Kants Moralphilosophie
Materialien für den Ethikunterricht in der Kursstufe, von Dr. Christof Schilling
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Die Unterrichtseinheit geht mit Kant davon aus, dass für die Orientierung unseres Alltags-handelns Maximen eine zumindest implizite Rolle spielen und entwickelt anhand exemplarischer Handlungssituationen zunächst Kants Fragestellung nach einem unbedingt verpflichtenden und universal gültigen Moralprinzip (Mat 1-3), um dann Kants Antwort sowie die hierbei getroffenen anthropologischen Annahmen zu diskutieren (Mat 4-7). Es folgt eine Auseinandersetzung mit der Funktion des Moralprinzips in konkreten Handlungssituationen. Hierbei wird einerseits auf die kriteriale Funktion des Kategorischen Imperativs (M 8) und andererseits auf das Motivationsproblem (Mat 8, 9) eingegangen. Den Abschluss bildet die Diskussion des menschlichen Selbstverständnisses, wie es von Kant im "Beschluss" der KpV formuliert wird (Mat 11). Das Ergänzungsmaterial (Mat 12) kann variabel eingesetzt werden. Man könnte die UE bspw. auch mit der Konfrontation von Grundgedanken der Aufklärung mit Motiven der romantischen Aufklärungskritik beginnen.
1.)
Zunächst können die Schüler/innen sich die Rolle von Maximen im Alltagshandeln vergegenwärtigen und diskutieren, welche Maximen rechtfertigbare Interessen anderer Menschen berühren und somit moralisch relevant sind.
2.)
Mit diesem Arbeitsblatt wird das Verhältnis von Handlungen und Maximen geklärt. Die S. überlegen zudem selbst, anhand welcher Kriterien Maximen als moralisch richtig beurteilt werden könnten. Meist werden von den S. hier schon Gesichtspunkte wie Nutzen, Sitte oder das Gewissen genannt. (Man kann hier eine Systematisierung nach Ethiktypen vornehmen.) Die Fragestellung, wodurch jeweils diese Kriterien außer Kraft gesetzt werden können (Wandel der Sitten, unterschiedliche Nutzenkalküle, ...) und die damit verbundene Einsicht, dass keines dieser Kriterien (bzw. keine dieser Ethiken) als ein unbedingtes und universales Moralprinzip taugt, führt auf Kants Frage und Suche nach einem ebensolchen Moralprinzip.
3.) Gibt es ein unbedingt und universal gültiges Moralprinzip?
Dieses Übersichtsblatt systematisiert die oben schon erarbeiteten Zusammenhänge im Horizont der Aufklärung, führt Kants Bestimmung hypothetischer Imperative ein und formuliert noch einmal Kants Fragestellung. Die S. können auf dieser Grundlage nun selbst Gesichtspunkte festhalten, die ihrer Meinung nach Bestandteil eines solchen aufklärerischen Moralprinzips sein sollten.
4.)
Die Überlegungen der S. bieten nun die Grundlage für die Klärung und die Auseinandersetzung mit den Formulierungen des Kategorischen Imperativs. Je nachdem, wie die Diskussion verläuft, kann es sinnvoll sein, zunächst auf Kants Unterscheidung von vollkommenen und unvollkommenen Pflichten einzugehen und dann erst die weiteren Formulierungen des Kategorischen Imperativs zu diskutieren.
5.)
s.o.
6.) Moralische Autonomie:
a)
b)
Nachdem das Moralische Gesetz bisher gewissermaßen ex negativo erschlossen wurde, kann man ansatzweise klären, wie Kant die Konstitution dieses Moralischen Gesetzes zu rekonstruieren versucht.
7.)
Ergänzend oder alternativ zu M 6 kann man sich anhand dieses Schaubildes noch einmal die Konstitution einer kategorischen moralischen Verpflichtung sowie zusätzlich die utopische Ausrichtung des moralischen Bewusstseins auf das höchste Gut verdeutlichen.
8.)
Hier soll nun der kategorische Imperativ zur Anwendung kommen - im Dreischritt von probeweiser Entscheidung für eine Handlungsalternative, Maximenformulierung und Überprüfung der Maxime am Kategorischen Imperativ. An diesen Beispielen kann zudem die Differenzierung von Tugendpflichten (unvollkommenen Pflichten) und Rechtspflichten (vollkommenen Pflichten) fruchtbar ge-macht werden.
9.)
Offen blieb bisher die Frage, wodurch moralisches Handeln motiviert sein kann. Das AB dient der Annäherung an diese Frage, indem es auf der Grundlage einer Umformulierung von Kants Anna von Boleyn-Beispiels (vgl. KpV, A 277, 278) zunächst einmal zur Explikation von Gefühlen, die in moralischen Konfliktsituationen auftreten können, anleitet.
10.) Das Gefühl der Achtung
a)
b)
Unterstützt durch das AB können die S. nun das Herzstück von Kants Moralphilosophie - seine Konzeption der moralischen Motivation durch das Gefühl der Achtung - erarbeiten.
11.)
Die Struktur der Achtung prägt auch das Selbstverständnis des Menschen. Die existenzielle Dimension von Kants Moralphilosophie kann in der Auseinandersetzung mit diesem Text abschließend diskutiert werden.
12.) Ergänzungsmaterial:
a)
b)
c)