Lowry, Hüter der Erinnerung
Lois Lowrys utopischer Roman schildert den Weg eines 12-jährigen Jungen, der
in einer perfekt organisierten Gesellschaft, in der alle Entscheidungen dem
Einzelnen abgenommen werden, aufgewachsen ist. Diese Gesellschaft ist für ihn
selbstverständlich, bis er zum "Hüter der Erinnerung" ernannt wird. In seiner
Vorbereitungszeit auf dieses wichtigste Amt in seiner Gemeinschaft lernt er jedoch,
die Grenzen seiner Gemeinschaft - z.T. auf schmerzliche
Weise - kennen. Er lernt, dass es ein Leben
außerhalb der ihm bekannten Gesellschaft gibt, ein Leben, das völlig neue
Perspektiven eröffnet.
Das Zukunftsbild, das Lowry entwickelt, führt den Leser relativ behutsam in
diese utopische Gesellschaft ein. Vieles erscheint vertraut, anderes
merkwürdig, einiges vielleicht zunächst unverständlich. Doch gerade dadurch
können die Schüler und Schülerinnen die immer wieder fließende Grenze
zwischen ihrer Realität und der utopisch fiktionalen Realität von Jonas, dem
Protagonisten des Romans, erkennen und festmachen.
Als durchgängige Aufgabe bietet es sich an, Überschriften für die einzelnen Kapitel zu finden. In Zusammenarbeit mit bildender Kunst könnte hier auch ein Bild bzw. mehrere Bilder zu den Kapiteln gestaltet werden.
Eine Unterscheidung zwischen den Gattungen "utopischer Roman", "Science Fiction" und "Fantasy" lässt sich problemlos einbauen.
Der Roman passt auch zu
William Sleator, Haus der Treppen (Konditionierung und Gruppenverhalten).
Der Roman eignet sich v.a. für die Klassenstufe 8 bis 10.
Die hier vorgestellten Bausteine - siehe rechte Spalte - stellen keine in sich geschlossene Unterrichtseinheit dar, sondern bieten einzelne Aspekte, die in die eigene Unterrichtsplanung eingebaut werden können.
Alle Seitenangaben beziehen sich auf die Ausgabe der dtv-junior-extra-Ausgabe , No. 78110
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