Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Nationaltheater Mannheim / Schnawwl / Junge Oper
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Nationaltheater Mannheim / Schnawwl / Junge Oper

Klasse.29. Schultheaterwoche 2011

vom 23. März bis 26. März 2011

Nachfolgende Texte sind Anmerkungen zum Inhalt und zur Theatergruppe der jeweiligen Produktion bei Klasse.Schultheaterwoche 2011. Die Anmerkungen erfolgen in der Reihenfolge ihrer Aufführungstermine.

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Theater-AG des Lessing-Gymnasiums Mannheim
mit ´Die Troerinnen`  nach Euripides von Sungard Rothschädl

Szene aus DIE TROERINNEN
Szene aus ´Die Troerinnen`
unter der Spielleitung von Matthias Rüb und Simone Roth
 

Inhaltliche Anmerkungen

Der Trojanische Krieg ist zu Ende und die siegreichen Griechen verteilen untereinander ihre Errungenschaften, darunter auch die Frauen der gefallenen Helden und unterlegenen Krieger Trojas. Für die Frauen beginnt damit ein traumatischer Lebensabschnitt. Über ihren Körper wird fortan bestimmt, ihre Ängste und Empfindungen werden ignoriert, ihre Zukunft wird über ihre Köpfe hinweg entschieden.  Allen voran die Königin Hekabe, die ihre Töchter Kassandra, Polyxena und Andromache im Verlauf des Stückes verliert. Nur Helena kann darauf hoffen, dem Schicksal zu entkommen.
Auch heute noch erwartet Frauen in vielen Kriegsgebieten ein solches Schicksal.

Szene aus DIE TROERINNEN
Szene aus ´Die Troerinnen`
unter der Spielleitung von Matthias Rüb und Simone Roth

"Mit einer zeitgenössischen Fassung von Euripides`  ´Troerinnen` bot die Theater-AG des Lessing-Gymnasiums Mannheim ein herausragendes Stück Schultheater. Vorzügliche Wechsel zwischen Solostimmen und Chor, Spielszenen und lyrischer Klage sowie Charakterzeichnung, Spielfluss, stringente Personenführung und überzeugende Kostüme fügten sich zu einem aufwühlenden Bild des Leidens der Frauen im Krieg." (Text: Heike Marx)

Szene aus DIE TROERINNEN
Szene aus ´Die Troerinnen`
unter der Spielleitung von Matthias Rüb und Simone Roth
 

Anmerkungen zur Produktion

Auf Basis einer modernisierten Fassung der antiken Vorlage entwickelte die Theater-AG ihre durch Tanz- und Choreinlagen stark geformte Version von Euripides`  Tragödie. Der ständige Wechsel zwischen epischem und dramatischem Spiel ist eine große Herausforderung für die Spielerinnen und Spieler. Auch ist der weibliche Blick auf die Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen immer noch brandaktuell. "Den stärksten Eindruck in diesem Frauenstück hinterließen die Mädchen."

Szene aus DIE TROERINNEN
Szene aus ´Die Troerinnen`
unter der Spielleitung von Matthias Rüb und Simone Roth
 

Spielleitung: Matthias Rüb und Simone Roth

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Theater-AG Halle 4 der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried
mit der Eigenproduktion ´Deck 5`

Szene aus dem Stück DECK 5 der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried
Szene aus ´Deck 5`
unter der Leitung von Rainer Bade, Katharina Brechensbauer, Sedar Gür und Prof. Wolf Wilms
 

Inhaltliche Anmerkungen

Auf einem Parkdeck, welches eigentlich nur von dem Obdachlosen Karl bewohnt wird, wird es plötzlich eng. Viele verschiedene Menschen haben die Idee, auf Deck 5 des Parkhauses ihre Silvesternacht zu verbringen - allerdings mit ganz unterschiedlichen Hintergedanken: Die Jungbusch-Gang will es krachen lassen und in das neue Jahr hinein feiern, zwei Sechstklässler möchten nur ungestört ihre erste Zigarette rauchen und wieder andere haben sich aus unterschiedlichen Gründen vorgenommen, dass dies der allerletzte Jahreswechsel sein soll, den sie erleben.

Szene aus dem Stück DECK 5 der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried
Szene aus ´Deck 5`
unter der Leitung von Rainer Bade, Katharina Brechensbauer, Sedar Gür und Prof. Wolf Wilms

"Das Stück repräsentiert das Elend dieser Welt, indem es subtil auf die Probleme unserer Gesellschaft aufmerksam macht, ohne sie zu lösen. So wird der Zuschauer Zeuge von Vergewaltigungen und rauchenden Minderjährigen, von gewaltbereiten Jugendlichen und der Außenschau besoffener Perspektivloser. Blinde, geistig Behinderte, Aidskranke - nichts wird auf ´Deck 5` ausgespart, und so manch einer mag sich von dieser seelischen Draufsicht auch überfordert fühlen." (Sonntag Aktuell, 27.03.2011)

Szene aus dem Stück DECK 5 der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried

Szene aus dem Stück DECK 5 der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried
Szenen aus ´Deck 5`
unter der Leitung von Rainer Bade, Katharina Brechensbauer, Sedar Gür und Prof. Wolf Wilms

"Choreografisch aufwühlende Szenen des sexuellen Aktes und der Diffamierung bekräftigen den Effekt der Überforderung zusätzlich. Doch die Episodenhaftigkeit der dramatischen Ereignisse bleibt in keiner Form ein unrealistisch gezeichneter Spiegel der Tatsächlichkeit. Nur wirken sie vom Ensemble künstlerisch aufgearbeitet direkter, als wenn sie im normalen Alltag aus einer gewissen Distanz geschehen." (Sonntag Aktuell, 27.03.2011)

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Szene aus dem Stück DECK 5 der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried
Szene aus ´Deck 5`

Die 11- bis 19-jährigen Schülerinnen und Schüler der Theater-AG Halle 4 ließen sich bei ihrer Eigenproduktion von Nick Hornbys ´A Long Way Down` inspirieren und erarbeiteten schließlich ein Stück mit vielen choreografischen Elementen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Leistung der Schülerinnen und Schüler schwerpunktmäßig nicht in der reinen Darstellung von Leid liegt, sondern dass jeder der Protagonisten eine hoffnungsvolle Mitteilung auf das Leben selbst gibt, der trotz allem in dieser Darstellung nicht verloren ist.
Die Aufführung dieser Inszenierung bei der 29. Mannheimer Schultheaterwoche fand nicht im Nationaltheater statt, sondern in der Aula der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried.

Spielleitung: Rainer Bade, Katharina Brechensbauer, Sedar Gür und Prof. Wolf Wilms


Texte in Anlehnung an das Leporello von Nationaltheater Mannheim sowie an Texte der Redaktionsmitglieder von Klasse.Extrablatt in Die Rheinpfalz; in Sonntag Aktuell;
Fotos mit freundlicher Genehmigung des Jungen Nationaltheater Mannheim / Schnawwl
Fotograf: Florian Merdes

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