Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Projekttreffen in England: 5.-9. Oktober 2009
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Projekttreffen in England: 5.-9. Oktober 2009

Die Dronfield Henry Fanshawe School
Die Dronfield Henry Fanshawe School

Montag, 5. Oktober 2009

Schon um 7.10 Uhr startete der Flug von Stuttgart nach Manchester und nach knapp 2 Stunden Flug waren Schüler und Lehrer des Schickhardt-Gymnasiums Stuttgart und des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen am Ziel. Howard Horsfall, Lehrer und Organisator des Comenius-Projekts an der Henry Fanshawe School in Dronfield, brachte die Gruppe dann in zwei Minibussen nach Dronfield. Die Fahrt ging über wenig besiedelte, hügelige Landschaft auf kleinen Landstraßen zwischen Pferde- und Schafweiden hindurch. Am Straßenrand standen Eichen, Rotbuchen, Eschen und Berg-Ahorn und einige Ginsterbüsche blühten noch gelb, während die z.T. ausgedehnten Heideflächen schon verblüht waren. Kurz vor Dronfield wurde die Landschaft noch wilder, steile mit Grasland überzogene Abhänge wechselten mit kahlen, zerklüfteten Felsen, auf denen hin und wieder einmal ein Castle thronte.

In Dronfield, der Partnerstadt von Sindelfingen, arbeiten die Menschen in der nahe gelegenen riesigen Zementfabrik, außerdem gibt es einige Steinbrüche und schließlich einen gewissen Tourismus. Von Dronfield nicht weit entfernt liegt Sheffield mit ca. 750000 Einwohnern und 70 Kilometer westlich die Millionenstadt Manchester.

Biologie-Fachraum in der englischen Schule
Biologie-Fachraum in der englischen Schule

Die Henry Fanshawe School wurde schon 1580 gegründet und war früher eine reine Jungenschule, die dann 1912 in eine koedukative Schule umgewandelt wurde. Die jetzige Schulleiterin, Teresa Roche, ist die erste weibliche Schulleiterin. 1993 wurde durch einen großen Brand ein kompletter Trakt zerstört, so dass durch den Wiederaufbau und diverse kleine Anbauten ein verwinkelter Gebäudekomplex entstanden ist.

Zwei Schüler der Henry Fanshawe School, die auch schon im Projekt im vergangenen Schuljahr aktiv waren, führten die Gäste durch die Schule und zeigten ihnen die Computerräume, die Kunstabteilung, die Sprachen und ein Denkmal für die im zweiten Weltkrieg gefallenen Schüler der Schule.

Nach diesem Rundgang durch die Schule zeigten die beiden „Fremdenführer“ den deutschen Schülern und Lehrern die 25000 Einwohner beherbergende Kleinstadt Dronfield. Stationen waren die Bibliothek, ein weiteres Denkmal für Kriegsgefallene und die Kirche, aber auch Einkaufsmöglichkeiten. Im Anschluss gingen die deutschen Schüler mit ihren englischen Gastgebern zu deren Familien. Die Lehrer wurden von Howard Horsfall zu ihrem Hotel gebracht, um sich von der frühen Anreise etwas auszuruhen. Abends waren sie bei ihm zum Essen eingeladen, während die Schüler mit ihren Gastgebern Dronfield erkundeten.

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Fettschwanzgecko aus Ägypten
Fettschwanzgecko aus Ägypten

Dienstag, 6. Oktober 2009

Um 9.00 Uhr wurden die deutschen Schüler und Lehrer begrüßt von einer Biologielehrerin, die den „Pet Club“ vorstellte. Im Pet Club werden Tiere gehalten, die einmal pro Woche von einer Gruppe von bis zu 40 Schülern gepflegt werden. Darunter sind „Kuscheltiere“ wie Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen, diese werden auch für Schüler mit Lernschwierigkeiten bereit gehalten. Darunter ist aber auch ein  Fettschwanz-Gecko aus Ägypten und Küchenschaben aus Madagaskar, die bis zu 8cm lang werden und fauchen, wenn man sie anfasst.

Auch wurde ein Ausflug von Schülern zu einer Schaubauernhof vorgestellt, in dem die englischen Schüler z.B. Jungtiere füttern aber auch die Ställe ausmisten mussten. Mit einer Lampe wurden Eier durchleuchtet, um fest zu stellen, ob diese befruchtet waren, denn dann kamen sie in den Brutkasten, ansonsten wurden sie zum Verkauf aussortiert. 

Kakerlaken aus Madagaskar
Kakerlaken aus Madagaskar

Danach wurde von einem „Technician“ das Törchen zum Schulteich aufgeschlossen. Mit Keschern und weißen Metallschalen fingen die deutschen und englischen Schüler jede Menge verschiedener Tierarten aus dem Wasser: die Larven von Großlibellen mit ihren typischen Fangmasken, Wasserskorpione, das sind wasserlebende Wanzen mit großen Fangzangen und einem Schnorchel zum Luft holen, Wasserläufer und Zuckmückenlarven. An Krebsen wurden Wasserasseln und Flohkrebse aus dem Wasser geholt. Weichtiere waren durch Erbsenmuscheln und Posthornschnecken vertreten. Um den Teich wucherte eine dichte Vegetation von Schneeball, Feld-Ahorn, Blutweiderich, Schwertlilien und Mädesüß, während im Wasser der Fieberklee und Rohrkolben dominierten. 

Da es dann zu regnen anfing, wurde der vorgesehene „Science walk“ ersetzt durch einen Ausflug nach Sheffield. Danach gingen die deutschen Schüler mit ihren englischen Gastgebern in deren Familien, während die deutschen Lehrer von einem jungen Biologielehrer durch die naturwissenschaftlichen Fachräume geführt wurden.

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Molchlarve, Libellenlarve und Wasserassel aus dem Schulteich
Molchlarve, Libellenlarve und Wasserassel aus dem Schulteich

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Bei sonnigem, aber kühlem Wetter ging es im gecharterten Bus los nach Nordwesten an Sheffield vorbei auf der Autobahn M1 zur Kohlenmine Hope Pit und dem National Coal Mining Museum. Dort wird in einer Ausstellung und während einer Besichtigung einer Kohlenmine die Förderung des „Schwarzen Goldes“ dargestellt. In der Ausstellung beeindruckten bspw. die ersten Rettungsmannschaften, die in die Grube einfuhren, wenn Bergleute durch Kohlenstoffmonooxidvergiftungen oder Staubexplosionen verunglückten. 

Kurz vor 12.00 Uhr mussten alle jedes Gerät mit einer Batterie (Handys, elektrische Uhren, Fotoapparate usw.) abgeben, jeder setzte einen Plastikhelm auf und wurde mit einer explosionsgesicherten Taschenlampe ausgestattet. Dann wurde die fünfzehnköpfige Gruppe in den engen, nur mit Gittern vom  Schacht getrennten, Aufzug gepresst und es ging 140 m tief  2 Minuten lang hinunter in die Grube, die „pit“. Am Boden angelangt, immer noch 60 m über dem Meeresspiegel, ging die Besichtigung vorbei an einem leicht ansteigenden Lüftungsschacht, durch den ein großer Ventilator Frischluft in die Grube blies und durch den man nach einem 30minüten Anstieg zu Fuß das Freie erreichen konnte.

Plakatpräsentation zum Schulteich
Plakatpräsentation zum Schulteich

Interner Link  Die Kohlenmine Hope Pit

Nach dieser eindrucksvollen Vorstellung des Lebens in einer Kohlenmine brachte der Bus die Gruppe zum Yorkshire Sculpture Park, wo bspw. Skulpturen des lokal bekannten Künstlers Randall-Page nach biologischen Strukturen ausgestellt waren. 

Nachmittags wurden den deutschen Lehrern durch einen jungen Biologielehrer der DHFS die Fachräume für Biologie gezeigt. Am eindrucksvollsten war dabei das sog. ePortal, eine Internetumgebung, in die jeder Lehrer alle negativen aber auch positiven Vorkommnisse über jeden Schüler einträgt. Dieses Instrument ersetzt auch das herkömmliche Klassentagebuch und wird von alle Lehrern der Schule benutzt, wie auch in allen englischen Schulen zumindest ähnliche Informationsinstrumente eingesetzt werden. Eltern können von außen über das Internet diese Informationen über ihre eigenen Kinder abrufen. 

Danach lud der englische Lehrer Howard Horsfall die deutschen Lehrer noch zu einer kleinen Fahrt in den Natural Park Peak District westlich von Dronfield ein. Auf ausgedehnten Weiden und endlosen Heideflächen wurde ein Rudel Rotwild mit einem prächtigen Männchen beobachtet und der Tag mit einem Spaziergang am Derwent River beschlossen.

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Im Peak District gibt es ausgedehnte Heideflächen.
Im Peak District gibt es ausgedehnte Heideflächen.

Donnerstag, 8. Oktober

Dieses Mal ging es in einem gecharterten Bus in den Peak District, dem Naturpark westlich von Dronfield. Der Bus entließ die Gruppe am Bahnhof von Grindleford und von dort ging eine Wanderung durch einen Eichenwald mit Felsblöcken auf eine weite Ebene mit Heide und Farn, die von einem Bach durchzogen war. Im Naturparkcenter Moorland Discovery Center im Longshaw Estate angekommen wurde die Gruppe von einem Warden begrüßt, der Fakten über den Naturpark referierte. 

Interner Link  Der Naturpark Peak District in Derbyshire

Nach dem Referat ging die Wanderung wieder zurück zum Bahnhof von Grindleford, wo die Gruppe in einer kleinen Gaststätte zu Mittag aß. Dann ging es wieder im Bus zur Speedwell Cavern. 

Interner Link  Die Speedwell Cavern

Nach der Rückkunft im Bus hatte die Gruppe frei, da in der DHFS ein Elternsprechtag statt fand.

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Freitag, 9. Oktober

Vormittags setzten sich die deutschen Schüler und Lehrer mit den englischen Schülern in der Bibliothek an Computern zusammen und tippten die Tagesprotokolle. Nachmittags ging es nach Sheffield. Um 16.30 Uhr nahmen 2 Minibusse die deutschen Gäste wieder mit zum Flughafen nach Manchester, wo die Maschine verspätet um 21.00 Uhr abhob. Um 23.30 Uhr kamen alle glücklich wieder in Stuttgart an.

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