Biodiversität
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Klimawandel in Deutschland und Baden-Württemberg
Um mögliche künftige Klimaentwicklungen zu erhalten, werden Computer berechnete Klimamodelle eingesetzt: für Deutschland verwendet das Umweltbundesamt das dynamische Modell REMO und das statistische Modell WETTREG (Wetterlagen-basierte Regionalisierungsmethode). Das Modell WETTREG wird mit meteorologischen Daten von 282 Klimastationen und 1695 Niederschlagsstationen in ganz Deutschland gefüttert.
WETTREG vergleicht den Zeitraum 1961 - 1990 mit dem Zeitraum 2071 - 2100. Dabei sieht man bspw. für die Tagesmitteltemperaturen im abgelaufenen Zeitraum lokal bspw. eine sehr viel höhere Temperatur im Rheingraben von 10 - 11°C gegenüber dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb von 6 - 8°C. Je nach Annahmen im Modell wird eine Temperaturerhöhung zwischen 1,8 und 2,3°C errechnet. Im Südwesten Deutschlands sind interessanterweise die Unterschiede zwischen den verschiedenen Szenarien am größten. Für die schwierigere Frage der Niederschläge zeigt sich, dass im Zeitraum 1961 - 1990 die Niederschläge im Rheingraben deutlich höher waren als im Rest von Baden-Württemberg. Das Modell errechnet eine Abnahme der sommerlichen und eine Zunahme der winterlichen Niederschläge von jeweils 20 - 30 %.
In dem Projekt KLARA (Klimawandel, Auswirkungen, Risiken und Anpassungen, Bericht aus dem Jahr 2005) wird die regionale Klimaentwicklung in Baden-Württemberg untersucht und simuliert. KLARA vergleicht den Zeitraum 1951 - 2000 mit dem Zeitraum 2001 - 2055. Ein Ergebnis ist, dass sich zwischen 1951 und 2000 die mittleren Temperaturen zwischen 0,6 und 1,5 Grad Kelvin erhöht haben. Die Simulationen sagen voraus, dass bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts sich die Durchschnittstemperatur um 1,5 °C erhöhen: am stärksten im Rheingraben, am schwächsten im Schwarzwald und der Schwäbischen Alb. Die Frosttage (minimale Temperatur unter 0 °C) werden weiter abnehmen, die Sommertage (maximale Temperatur über 25°C) und die heißen Tage (maximale Temperatur über 30 °C) werden zunehmen. In der Nordhälfte von Baden-Württemberg werden die Winterniederschläge zunehmen, im Süden und Südosten die Sommerniederschläge abnehmen.