Biodiversität
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Klimawandel und Insekten
Es ist bekannt, dass als Folge des Klimawandels schon einige Tier- und Pflanzenarten auf dem Vormarsch nach Norden sind. So dehnen bestimmte wärmeliebende Libellen, Schmetterlinge, Hautflügler und Käfer ihr Verbreitungsareal jedes Jahr um mehrere Kilometer weiter nach Norden aus.
Die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) aus der Familie der Segellibellen (Libellulidae), eine wärmeliebende Libellenart Südeuropas, wurde erstmals 1918 in Deutschland gesichtet. Mittlerweile ist sie im Oberrheintal, in Nordrhein-Westfalen, in Nordhessen, Nordbayern und Sachsen heimisch geworden. Auch die Wiederausbreitung der Gottesanbeterin (Mantis religiosa) in Süddeutschland wird mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Die Gottesanbeterin kommt auf der Nordhalbkugel südlich des 46. Breitengrades an geeigneten Örtlichkeiten bereits fast überall vor: Populationen am südlichen Oberrhein mit dem Isteiner Klotz und dem Kaiserstuhl, in Rheinland-Pfalz (Bienwaldgebiet und Raum Trier), im Saarland, in Bayern (Fränkische Schweiz) und in Hessen. Selbst auf dem alten Flugplatz im Stadtgebiet von Karlsruhe kann man sie antreffen. Ähnliche Neubürger sind der Brombeerperlmutterfalter und die Maghreb-Lilieneule. Auch der auf Feuchtgebiete angewiesene große Feuerfalter (Lycaena dispar) breitet sich nach Norden und in höhere Lagen aus.
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Beim Tagpfauenauge (Inachis io) tritt inzwischen in vielen Regionen Deutschlands eine zweite Generation auf. Der Admiral (Vanessa atalanta) wanderte bisher jedes Jahr aus dem Mittelmeerraum in Deutschland ein. Inzwischen überwintert der Admiral teilweise in Deutschland. Der Birkenspinner (Endromis versicolora), ein typischer Frühlingsbote unter den Schmetterlingen, schlüpft jedes Jahr etwas früher aus der Puppe (z.Zt. im März). Andere Frühflieger wie der Wollafter (Eriogaster lanestris, v.a. auf Kalkmagerrasen an Schlehe, ebenfalls Schlüpfzeitpunkt März) und das kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia, auf Buschsteppen und Buschheiden an Schlehen, Schlüpfzeitpunkt April) wurden in dieser Hinsicht noch nicht untersucht. Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) wandert jedes Frühjahr von Süden her im Mai/Juni nach Mitteleuropa ein, durch die immer milderen Winter kommen aber auch Überwinterungen in Deutschland immer häufiger vor.
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Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) ist eine wärmeliebende holzbewohnende Bienenart, die bisher in Europa im Mittelmeerraum verbreitet war. Seit dem Jahr 2000 breitet sich diese hübsche aber große Bienenart in Deutschland immer weiter nach Norden aus: so ist sie nicht nur in Bayern und Baden-Württemberg, sondern auch schon in Hessen und Westfalen nachgewiesen worden.
Eventuell ist auch die Ausbreitung der Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) zusammen mit dem bei ihre brutparasitierenden Ölkäfer (Stenoria analis) und die Ausbreitung der solitären Lehmwespe (Sceliphron curvatum) im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu sehen.
Man kann berechnen, welcher Verschiebung des Ausbreitungsareals in der geografischen Breite eine Temperaturerhöhung um 1 Grad Celsius entspricht: Um auf eine drei Grad tiefere durchschnittliche Lufttemperatur zu sto ßen, kann man entweder 500 m den Berg hinauf oder 250 km weiter nach Norden wandern. Allerdings können nicht alle Populationen sich nach Norden ausdehnen: manchmal stellt ein nördlich gelegenes Gebiet eine Barriere dar, weil hier die Bedingungen aus anderen Gründen für diese Art nicht ertragbar sind, bspw. weil der Boden einen anderen pH aufweist.


