Nationaltheater Mannheim / Schnawwl / Junge Oper
Klasse.29. Schultheaterwoche 2011
vom 23. März bis 26. März 2011
Nachfolgende Texte sind Anmerkungen zum Inhalt und zur Theatergruppe der jeweiligen Produktion bei Klasse.Schultheaterwoche 2011. Die Anmerkungen erfolgen in der Reihenfolge ihrer Aufführungstermine.
Theater-AG des Lessing-Gymnasiums Mannheim
mit ´Die
Troerinnen` nach Euripides von Sungard Rothschädl
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Inhaltliche Anmerkungen
Der Trojanische Krieg ist
zu Ende und die siegreichen Griechen verteilen untereinander ihre
Errungenschaften, darunter auch die Frauen der gefallenen Helden und
unterlegenen Krieger Trojas. Für die Frauen beginnt damit ein traumatischer
Lebensabschnitt. Über ihren Körper wird fortan bestimmt, ihre Ängste und
Empfindungen werden ignoriert, ihre Zukunft wird über ihre Köpfe hinweg
entschieden. Allen voran die Königin Hekabe, die ihre Töchter
Kassandra, Polyxena und Andromache im Verlauf des Stückes verliert. Nur
Helena kann darauf hoffen, dem Schicksal zu entkommen.
Auch heute noch erwartet Frauen in vielen Kriegsgebieten ein solches
Schicksal.
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"Mit einer zeitgenössischen Fassung von Euripides` ´Troerinnen` bot die Theater-AG des Lessing-Gymnasiums Mannheim ein herausragendes Stück Schultheater. Vorzügliche Wechsel zwischen Solostimmen und Chor, Spielszenen und lyrischer Klage sowie Charakterzeichnung, Spielfluss, stringente Personenführung und überzeugende Kostüme fügten sich zu einem aufwühlenden Bild des Leidens der Frauen im Krieg." (Text: Heike Marx)
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Anmerkungen zur Produktion
Auf Basis einer modernisierten Fassung der antiken Vorlage entwickelte die Theater-AG ihre durch Tanz- und Choreinlagen stark geformte Version von Euripides` Tragödie. Der ständige Wechsel zwischen epischem und dramatischem Spiel ist eine große Herausforderung für die Spielerinnen und Spieler. Auch ist der weibliche Blick auf die Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen immer noch brandaktuell. "Den stärksten Eindruck in diesem Frauenstück hinterließen die Mädchen."
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Theater-AG Halle 4 der Integrierten Gesamtschule
Mannheim-Herzogenried
mit der Eigenproduktion ´Deck 5`
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Inhaltliche Anmerkungen
Auf einem Parkdeck, welches eigentlich nur von dem Obdachlosen Karl bewohnt wird, wird es plötzlich eng. Viele verschiedene Menschen haben die Idee, auf Deck 5 des Parkhauses ihre Silvesternacht zu verbringen - allerdings mit ganz unterschiedlichen Hintergedanken: Die Jungbusch-Gang will es krachen lassen und in das neue Jahr hinein feiern, zwei Sechstklässler möchten nur ungestört ihre erste Zigarette rauchen und wieder andere haben sich aus unterschiedlichen Gründen vorgenommen, dass dies der allerletzte Jahreswechsel sein soll, den sie erleben.
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"Das Stück repräsentiert das Elend dieser Welt, indem es subtil auf die Probleme unserer Gesellschaft aufmerksam macht, ohne sie zu lösen. So wird der Zuschauer Zeuge von Vergewaltigungen und rauchenden Minderjährigen, von gewaltbereiten Jugendlichen und der Außenschau besoffener Perspektivloser. Blinde, geistig Behinderte, Aidskranke - nichts wird auf ´Deck 5` ausgespart, und so manch einer mag sich von dieser seelischen Draufsicht auch überfordert fühlen." (Sonntag Aktuell, 27.03.2011)
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"Choreografisch aufwühlende Szenen des sexuellen Aktes und der Diffamierung bekräftigen den Effekt der Überforderung zusätzlich. Doch die Episodenhaftigkeit der dramatischen Ereignisse bleibt in keiner Form ein unrealistisch gezeichneter Spiegel der Tatsächlichkeit. Nur wirken sie vom Ensemble künstlerisch aufgearbeitet direkter, als wenn sie im normalen Alltag aus einer gewissen Distanz geschehen." (Sonntag Aktuell, 27.03.2011)
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Die 11- bis 19-jährigen Schülerinnen und Schüler der
Theater-AG Halle 4 ließen sich bei ihrer Eigenproduktion von Nick
Hornbys ´A Long Way Down`
inspirieren und erarbeiteten schließlich ein Stück mit vielen
choreografischen Elementen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Leistung der Schülerinnen und
Schüler schwerpunktmäßig nicht in der reinen Darstellung von Leid liegt,
sondern dass jeder der Protagonisten eine hoffnungsvolle Mitteilung auf das
Leben selbst gibt, der trotz allem in dieser Darstellung nicht verloren
ist.
Die Aufführung dieser Inszenierung bei der 29. Mannheimer Schultheaterwoche
fand nicht im Nationaltheater statt, sondern in der Aula der Integrierten
Gesamtschule Mannheim-Herzogenried.
Spielleitung: Rainer Bade, Katharina Brechensbauer, Sedar Gür und Prof. Wolf Wilms
Texte in Anlehnung an das Leporello von Nationaltheater
Mannheim sowie an Texte der Redaktionsmitglieder von
Klasse.Extrablatt in Die Rheinpfalz; in Sonntag
Aktuell;
Fotos mit freundlicher Genehmigung des Jungen Nationaltheater
Mannheim / Schnawwl
Fotograf: Florian Merdes









