Exkursion zu einem Bahnschotterbiotop
![]() Blauflügelige Sandschrecke © Hans Schwenninger |
Beschreibung und Bedeutung
Am ehemaligen Güterbahnhof Stuttgart Feuerbach wurde 2007 ein Trockenbiotop als Ausgleichsmaßnahme für überbaute Bahnbegleitbiotope angelegt. Bahnschotterbiotope sind Ersatzbiotope für Kies- und Schotterbänke großer Flüsse (hier: Neckar). Die Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) ist eine stark gefährdete Kurzfühlerschrecke (Caelifera) und durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie kommt heutzutage auf Bahnschotterbiotopen vor.
Das Trockenbiotop ist 2400 m2 groß. Das Biotop darf nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium Stuttgart, Abt. 5, betreten werden.
Anlage
![]() Schmalblättriger Hohlzahn (Galeopsis angustifolia) |
Das Trockenbiotop wurde auf einer Schotterauflage mit Lavalit und Sand äußerst nährstoffarm gestaltet. Der Sand dient zur Ablage der Eipakete der Blauflügeligen Sandschrecke.
Es wurde anfänglich Material von Bahnbegleitbiotopen mit der "Samenbank" aufgebracht, damit sich die typische Flora schnell einstellt. Zum Start wurden auch 50 Blauflügelige Sandschrecken hierher umgesiedelt.
Pflegemaßnahmen
Gehölze müssen laufend ausgejätet werden, da sie sonst die Fläche schnell überwuchern würden. Auch Gräser und konkurrenzstarke Neophyten müssen laufend ausgelesen werden, bspw. Gehölze, die an die Fläche angrenzen, müssen jedes Jahr stark zurück geschnitten werden, damit die Fläche nicht beschattet wird.
Beobachtungsmöglichkeiten
![]() Natternkopf (Echium vulgare) |
Es kann die typische Flora von Bahnschotterbiotopen beobachtet werden:
- Natternkopf (Echium vulgare)
- Katzenminze (Nepeta cataria).
- Saat-Mohn (Papaver dubium)
- Schmalblättriger Hohlzahn (Galeopsis angustifolia)
- Gelbe Resede (Reseda lutea)
Es machen sich aber immer auch schnell wieder Neophyten breit, bspw. Krummer Fuchsschwanz (Amaranthus retofluexus, Einfuhr aus Amerika nach Europa im 18. Jahrhundert) und Topinambur ("Süßkartoffel", Helianthus tuberosus, im 17. Jahrhundert aus Nordamerika als Nahrungsmittel, inzwischen auch verwildert) und - sehr durchsetzungsstark - Schmalblättriges Greiskraut, (Senecio inaequidens, aus felsigem Bergland in Südafrika seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland in Ausbreitung begriffen).
Außerdem kann die Blauflügelige Sandschrecke und viele Wildbienenarten beobachtet werden.


