Ameisenlöwen
![]() Taghaft (Drepanepteryx phalaenoides) |
![]() Ameisenlöwe (Myrmeleonidae) © Ilka Friedrich |
Achtung: Ameisenjungfern und ihre Larven, die Ameisenlöwen, stehen in Baden-Württemberg unter Naturschutz!
Verwandtschaft
Als Ameisenlöwen werden die Larven in der Familie der Ameisenjungfern bezeichnet (Myrmeleonidae, Ordnung der Netzflügler oder Hafte, Neuroptera). Die Familie der Taghafte (Hemerobiidae) gehört ebenfalls zur Ordnung der Netzflügler, genauso wie die bekannten Florfliegen oder Goldaugen (Familie Chrysopidae).
Merkmale
Ameisenlöwen werden bis 15 mm lang. Sie sind meist bräunlich gefärbt und so auf Sand gut getarnt. Am Kopf tragen sie kräftige Kieferzangen, die Mandibeln, mit denen sie auch wehrhafte Insekten überwältigen. Ein übriges tut das Gift, das sie zur Überwältigung der Beute einsetzen. Ihre einfachen Augen bestehen aus jeweils 7 Punktaugen auf einem kurzen Stiel. Das zweite Beinpaar ist das längste und kräftigste, das dritte häufig nur noch rudimentär vorhanden.
Die erwachsenen Insekten sind nachtaktiv und jagen kleine Insekten.
Lebensraum
Ameisenlöwen leben in Sandboden. Dort graben 10 % aller Arten Fangtrichter und warten halb eingegraben auf dem Grund der Grube auf laufende Insekten und andere kleine Gliedertiere, die nicht mehr aus der Grube heraus krabbeln können. In Deutschland kann man Ameisenlöwen in Binnendünen, in Heiden und Trockenrasen und in warmen, trockenen Wäldern aber auch in Siedlungen finden.
Ernährung
Der Darm von Ameisenlöwen endigt blind, die Tiere scheiden nicht aus.
Fortpflanzung
Die Ameisenlöwen verfügen über Spinndrüsen und spinnen vor der Verpuppung einen Kokon. Die Larven überwintern zweimal.
Aufgaben
Materialbedarf: Haushaltssieb, Becherlupe. Eimer oder Plastikbox, kleine Schaufel
- Grabe einen Ameisenlöwen aus.
Durchführung: Schaufle den Sand rund um den Trichter bis ca. 15 cm tief in den Eimer. Siebe anschließend den Sand mit dem Haushaltssieb durch, bis du den Ameisenlöwen findest.
Anmerkung: Findest du kein Tier mußt du dasselbe Verfahren an einem andren Trichter durchführen und eventuell schneller arbeiten und tiefer graben. - Untersuche das Tier vorsichtig in der Becherlupe. Beschreibe das Tier: Mundwerkzeuge, Beine, Körperoberfläche.
- Gib das Tier wieder auf die Sandfläche zurück. Es wird sich sofort wieder eingraben.
Literatur
Ekkehard Wachmann, Christoph Saure: Netzflügler, Schlamm- und Kamelhalsfliegen, Naturbuch-Verlag, Augsburg 1997, ISBN 3-89440-222-9

