Biodiversität
Klimawandel und Pflanzen und Pilze
Die Walnuss (Juglans regia) ist eine Gewinnerin des Klimawandels. Sie findet in immer größeren Teilen Deutschlands die milden klimatischen Bedingungen, die sie benötigt. Auch die Stechpalme (Ilex aquifolium) breitet sich nach Norden und nach Osten aus, in Baden-Württemberg ist sie bisher nur im südwestlichen Teil anzutreffen.
Die Fichte (Picea abies) ist eigentlich an kühle und luft-feuchte Bedingungen angepasst, wird aber schon längere Zeit in Deutschland an Standorten gepflanzt, die nicht ihrem Optimum entsprechen. Durch die Klimaerwärmung wird sie unter noch größerem Stress stehen, außerdem macht Trockenstress im Sommer diese Baumart anfälliger für Schädlinge und Sturmschäden. Die Rotbuche auf der anderen Seite wird durch den Klimawandel wahrscheinlich nicht in ihrer Verbreitung verändert werden, ebenso wenig die Stieleiche. Eine weitere Verliererin des Klimawandels ist aber die Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Ihre Vokommen gehen im Tiefland in weiten Teilen Deutschlands zurück.
Auch die Vegetationszeit von vielen Baumarten hat sich um durchschnittlich 10 Tage verlängert. Der Zeitpunkt der Blüte von Apfelbäumen oder Forsythienbüschen (Tage nach Jahresbeginn) liegt jedes Jahr früher im Jahr. So begann bspw. die Apfelblüte in Baden-Württemberg in den 90iger Jahren im Durchschnitt 10 Tage früher als im Durchschnitt für die Jahre 1961 bis 1990.
Der blaue Rindenpilz (Pulcherricium caeruleum) bildet blaue Überzüge auf armstarkem, auf dem Erdboden liegendem Totholz von Esche, aber auch von Ahorn, Haselnuss und Eiche. Der blaue Rindenpilz wurde bisher als gefährdet eingestuft, da er nur in süddeutschen Flussniederungen zu finden war. Durch die Klimaerwärmung ist er aber jetzt auf dem Vormarsch nach Norden.
