schließlich wurde noch ein Fragebogen zum Vorwissen über den Klimawandel für die Schüler des Projekts entworfen. Zum Abschluss wurden noch einmal die Besuchstermine für die Schülergruppen präzisiert:

  • Besuch der deutschen und englischen Schüler in Spanien: 11.-15.03.2009
  • Besuch der spanischen und englischen Schüler in Deutschland: 03.-08.05.2009
Programmpunkte für den Besuch in Spanien werden voraussichtlich sein
  • Besuch der Aula de la Naturaleza in den Bergen von Málaga
  • Exkursion zu den Wäldern der Spanischen Tanne (Abies pinsapo) in der Sierra de las Nieves westlich von Málaga

Samstag, 15. November

Die deutschen Lehrer fuhren mit dem assoziierten Juan José Sedeña nach Yunquera zur Sierra de las Nieves (etwa 1 Stunde Fahrtzeit vom Zentrum von Málaga aus). In Yunquera nimmt man die Straße nach El Burgos bis zu einem Informationszentrum der Sierra, das leider geschlossen war. Nach links von der Straße nach El Burgos abbiegend fährt man zunächst am Rand von Yunquera entlang. Die Straße verwandelt sich nach ein paar Minuten in eine, von einem Autobus nicht mehr befahrbare, einspurige Betonpiste und dann in eine von Schlaglöchern versetzte Schotterpiste. Am Eingang zum Naturpark ließ man das Auto stehen und folgte der Piste weiter zu Fuß den Berg hinauf.

Vereinzelt sah man hier die berühmte Spanische Tanne (Abies pinsapo) mit ihren dicht mit spitzen Nadeln besetzten Zweigen, die man auch daran erkennt, dass die Samen ihrer Zapfen sich einzeln von der zentralen senkrechten Achse ablösen. Der lockere Baumbestand setzte sich ansonsten aus anderen Kiefern wie bspw. der Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) zusammen, außerdem fielen Herbstlaub tragende Bestände der Esskastanie auf.  Zwischen den Bäumen wächst der Zedernwacholder (Juniperus oxycedrus) und große Rosmarinbüsche, die z.T. immer noch blühten. Es hatte zwei Wochen nicht geregnet, aber es war im Dezember Regen zu erwarten: in der Sierra de las Nieves fallen durchschnittlich 800 mm Regen im Jahr. Vereinzelte Pilze, Moospolster und Farnpflanzen zeugten vom Wasserreichtum in dieser Gegend. Einzelne Insekten wie Wespen und Kurzfühlerschrecken waren noch unterwegs und Greifvögel zogen ihre Kreise über den Hängen der Berge.  

Spanische Tanne zwischen Kiefern
Spanische Tanne zwischen Kiefern
Dicht mit Nadeln besetzte Zweige der Spanischen Tanne
Dicht mit Nadeln besetzte Zweige der Spanischen Tanne
Die Samen der Zapfen fallen einzeln von der zentralen Achse.
Die Samen der Zapfen fallen einzeln von der zentralen Achse.

Auf der Aussichtsplattform der Puerta de los Saucillos angekommen bot sich ein weiter Blick nach Süden über Yunquera bis nach Málaga, wobei es in dieser Höhe von etwa 1000 m empfindlich kalt geworden war. Nach dem Abstieg ging man nach einem kurzen Abstecher in das Zentrum des traditionellen Ortes Yunquera in einem außerhalb gelegenen Restaurant essen.

Die Rückfahrt nach Málaga führte zunächst in die Jugendherberge, jetzt wieder mit dem englischen Lehrer, um die Reservierung für den März 2009 vorzunehmen. Dabei stellte sich heraus, dass in der fraglichen Woche vom 11. bis zum 15. März 2009 durch eine große Sportgruppe fast die gesamte Jugendherberge belegt war, so dass der Besuch in Spanien entweder eine Woche vor- oder eine Woche nachverlegt werden muss. Davor muss aber der veränderte Termin mit der spanischen Schule IES Diego Gaitán aufgenommen werden.

Sonntag, 16. November

Abreise der deutschen und englischen Lehrer

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