Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Pflanzen und Mittelmeerklima
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Pflanzen und ihre Anpassungen an das Mittelmeerklima
- Lösungen

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Pflanzenliste: Studienfahrt 1999

Amerikanische Agave

Dickfleischige Blätter

Nizza Fetthenne

Dickfleischige Blätter, dachziegelartig

Feigenkaktus

Keine Blätter, Sprosse flächig und fleischig

Stechender Spargel

Kleine ledrige Blätter

Acker-Moricandie

Fleischige Blätter, unten: groß, oben: klein, Form: unten: verkehrt eiförmig, oben: herzförmig

Bougainvillea

Dornig, oberseits glänzend, leicht behaart

Strauch-Melde

Ledrig, lanzettlich, silbrig-weiß bemehlt

Chinesischer Klebsame

Ledrig, glänzend

Ölbaum

Blätter lanzettlich, silbergrau

Mastixstrauch

Blätter wechselständig, gefiedert, ledrig

Meerfenchel

Blätter wechselständig, fleischig

Pfahlrohr

Blätter am Rand rauh

Schwarze Maulbeere

Oben glänzend

Stechendes Sternauge

Blätter wechselständig, behaart, schmal-elliptisch

Pfriemenginster

Blätter lanzettlich

Tamariske

Blätter schuppig, anliegend

Eucalyptus

Blätter lanzettlich, Rinde erneuert sich

Schmalblättrige Raute

Unten keine Blätter, oben sehr klein

Spanische Kratzdistel

Blätter weißfilzig in Stacheln auslaufend


1. a)

Der Mittelmeerraum ist geprägt durch warme und sehr trockene Perioden im Sommer (z.T. mit bis zu 3 Monaten ohne Regen) sowie Niederschläge im Winter und wird daher den winterfeuchten Subtropen zugeordnet.

  b)

Pflanzen, die dort wachsen, müssen in der Lage sein, wasserarme Zeiträume zu überstehen. Das tun sie durch Anpassungen zur Speicherung von Wasser oder Vermeidung von Wasserverlusten

2. a)

Anpassungsformen und Strategien:

a) Ephemerophyten

Einjährige Pflanzen, die die ungünstige Trockenzeit als trockene Früchte oder Körner im Boden überdauern. Sie blühen im zeitigen Frühjahr und lassen ihre Früchte in nur wenigen Tagen ausreifen. Zu ihnen gehören die Familien der Papaveraceen, Kreuzblütler und der Schmetterlingsblütler.

b) Geophyten

Mehrjährige Pflanzen, die die heiße Jahreszeit in Form von unterirdischen Pflanzenteilen (Rhizome, Knollen, Zwiebeln) überdauern. Sie speichern Nährstoffe und Zucker für ein schnelles Austreiben in der wasserreicheren Jahreszeit. Zu ihnen gehören Pflanzen wie: Steckenkraut, Aronstab, Lilie, Lauchgewächse, Orchideen und Narzissen

c) Sukkulenten

Pflanzen, die Wasser in Organen oder speziellen Geweben speichern.

Dabei kann man zwischen Wurzel-, Stamm- und Blattsukkulenten unterscheiden. Häufig werden sie auch Fettpflanzen genannt, obwohl Fett nichts mit dieser Form der Anpassung zu tun hat.

  • Wurzel: Cucurbitaceen, Pelargonien
  • Blatt: Agave, Aloe, Sedum, Echter Feigenkaktus, Euphorbiaceen

d) Pflanzen mit Schutzeinrichtungen gegen Wasserverlust

  • Verkleinerung der Blattfläche
    Verringerung des Wasserverlustes bei der Atmung durch die Spaltöffnungen z.B. Rosmarin
  • Drehung der Blattspreite
    Kompassstellung (Nord-Südrichtung) als Folge davon Herabsetzung der Sonneneinstrahlung, da nur die Kante der Sonne entgegengerichtet ist, z. B. Eukalyptus
  • Einrollen der Blätter
    z.B. Dünengräser, Strauchwermut, Echter Zirmet
  • Strukturelle Blattveränderungen
    Verdickung der Cuticula, mehrschichtige Cuticula, Einsenkung und Überwölbung der Spaltöffnungen (Windstille), z.B. Lorbeer, Olive
  • Ausbildung von Wachs-, Harz- und Kalküberzügen: bewirkt ein Abdichten der Cuticula
  • Ausbildung von Haaren, weißer Filz: bewirkt Reflektion der Sonne z.B. Weißliche Zistrose, Sternklee
  • Blattverlust in der Trockenzeit  wie z.B. Weiße Hornstrauch
  • Umbildung zu Schuppen, Sprossachse übernimmt Photosynthese, z.B. Zypresse, Tamariske, Seidelbast
  • Ausbildung von Dornen und Stacheln
    • Dornen entstehen durch Umwandlung von:
      • Blättern oder Blattteilen: Berberis, Kakteen, Euphorbia
      • Sprossachsen: Weißdorn, Schlehe
      • Wurzeln: Palmen (Schutz gegen Tierfraß)
      • Stacheln: z.B. Rosaceen
   
Schema eines Dorns

Dorn
Holzkörper entspringt dem Holz des Tragastes

Schema eines Stachels

Stachel
Wird aus Rindengewebe gebildet und ist leicht abzubrechen

  b)

Pflanzengesellschaften

  • Immergrüne Wälder
    Der verbreitetste Typ ist der immergrüne Eichenwald, in dem neben der Steineiche die Korkeiche und die Kermeseiche dominieren kann. Voll entwickelt erreicht er eine stattliche Höhe von bis zu 15 m. Als weitere Baumarten, die auch Einzelbestände und somit kleinere Wälder bilden, sind Pinien, Stern-, Schwarz-  und Aleppokiefern. Als Unterbewuchs findet man vornehmlich Kreuzdorn- und Schneeballsträucher sowie Waldreben und Erdbeerbäume.

Die weiteren Pflanzengesellschaften (Macchie-Garrigue-Steinwüste) sind durch menschliche Einflussnahme entstanden und zeichnen sich durch immer stärkere Verarmung aus.

  • Macchie
    Diese Pflanzengesellschaft stellt sich dem Beobachter als immergrünes, dichtes, durcheinander wachsendes Dickicht dar. Kermeseiche und Steineiche sind die einzigen Baumarten. Ansonsten findet man vor allem Heidekrautgewächse (Ericaceae, z.B. westlicher Erdbeerbaum), Lorbeerblättrigen Schneeball (Viburnum tinus), Immergrünen Kreuzdorn (Rhamnus alaternus), Pistazien, Rosmarin, Zistrose, Seidelbast, Lorbeerliguster und Dornginster. Häufigstes Gras ist die Zwenke (Brachypodium ramosum). Im Frühjahr sind die Schachblume (Fritillaria), der Lauch (Allium) und der Milchstern die Zeigerpflanzen der Macchie.
    Dieser Lebensraum wird von der Bevölkerung stark genutzt, so dass ständig Veränderungen eintreten. Daher besteht auch eine sehr große Gefahr der Destabilisierung dieses Ökosystems. Die wesentlichen Nutzungsbereiche sind:
    • Brennholz und Köhlerei
    • Laubfutter für Haustiere
    • Holz als Baumaterial
    • Farbstoffgewinnung zur Stofffärbung
    • Harz - und Gummigewinnung
  • Garrigue
    Die Bedeutung des Wortes gibt schon den wesentlichen Charakter der Landschaft wieder. "gar" bedeutet Felsen und davon abgeleitet "garric" als der Baum auf dem Felsen.  Dies weist auf eine Pflanzengesellschaft aus Sträuchern hin, die kaum mehr als einen Meter hoch werden, und die hin und wieder von einer Kermeseiche durchbrochen wird. Nackte Erde und Steine kommen zum Vorschein und zeigen damit den kärglichen Bodencharakter an. Viele Pflanzen der Macchie sind auch hier anzutreffen, jedoch nur kümmerlich entwickelt. Im Frühjahr finden sich Zwiebel- und Knollengewächse. Nach deren Blütezeit ist die Garrigue wasseram, heiß und staubig. Der Pflanzenbewuchs ist von Region zu Region unterschiedlich, so dass Garrigue-Landschaften mit eigentümlichen Zusammensetzungen und einem eigenen typischen Geruch auftreten.
    Wichtige Pflanzen der Garrigue sind: Terpentinpistazie, Mastixstrauch, Perückenstrauch, Pfefferbaum, Myrrhenbaum, Rosmarin, Lavendel, Thymian, Salbei, Wilder Majoran, Strohblumen, Wacholder, Zwergpalme, Kugelblume sowie Federgras und Wimperngras.
  • Steinwüste
    Durch Brandrodung und intensive Ausnutzung geht die natürliche Landschaft über in eine unfruchtbare Steppe. Nur noch einjährige Pflanzen wie Zwiebel- und Knollengewächse sowie Weinbergslauch und wenige Affodill-Arten finden hier ihr Auskommen.
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