Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Ölbaum
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Der Ölbaum

Habitus

Kleiner immergrüner Laubbaum mit oft bizarrer und knorriger Wuchsform (siehe Abbildungen);

Ölbaum Ölbaum Ölbaum Ölbaum Ölbaum

bleibt unter 10 m; Blätter sind gegenständig; schmal elliptisch bis lanzettlich; 4-8 cm lang;

Ölbaumblätter Ölbaumblätter

Anpassungen

    • derbe, ledrige Blätter verhindern ein Welken bei großer Trockenheit
    • Blattrand leicht eingerollt, um Sonneneinstrahlung zu begrenzen
    • Unterseite silbrig grau behaart, um Sonnenlicht zu reflektieren und den Luftfeuchtigkeit in der Nähe der Spaltöffnungen zu erhöhen

Wirtschaftliche Nutzung

Der Ölbaum ist eine alte Kulturpflanze, deren Holz und Früchte schon immer eine große Bedeutung für den Mittelmeerraum hatte. Er benötigt warme, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Damit markiert er eine geographische und klimatische Grenze, die den Mittelmeerraum von den umgebenden Landschaften abgrenzt.

Ein Ölbaum wächst bis zu seinem 30. Lebensjahr und tragt ab ca. 8 - 10 Jahren die ersten Früchte.
Ab Mai blüht er mit weiß-gelben Blüten und verbreitet ein Duft, der an Reseda erinnert. Mitte August werden die Früchte sichtbar, die zunächst eine grüne Farbe besitzen und dann rot-violett werden. Reif wird die Frucht in den Wintermonaten Dezember und Januar. Eine Olive besteht aus: 30 - 35% Wasser, 15 - 35% Öl, der Rest ist Zellulose.

In den Mittelmeerländern finden sich unterschiedliche Erntemethoden:

    • Ernte mit der Hand und einem Körbchen: sehr zeitaufwändig, unbeschädigte Oliven liefern Öle von höchster Güte
    • Ernte mit der Leiter und einem Netz: Aufgespanntes Netz fängt die herab fallenden Oliven auf, die dadurch leicht beschädigt sein können.
    • Ernte durch Schütteln: Äste werden geschüttelt. Dadurch fallen die Oliven in ein aufgespanntes Netz; Unreife Früchte bleiben am Baum (Verlust), leichte Beschädigungen der Frucht
    • Ernte durch Abschlagen: Früchte werden mit einer Stange vom Ast abgeschlagen; Rinde des Baumes und die Früchte werden geschädigt; viele Rindenstücke gelangen in das Sammelgut.
    • Ernte durch Fall der reifen Früchte: Aufgespannte Netze fangen die selbst herab fallenden Oliven auf; langes Hängen am Baum und Liegen im Netz machte sie anfällig für Pilze und Parasiten

Nach der Ernte werden die Oliven in der Regel in eine Ölmühle gebracht und nach folgendem Verfahren weiterverarbeitet:

    • Reinigung: Waschen und Abtrennen von organischen Resten (Rinde, Erde, Steinen, Ästchen, etc.)
    • Maischen: Zwischen zwei Mahlsteinen wird das Fruchtfleich aufgerissen und vom Stein getrennt.
    • Kneten: Die nach dem Maischen erhaltene Masse wird durchgeknetet und dabei homogenisiert.
    • Pressung: Durch Pressen wird der flüssige Teil vom festen abgetrennt. Im flüssigen Anteil befindet sich: Wasser, Öl, Reste von Fruchtfleisch und Pflanzenschleime. Durch Dekantieren wird das Öl vom Wasser getrennt. Nach dem Filtern wird das Öl klar, da alle Trübstoffe entfernt werden. Danach ruht das Öl für mindestens 6 Monate, um einen ausgereiften Geschmack zu erhalten.
      In weiteren Pressungen erhält man durch Zusatz von heißem Wasser weitere Ölmengen, die jedoch als minderwertiger gelten.

Geschichtliche Bedeutung

Altes Testament: Symbol der Versöhnung
Israel: Symbol für Wohlstand und der Versöhnung (Sintflut; Taube mit Olivenzweig)
Römisches Reich: Symbol für Grenzmarkierung
Griechenland: Symbol für den Sieger (Kranz aus Olivenzweigen)
Europa: Antikriegs-Symbol

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