Rückgang der Biodiversität
![]() Der Uhu wird in Deutschland wieder eingebürgert (© Benjamin Waldmann) |
Wiedereinbürgerung
Von 1670 Versuchen, auf dieser Erde Vogelarten in Freiheit anzusiedeln, waren 25% erfolgreich und die Tiere gründeten Brutpopulationen (in Europa 27 von 69). Bei den meisten Versuchen handelte es sich um Einbürgerungen fremder Arten in ein neues Gebiet. Seit 1950 gibt es in Deutschland Bemühungen, den Uhu (Bubo bubo) ins Freiland auszubringen, die auch Erfolg gezeitigt haben. Auch die Wiederausbreitung von Wanderfalken (Falco peregrino) wurde in Deutschland durch Aussetzen von gezüchteten Tieren gefördert.
Züchtung von gefährdeten Wildtieren
Für die Vermehrung von gefährdeten Wildtierarten in Gefangenschaft werden modernste Reproduktionstechnologien eingesetzt. Die Gefrierkonservierung von Embryonen ist bspw. beim Hausrind mittlerweile eine Routinetechnik geworden, bei Wildtieren steckt die Forschung aber hier noch in den Kinderschuhen. Künstliche Besamung mit vorher eingefrorenem Samen wird allerdings auch bei Wildtieren schon erfolgreich angewandt.
Für die Aufzucht von gefährdeten Tierarten in Gefangenschaft wird heutzutage auch die Technik des Embryonentransfers eingesetzt, und zwar auch artübergreifend (aber nicht gattungsübergreifend). Die Synchronisation von Spender- und Empfängertier geschieht dabei durch eine Injektion von Prostaglandinen (Hormonanaloga). Durch Injektion des follikelstimulierenden Hormons (FSH) beim Spendertier erreicht man einen mehrfachen Eisprung: bis zu 30 Embryonen können bspw. bei einer Antilope auf diese Weise entstehen.
![]() Eintagsfliegenlarve der Gattung Ecdyonurus |
Gefährdung bei Eintagsfliegen
Von den derzeit 112 Arten der Ordnung Eintagsfliegen sind bspw. 4 Arten ausgestorben oder verschollen und 9 weitere gelten als vom Aussterben bedroht. Lediglich 74 Arten sind als überhaupt nicht gefährdet eingestuft. Gründe sind v.a. die Umgestaltung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen: die Larven der Eintagsfliegen leben in Fließgewässern. Und besonders die strukturreichen Unterläufe der großen Fließgewässern mit ihren Mäandern wurden durch Begradigungsmaßnahmen vereinheitlicht und damit für Eintagsfliegenlarven unbewohnbar gemacht. Staudämme zerstören die Fließgewässerdynamik, die für die Larven der meisten Eintagsfliegenarten unabdingbar ist. Der Eintrag organischer Nährstoffe durch Klärwerke und anorganischer Nährsalze durch landwirtschaftliche Betriebe führt zu einem hohen Sauerstoffverbrauch von heterotrophen Organismen, und damit zu einer niedrigeren Sauerstoffkonzentration, die die Larven schädigt. Die Erwärmung von Flusswasser durch die Abwärme von Kraftwerken führt ebenfalls zu einer erniedrigten Sauerstoffkonzentration. Auch die Entfernung ufernaher Gehölze hat negative Auswirkungen: die Abschattung wird verringert, dadurch sind im Sommer höhere Wassertemperaturen und damit niedrigere Sauerstoffkonzentrationen zu erwarten. Außerdem fehlt der Nährstoffeintrag durch den herbstlichen Laubfall.

