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Liste der neuesten Liens und Archiv: s. rechte Spalte.

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Kampf dem „accent“! - Aussprache online

Seit den 60er Jahren waren sie der Stolz der Schulleiter. Heute gibt es sie kaum noch, die Sprachlabore, in denen Generationen von Schülern mit müffelnden Kopfhörern verrauschte Kassetten nachgesprochen haben, so gut es eben ging. Trotzdem ist Aussprache gerade im Fach Französisch natürlich immer noch wichtig – in kaum einer anderen Sprache werden Nicht-Muttersprachler derart nach ihrem „accent“ beurteilt. Zahlreiche Internetseiten unterstützen Schüler heute dabei, sich den richtigen Zungenschlag anzueignen.

    Übungen online


  • In den  Mémos von TV5 werden in einem kurzen Clip (etwa 1 Minute) einzelne Laute erklärt und ihre Aussprache ausführlich demonstriert. Für die Anwendung gibt es einen weiteren Clip mit einer kurzen amüsanten Spielsequenz. Für Anfänger.
  • Die Seite mit Anbindung an die  Universität von Ragusa (Sizilien) ist von Studenten gemacht. Obwohl nicht alle Links funktionieren, lohnt sich ein Blick auf das liebevoll gestaltete Angebot von Lautunterscheidungsübungen mit Sebstkorrektur.
  • Ähnliches haben sich die spanischen Kollegen von der  Universität von León ausgedacht. Auch hier gibt es Unterscheidungsübungen; außerdem eine ausführliche Liste von  Liedern zu besonderen Lauten des Französischen, sogar jeweils mit Hörbeispielen.
  • Eine Seite, die sich ganz der  Phonetik verschrieben hat. Unterscheidungsübungen gibt es unter der Rubrik „phonème“. Die Seite hat ein recht einfaches Erscheinungsbild, dafür läuft mit Flashplayer alles ziemlich zuverlässig auf den meisten Browsern.
  • Aussprache zum Ausdrucken


  • Falls der Computerraum mal wieder besetzt ist und nichts tut außer dem Kopierer, gibt es auf  "bonjourdefrance" Arbeitsblätter unterschiedlicher Niveaus mit vielen Ausspracheübungen zum Runterladen.
  • Eine Fundgrube ist auch der sympathische und reichhaltige  Blog einer weit gereisten Phonetik-Expertin mit viel Lehrerfahrung; viel spielerisches Material zum Runterladen und Ausdrucken wartet dort auf den täglichen Einsatz im Klassenzimmer (comptines, Bildkärtchen zu den einzelnen Lauten etc.); es gibt auch Material zur Evaluation, dafür muss man manchmal orthografische Schwächen in Kauf nehmen. Die Autorin legt Wert auf den „rythme“ des Französischen.
  • (29.02.2016)

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    Gesichter der Flucht - Histoires de réfugiés

    Sie sind aufgebrochen, weil sie sich anderswo ein Leben in Sicherheit erhoffen. Viele Menschen, die vor aussichtslosen Lebensbedingungen, Krieg oder Terror fliehen, sind schon bei uns angekommen - auch in den Schulen. Bücher und Geschichten machen es leichter, im Unterricht über ihre Situation und ihre Schicksale zu sprechen. Aber auch Reportagen und Interviews geben den Betroffenen ein Gesicht. Eine Auswahl an geeignetem Material für den Unterricht.

    Bücherempfehlungen: Geschichten und Reportagen

    • Die unentbehrliche Liste des Institut suisse Jeunesse et Médias bei  ricochet-jeunes.org liefert kurze Inhaltsangaben und Altersempfehlungen zu Büchern, die sich mit dem Thema "Flüchtlinge" beschäftigen.
    • Die belgische Sektion des  UNHCR hat eine etwas weniger umfangreiche kommentierte Lektüreliste,  Livres sur les réfugiés , bestehend aus Romanen, Erfahrungsberichten und Reportagen, allerdings nur mit sehr groben Altersempfehlungen, zusammengestellt.
    • Bücher über Verlusterfahrungen, darunter viele über Krieg, Flucht und Vertreibung, haben Redakteure von Libération ausgewählt, liebevoll kommentiert und mit genauen Altersempfehlungen versehen:  Livres pour parler du deuil.
    • Ein umfangreiches  Dossier mit Unterrichtsvorschlägen  zum Thema Flüchtlinge und Menschenrechte für verschiedene Altersgruppen, am Ende ergänzt mit Lektüre- und Filmtipps, bietet die französische Sektion von Amnesty international.

    Besondere Bücher

    •  "Eux, c'est nous" heißt das bemerkenswerte kleine Büchlein, das dazu aufrufen will, Flüchtlingen zu helfen. Es entstand als ganz außergewöhnliches Projekt durch die  Zusammenarbeit vieler Verlagshäuser, kostet nur 3 Euro und bietet durch die Kürze und gute Verständlichkeit seiner auf Aufklärung durch Information abzielenden Texte eine ganze Reihe von Anknüpfungspunkten für den Unterricht. Daniel Pennac hat ein Vorwort geschrieben, in dem er um Verständnis für Flüchtlinge wirbt.
    • Fast ohne Worte kommt  Akim court aus. Die einfachen, aber eindringlichen Zeichnungen von Claude K. Dubois zeigen die Erlebnisse eines Kindes im Krieg. Die Bilder schaffen Sprechanlässe auch für junge Französischlernende; der Text ist einfach formuliert und mit wenig Hilfe auch für fortgeschrittene Anfänger zugänglich. Die deutsche Übersetzung wurde 2015 mit dem  Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
    • Mit  Bienvenue ! haben 34 namhafte Autoren und Illustratoren Arbeiten zum Thema Flüchtlinge für die éditions Points beigetragen. Die teilweise anspruchsvollen Texte sind allerdings eher für die Oberstufe geeignet. Der Erlös (5 Euro pro Ausgabe) kommt dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zugute.

    Filme und Videos

    • Wie kommen Flüchtlingskinder in die Schule? Eine kurze Reportage aus Belgien erzählt von der Arbeit des Roten Kreuzes bei der Unterstützung von Flüchtlingsfamilien, von den Schwierigkeiten des Ankommens und dem Glück der kleinen Erfolge:  Ecole et réfugiés.
    • Was ist eigentlich los in Syrien? Junge Syrer berichten von ihrem Land und ihrer Flucht:  Vers une nouvelle vie.
    • Fünf Flüchtlinge stellen sich und ihre Geschichte in kurzen Porträts vor - produziert vom UNHCR, mit Dossier für den Unterricht in vielen Sprachen:  Portraits - visages de la fuite."
    • Eine  Giraffe im Regen ist die Protagonistin in diesem zauberhaften kurzen Trickfilm, der von der "Ligue des droits de l'homme" mitproduziert wurde. Die DVD und eine CD-Rom mit spielerisch gestaltetem Unterrichtsmaterial zum Thema Flucht können Lehrer per Mail kostenlos bestellen.
    (01.02.2016)

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    Les rois et la galette

    Bei uns spielen sie kaum eine Rolle – in Frankreich jedoch werden sie schon im Kindergarten enthusiastisch gefeiert: Beim Fest der Heiligen Drei Könige mischen sich vorchristliches Brauchtum, biblische Überlieferung und Legendenbildung.
    Die geheimnisvollen Weisen fühlen sich bestimmt auch in der Schule wohl.
    Für einen feierlichen (und vielleicht auch lustigen) Unterrichtsbeginn nach den Weihnachtsferien gibt es im Netz Material für jede Altersstufe und jedes Niveau. Und eine "galette des rois" nach erprobtem  Blitz-Rezept mit Geling-Garantie (sofern man den Kuchen rechtzeitig aus dem Ofen holt) gelingt jedem!

      Geschichte(n) und Legenden:


    • Text nach Matthäus mit Anregungen zur Auseinandersetzung mit der biblischen Überlieferung (mit Kommentar): bei  Bible-Service.
    • Sehr kurzer Abriss über die Geschichte der "rois mages", Symbolik und Brauchtum:  Histoires et symboles.
    • Ausführliche und reich bebilderte Erläuterungen zur Legende der heiligen 3 Könige und dem historischen und theologischen Hintergrund:  Légendes des mages.
    • Sehr kindlich aufgemacht, aber nett - Geschichte der Könige in Gedichtform und Geschichte "roule galette":  Histoires des rois.
    • Spiele:


    • Online-Quiz über das Fest und Brauchtum:  Questions autour des rois.
    • Kreuzworträtsel:  Comme les rois mages.
    • Für die Kleinen und vielleicht auch die Großen ein kleines Fingertheaterstück? - Die Könige als Papierfiguren zum Ausdrucken und Basteln:  Les rois en papier.
    • Brauchtum:


    • Woher kommt der Brauch der "Galette des Rois"? - Historischer Abriss und Video aus dem Bäcker-Alltag (L'OBS):  "La galette des rois, une coutume très française".
    • Netter Sprechanlass und fertiges Arbeitsblatt: Verpackungen von "galettes des rois" und ihre Interpretation (am schönsten als Farbdruck):  Emballage de galette: jeu d'observation.
    • Arte Karambolage: Anekdote zur "Galette des Rois" und Bildergeschichte – als Sprechanlass oder Produktionsidee im Unterricht (zum Beispiel mit PowerPoint):  Arte: Karambolage - die "galette des rois".
    • (17.12.15)

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      Geschichten von Flucht und Vertreibung - Camp Joffo bei Rivesaltes

      Die Geschichte der Flüchtlinge in Europa ist viel älter als die Syrienkrise. Ein Ort in der Nähe von Perpignan, in der Ebene zwischen Bergen und Mittelmeer, spiegelt die großen Konflikte Frankreichs im 20 Jahrhundert und ihre Folgen für die involvierten Menschen.
      Etwa 60 000 "indésirables" waren in diesem größten Internierungslager Westeuropas teilweise unter unvorstellbaren Bedingungen untergebracht.
      Lange Zeit wurde diesem leidvollen Ort wenig Beachtung geschenkt. Erst seit September 2015 soll ein großer Museumsbau an die Internierung und das Leid der verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Lager erinnern.
      • Knapper Überblick über das Camp Joffo und seine Bewohner:  Wikipédia en français.
      • Kurze Vorstellung des Camps mit Bildern:  Chemins de mémoire.
      • Umfangreiches Dossier über die wechselvolle Geschichte des Internierungslagers; richtet sich gleichermaßen an Lehrer und Schüler:  Mémorial, dossier pédagogique.
      • Kurzer Artikel zur Eröffnung des neuen Museums mit Überblick über die Geschichte des Camps:  Le Point.
      • Artikel zur bemerkenswerten Architektur des neuen Museums mit Bild:  Architecture du mémorial.
      • (14.12.15)

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        Man sieht nur mit dem Herzen gut

        Es sind stürmische Zeiten – vielleicht ist es gerade da angebracht, mal wieder einen Klassiker hervorzukramen, der die Macht der Liebe beschwört.
        Eine filmische Neuauflage von Anoine de Saint-Exupérys "Petit Prince" ist gerade in den französischen Kinos angelaufen. Im liebevoll gestalteten Internet-Auftritt des Films verbirgt sich eine Fülle von Material für die Arbeit in der Schule:  "Le petit prince - le film". Es gibt Verständnis- und Produktionsaufgaben zum Film, Informationen über dessen Machart und sogar eine Bastelanleitung für ein "thaumatrope", eine "Wunderscheibe", mit der man ein bewegtes Bild erzeugen kann. Ein buntes  "cahier de jeux"  als PDF bietet weitere Möglichkeiten. Ein großer Teil des Materials kann auch benutzt werden, wenn man den Film selbst nicht (ganz) gesehen hat - die Seite verlinkt auf Plakate und Trailer, die sich gut in die Arbeit im Klassenzimmer einbinden lassen.
        Etwas konventioneller, aber sehr praxisnah kommt der offizielle Web-Auftritt des Petit Prince daher. Im umfangreich gestalteten  "Bereich für den Unterricht" gibt es Arbeitsblätter zum Runterladen, zu Wortschatz und Grammatik für alle Niveaus; ein tolles Angebot, unmittelbar einsatzbereit für binnendifferenziertes Arbeiten.
        Ein wunderbar gelesenes Audiobook auf Youtube,  "Petit Prince - audio", bietet eine sehr gut verständliche Textgrundlage für Hörverstehensübungen.
        Etwas spielerischer gibt sich ein Projekt der Universität Genf: Dort kann man Auszüge aus dem "Petit Prince" in verschiedenen Sprachen auf einer interaktiven Karte anhören, ein Quiz dazu machen und sogar selbst aufgenommenes Sprachmaterial einstellen:  "Sprachenprojekt Petit Prince"
        Auf  "Exercices en ligne schließlich, einer Seite mit Online-Übungen, gibt es ein Diktat mit Selbstkorrektur.
        Und wem der Sinn nach Liedern steht: Yannick Noahs kleines Chanson   "De planète en planète" zur Animationsserie bietet einen poetischen Text mit Anknüpfungspunkten zur Aktualität.
        (01.12.15)

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        Wie im Französisch-Unterricht über die Attentate sprechen?

             Source :  Jean Jullien

        Der Umgang mit den terroristischen Anschlägen in den verschiedenen Altersstufen treibt viele Eltern und Lehrkräfte um. Schülerinnen und Schüler sprechen auch von sich aus die Lehrkräfte an. Kindern kann man nicht einfach die Wahrheit verschweigen, sagt die Psychotherapeutin  Hélène Romano, doch ist, zumal bei jüngeren Kindern, das erste Gebot, sie zu beruhigen und zu trösten, so  Edwige Chirouter;  Anne-Marie Bureau gibt dafür fünf einfache Ratschläge.
        Zahlreiche Organisationen und Medien sowie das französische Erziehungsministerium wollen Hilfen geben. Hier einige Links, die ihrerseits oft weiterführende Links enthalten:

        Ratschläge für Eltern und Lehrkräfte

        • Chez les collégiens et les lycéens, « ce qui ressort le plus, c’est la peur »,  Le Monde
        • Attentats à Paris : comment en parler aux enfants ? Für Eltern.  Le Monde und  Milan
        • Images de guerre au c½ur de Paris : comment en parler aux enfants,  Le Figaro
        • Attentats de Paris : comment en parler aux enfants,  Le Parisien
        • Des livres pour parler aux enfants, vorgestellt von  Libération
        • Des documents pour parler des attentats de Paris avec vos enfants,  Milan, mit Links für Kinder bis 12 Jahre
        • Quels mots pour parler des attentats avec les enfants, à l’école ou à la maison ?  France Info, mit weiterführenden Links
        • Le terrorisme expliqué aux enfants,  Tahar Ben Jelloun (Schriftsteller), für größere Kinder
        • Comment parler des attentats de Paris aux élèves ? Des profs témoignent,  Rue89
        • Comment rassurer mes élèves ? Qu’est ce que je vais leur dire ?  Libération
        • Savoir accueillir la parole des élèves après les attentats terroristes en Ile-de-France,  éduscol (Erziehungsministerium), sehr umfangreich
        • Attentats: comment les enfants les vivent, comment leur en parler,  rfi
        • Dossier spécial après les attentats de Paris,  1jour1actu, speziell für Kinder
        • Erklären, ohne Angst zu schüren,  taz; Reaktionen in deutschen Schulen

        Unterrichtsmaterial

        • L'éducation face aux attentats,  TV5MONDE
        • Unterrichtsmaterial zu den Terroranschlägen in Paris,  Axel Braun
        • L’après attentats. Des ressources pour parler avec les enfants,  Cahiers pédagogiques
        (27.11.15)

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        Freiwilligendienst in Frankreich

        Sein Französisch verbessern? Das Nachbarland kennenlernen? Neue Freundschaften schließen?
        Der  Conseil Départemental du Bas-Rhin bietet interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst (Service civique) von 7 Monaten in einer seiner Abteilungen zu absolvieren. Das Angebot richtet sich an Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren, deren Sprachkenntnisse ausreichen, um sich in einem französischen Arbeitsumfeld zurechtzufinden. Aufgaben sind z.B.: Leistungsschwache Kinder unterstützen; einkommensschwachen Bürgern den Zugang zu einer würdigen Unterkunft und zu Energie ermöglichen; die Mitarbeiter des Conseil Départemental du Bas-Rhin für das Thema "Nachhaltige Entwicklung" sensibilisieren; s.  ausführliche Liste. Vergütung : 717¤ pro Monat.
         Informationen auf Deutsch und Bewerberformular (dossier de candidature). Das ausgefüllte Bewerberformular schickt man per E-Mail an: jeunesse@bas-rhin.fr bzw. bringt es mit zum offiziellen  Bewerbertag mit Auswahlgesprächen am 9. September 2015 im Hôtel du Département, 1, place du quartier Blanc, Straßburg.
        Weitere Informationen auf Französisch: Tel: (+33) 3 88 76 64 96, jeunesse@bas-rhin.fr; auf Deutsch: Tel: (+33) 3 88 76 67 10, deti@bas-rhin.fr.
        (4.8.15)

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        Le corbeau et le renard

        Zur bekannten Fabel "Le corbeau et le renard" von  Jean de La Fontaine finden sich alle erdenklichen Materialien im Internet. Hier eine Auswahl:

        Darbietungen des Texts

        • Als Einstieg zu "Le corbeau et le renard" (und auch zu "Dégustation de fromages", s. vorigen Lien de la semaine) ist die  Parodie  von Olaf et Korpatas (Lied und Zeichentrickfilm) bestens geeignet.
        •  Bilder, Videos, Versionen...
        • Le Corbeau et le Renard als  Zeichentrickfilm mit eingeblendetem Text für Kinder, langsam vorgelesen.
        •  Text der Fabel zum Lesen und Anhören, mit Grafiken zum Weiterklicken.
        •  Gepfiffene Version von Roger Pierre (1958), bereitgestellt von der INA (Institut national de l'audiovisuel).
        • Zum Illustrieren des ausgedruckten Texts findet sich eine große Auswahl von Grafiken über eine  Bildersuche im Internet; z.B. die Zeichnung von  Grandville.
        • Text der  Fabeln La Fontaines als PDF und als E-Book (ePUB), kostenlos bei TV5MONDE.

        Überprüfung des Textverständnisses (nach Schwierigkeitsgrad)

        Interpretation

        Parodien

        gibt es z. B. von  J.-L. Moreau,  Vidaud (unter "Détournement") oder  P. Perret; s. auch die o.g. Parodie von  Olaf et Korpatas .

        Textproduktion

        • Hier bieten sich u.a. Stellungnahmen zu den o.g. oder anderen Interpretationen an.
        • Als kreative Übung können die Schülerinnen und Schüler z. B. eine eigene Fabel(-parodie) schreiben und illustrieren, mit zwei frei wählbaren Tieren (und einem vorgegebenen (?), weit gefassten "moralischen" Thema).
        • Und wie wäre es mit Auswendiglernen (une fois n'est pas coutume !), Deklamieren und szenischem Darstellen?
        (22.7.15)

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        Schuljahrsende: Dégustation de fromages

        Warum nicht das Schuljahr mit einer Käseprobe in der Klasse beschließen? Marie Quatrehomme, fromager affineur et meilleur ouvrier* de France gibt dazu  Ratschläge. Es muss ja nicht ein  Atelier de dégustation de fromages für 60,00 ¤ pro Person sein...
        Aufgaben können sein, Käsesorten und etwa die Website des  Camembert-Museums und die von  La vache qui rit zu explorieren und zu präsentieren. Die Firma Bel betreibt auch  La Maison de La Vache qui rit in  Lons-le-Saunier.
        Einen  Überblick und eine  Liste der französischen Käse gibt es bei Wikipédia; dort findet man Links zu den Käsesorten, die man beschreiben und verkosten will. Das im Entstehen begiffene Wikipédia-Projekt  WikiCheese möchte möglichst viele Fotos von Käsesorten zur Verfügung stellen; s.  Bericht bei L'Obs. Einen  Guide du fromage bietet La maison Androuët (fromageries) (Geschichte, Produktionsprozess, Tipps), dessen Chef im Käse einen  Pfeiler der französischen Gastronomie sieht.
        Die  Appellation d'Origine Protégée (AOP), die  geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) der EU gilt auch für Käse. Der Kampf um die Markennamen tobt auf EU-Ebene; so darf der  französische Gruyère weiter so heißen, muss aber, anders als der Schweizer Gruyère, Löcher haben. Und endlich ist jetzt das  Geheimnis der Löcher im Schweizer Käse enthüllt... Le Figaro berichtet über den angeblichen  "Raubüberfall" ausländischer Käse auf den französischen Markt, G. Laval sieht die Tradition des  Rohmilchlkäses durch die EU-Normes und die großen Nahrungsmittelkonzerne bedroht. Schließlich gehören "Les arts culinaires" zu Frankreichs  Kulturerbe, auch wenn der Käse wohl im nahöstlichen  Croissant fertile entstanden ist.
        Der Bedeutung des Käses in Frankreich entsprechend fand kürzlich das  Mondial du fromage in Tours samt einem  Concours Mondial du Meilleur Fromager 2015 statt. Manche Franzosen sind  tyrosémiophiles (Käse-Etikettensammler) mit eigenen Internetseiten wie  Le tyrosémiophile oder  Club Tyrosémiophile de France.
        S. Kraland et M. Le Breton versuchen eine (nicht ganz ernst gemeinte)  Charakterisierung der Käseliebhaber nach ihrer Lieblingssorte. Und sind nicht die Franzosen insgesamt  "râleurs" und daher unregierbar, weil sie so viele Käsesorten haben?  "Comment voulez-vous gouverner un pays où il existe 258 variétés de fromage ?" soll Ch. de Gaulle gesagt haben - die Zahl der Käsesorten ist aber  mangels sicherer Quellen umstritten ( 246,  258,  über 300, 365...)
        Die Ausdrücke  En faire tout un fromage und  Entre la poire et le fromage erklären Expressio oder  Les produits laitiers.
        Note: Man beachte den konservativen Verzicht auf die korrekte weibliche Form "une maître fromagère", bei  ATILF und sogar im Internet zu finden.
        (15.7.15)

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        Weinanbau der Champagne und der Bourgogne ist "Weltkulturerbe"

        Zwei neue Stätten in Frankreich wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert: Die Weinberge, Gebäude, Weinkeller und die besondere Methode zur Herstellung des Champagners der  Champagne sowie die  "Climats" der  Bourgogne mit ihren Hängen, dem Mikroklima, der Anbauweise und dem einzigartigen Wein sowie der Altstadt von Dijon. Damit stehen  41 französische Stätten auf der UNESCO-Liste.
        Vorbereitet wurde die Aufnahme der Champagne durch ein aufwändiges Dossier des Vereins  Paysage du Champagne, dessen  Mitglieder v.a. staatliche Institutionen und Wirtschaftsverbände sind. Auf der Website dieses Vereins finden sich viele ansprechende Materialien ( Pressekommuniqués; Dossiers zu den  Coteaux, Maisons et Caves de Champagne  und zur  Aufnahme  in die UNESCO-Liste;  Kurzfassung des Dossiers). Auch der Verein  Climats du vignoble de Bourgogne bietet viele Materialien (Video (unten auf der Startseite),  Dossier, eine  Frise historique mit vielen Bildern, eine umfangreiche  Docuthèque mit zahlreichen Dossiers, u.a. auch eine gut verständliche  "plaquette jeune public"  mit Hilfen für Pädagogen und Vereine und eine anschauliche Darstellung des  Aufnahmeverfahrens). Viele dieser Materialien eignen sich für Präsentationen u.ä. schon in der Mittelstufe.
        Sarkastisch bemerkt allerdings Kommentator(in)  "LEM" in der Humanité: "Ahhhh, la Champagne, le Champagne, ses pesticides, ses herbicides, ses travailleurs détachés sous-payés de Pologne - et prochainement de Hongrie - en guise de vendangeurs enfin au patrimoine mondial de l'UNESCO ! Tout un poème..."

        Weitere Links:

        (8.7.15)

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        Vidéos à didactiser

        Der Fernsehsender  TV5MONDE hat eine neue Rubrik für Französch-Lehrkräfte:  Vidéos à didactiser. Dort werden Reportagen mit Transkription zum Download zur Verfügung gestellt. Auch für die eigentliche didaktische Arbeit stellt TV5MONDE Hilfen zur Verfügung:  6 étapes pour créer un cours avec un document audiovisuel: Ideen für pädagogische Szenarien mit audiovisuellen Materialien, vom Einstieg über Hör-/Sehverstehen bis zur sprachlichen und kreativen Arbeit. Das reicht bis zu Vorschlägen für die Produktion eigener Radio- und Fernsehsendungen im Französischunterricht.
        Der Newsletter  Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue (1/2014) gibt weitere Informationen, wie man TV5MONDE nutzen kann, nicht nur für Französisch bilingual!
        (1.7.15)

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        Theater in der Klasse

        Sketche und Theaterstücke sowie Anregungen für die Umsetzung, von der Grundschule bis zur Kursstufe. Einige Links:

        •  Le Proscenium, nach eigenen Angaben "La plus grande bibliothèque de textes à jouer francophones téléchargeables gratuitement". Über 5000 Texte lebender Autoren. Suche nach mehreren Kategorien möglich..
        •  Planète Enseignant. Viele Links zu Theaterstücken, Sketchen, Pantomimen, Comédies musicales u.a.
        •  La Comédiathèque. Jean-Pierre Martinez, vielgespielter Autor, stellt Theaterstücke (comédies, sketchs, saynètes, monologues) zum Download zur Verfügung.
        •  École de petite Prune. Pièces de Théâtre, sketches... pour le spectacle de fin d'année, für französische Grundschulen.
        •  Comedies historiques pour les enfants. Episoden aus dem Leben historischer Persönlichkeiten, ab 11 Jahre. Texte im Word-Format herunterladbar.
        •  Graines de Paix. Einige "Sketchs drôles" zur Friedenserziehung im weitesten Sinne.
        •  Dramaction: Le site pédagogique des enseignants de théâtre. Kanadische Website mit Übungen, Arbeitsblättern und Informationen für Theater-Workshops.
        (24.6.15)

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        Ont ne jouent pas avec le français !

        Dieses Motto hat sich das Blog  "Bescherelle ta mère. On t'apprend à parler français, putain." auf seine Fahnen geschrieben. Die Internetpräsenz mit den verbreiteten  Grammatikbüchern von Bescherelle und den vulgären Anspielungen im Namen lädt ein, Verstöße gegen die französische Rechtschreibung und Grammatik aufs Korn zu nehmen. Die Jagd auf (grobe) Französisch-Fehler interessiert offenbar viele Leute, die witzige Fälle fotografieren und auf "Bescherelle ta mère" veröffentlichen können.
        So werden mit großen Lettern überschriebene  Katzenfotos angeboten, um Facebook-Freunde zurechtzuweisen: "Comme même", "Si j'aurais su", "Bonne anniversaire", "Je me suis fait mordu". Zahlreiche andere Fehler werden aufgespießt: "La sanseur remarche. Vous pouver le prandre o res de chausé. mercie"; ein Preisschild: "Bouse blanche" (Kuhfladen; statt "blouse"); "La rentrer des classes". Besonders gern werden Druckfehler in offiziellen Dokumenten wie den  Abituraufgaben angeprangert. Aber man findet auch gefakte Objekte: "Temple protestant. Cuite le dimanche À 10 heures 30.": Ein Spaßvogel verwandelte das "l" in "culte" (Gottesdienst ) in "cuite" (fam.: Rausch) und provozierte weitere Kommentare von Leserinnen und Lesern. Eine Suche oder das Durchstöbern in den Kategorien ist möglich. Wo wir doch sonst bei Korrekturen nicht viel zu lachen haben...
        Das  Niveau der Rechtschreibung der Franzosen sinkt seit 1960, nicht nur die  Universitäten machen sich Sorgen. Die  "cinq bêtes noires des Français" (die "roten Tücher") sind übrigens angeblich der Plural der zusammengesetzten Wörter und der Zahlen, die Unterscheidung von Futur und Konditional und die Angleichung des Partizips bei avoir und den Reflexivverben.
        Das  Diktat hat eine lange Tradition seit etwa 1850. Welche Massen sich für gute Rechtschreibung mobilisieren lassen, zeigen viele Internetseiten wie  Ladictée.fr oder  La dictée de Bernard Pivot (mit Kontrolle der eigenen Lösung) sowie der Erfolg von  "la dictée des cités" in Saint-Denis (93), mitten auf dem Platz vor der Kathedrale, die zu "la plus grande dictée de France" geriet. Und nicht jeder akzeptiert die  "rectifications de l'orthographe française".
        (17.6.15)

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        Ausstellung KARIKATUR PRESSE FREIHEIT in Stuttgart

        poires
           Honoré Daumier, Les poires Wikimedia
        Domaine public
        Aus Anlass der schockierenden Anschläge auf die Mitarbeiter der Pariser Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" im Januar diesen Jahres präsentiert die Staatsgalerie Stuttgart unter dem Titel  KARIKATUR PRESSE FREIHEIT. Honoré Daumier und die französische Bildsatire rund 60 ausgewählte  Lithografien; die Staatsgalerie verfügt über einen vollständigen Bestand der Zeitschrift "La Caricature", die die Presssefreiheit gegen König  Louis-Philippe I. verteidigte. Im Zentrum der Ausstellung steht  Honoré Daumier (1808-1879), der aufgrund zweier Karikaturen des französischen Königs Louis-Philippe 1832 sechs Monate lang im Gefängnis saß. Bekannt ist z. B. seine Karikatur "Les poires" (s. Grafik), nach der Zeichnung "La Métamorphose du roi Louis-Philippe en poire" von  Charles Philipon, dem Leiter der satirischen Zeitschriften  La Caricature und  Le Charivari (etwa: "lautstarkes Buhen, Pfeifkonzert"). Auch andere Karikaturisten wie  Grandville,  Desperret und  Traviès werden vorgestellt.
        Auf den Seiten der Staatsgalerie finden Sie eine kurze  Einführung in die Ausstellung und Hinweise auf  Veranstaltungen und Führungen. Der Besuch ist für Schülerinnen und Schüler sowie eine Begleitperson kostenlos; s. Öffnungszeiten und  Anmeldung.
        S. auch die Liens de la semaine  "Terroranschlag auf Charlie Hebdo" und  "Karikaturen".
        (10.6.15)

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        Reform des "Collège"

        Das Dekret zur Reform des  Collège ist nun  im Journal officiel veröffentlicht und wird 2016 in Kraft treten. Die genaue Ausgestaltung ist noch nicht erfolgt.
        Basiswissen, die Verbindung von Theorie und Praxis (enseignements pratiques interdisciplinaires, EPI), größere pädagogische Freiheiten für Lehrkräfte, individuelle Förderung (accompagnement personnalisé), und geringere Arbeitsbelastung der Schülerinnen und Schüler, mehr  Chancen für alle auf bessere Schulbildung, aber auch "Kampf gegen Langeweile" sind die  Grundpfeiler der Reform; laut Regierung ist sie  "unerläßlich". Eine Gruppe von Lehrkräften sah sich genötigt, eine Seite  "La Réforme du Collège 2016 en Clair" zu veröffentlichen, um Details darzustellen; s. auch ein  Quiz zum Fachchinesisch der Reform bei Libération. Im Namen des Kampfs gegen den  "élitisme" und die  "filières cachées" des französischen Schulsystems soll u.a. die sog.  Section (pré-)européenne et bilangue abgeschafft werden; Kritiker befürchten, dass gerade dadurch die  "mixité sociale" in den Collèges in Gefahr ist oder dennoch schnell  Umgehungsstrategien entstehen.  Alte Sprachen werden deutlich weniger unterrichtet, Deutsch wird z.B. allen angeboten und ein Jahr vorgezogen, mit insgesamt mehr Wochenstunden. Nicht nur  Deutschlehrkräfte sehen dennoch ihr Fach bedroht, diese Regelung könnte auch angesichts des  Élysée-Vertrags von 1963 zu  diplomatischen Verwicklungen führen; so meldete sich auch die deutsche  Botschafterin Susanne Wasum-Rainer zu Wort. Auch die Reform des  Geschichtsunterrichts führt zu  Kontroversen.
        Die Reform ist politisch umstritten; sie rührt an  politische Grundvorstellungen der Linken und Rechten Frankreichs: "élitisme" vs.  "égalité". Der Oppositionspolitiker Bruno Le Maire etwa will ein  "collège diversifié" statt eines "collège unique", der Zentrumspolitiker  Bayrou ruft zu einer großen Demonstration auf, die oppositionelle  UMP kündigt schon jetzt an, die Reform rückgängig machen zu wollen. Lehrkräfte  demonstrierten, andere  unterstützen sie; s. einige  Meinungen von Lehrkräften und  Lehrergewerkschaften.
        Premierminister  Valls verteidigt die Reform der Erziehungs- und Wissenschaftsministerin Najat Vallaud-Belkacem, die sich auch auf die immer schlechteren  PISA-Ergebnisse beruft. Ein Bild von der verbalen Heftigkeit der Auseinandersetzungen ("Untergang Frankreichs"...) gibt eine  Chronologie bei Libération.
        Solche Polemiken von  Regierung, Politikern und  Intellektuellen veranlassten z.B.  Le Monde,  Libération oder  L'Obs zu "Richtigstellungen", andere Autoren versuchen, den aufgekommenen  "Hass" zu verstehen.
         Elternverbände und der Verband der  katholischen Privatschulen scheinen der Reform jedoch nicht so feindlich gegenüberzustehen wie die ihnen politisch nahestehenden Parteien.

        Weitere nützliche Links:

        (20.5.15)

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        10. Mai: Gedenken an Sklavenhandel und Abschaffung der Sklaverei

        Staatspräsident Hollande weihte in Pointe-à-Pitre ( Guadeloupe) eine Gedenkstätte ein: das  Mémorial ACTe (Centre caribéen d'expressions et de mémoire de la Traite et de l'Esclavage;  Website), ein  Museum und Kulturzentrum. Es steht symbolträchtig an der Stelle der ehemaligen  Zuckerfabrik Darboussier. "Nous avons voulu éviter le lamentarium, et cherché à ne pas opposer les blancs et les noirs" erklärt Victorin Lurel, Präsident der Region Guadeloupe, zur  Konzeption des Mémorial ACTe. Es ist aber bis heute  umstritten.
        Auch im metropolitanen Frankreich finden Gedenkveranstaltungen statt. So besteht in Nantes, dem einst wichtigsten Hafen für den französischen Sklavenhandel, seit 2012 ein  Mémorial de l'abolition de l'esclavage ( Website;  Gedenken 2015). In  Brest wurde eine Statue eingeweiht. Bis Juni gibt es verschiedene  Veranstaltungen.
        Am 10. Mai 2001 hatte Frankreich als einziges Land der Welt per Gesetz den  Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt (loi Taubira); 2006 machte Präsident Chirac den Tag der Verabschiedung dieses Gesetzes zum  nationalen Gedenktag.
        Ist die Sklaverei ein abgeschlossenes Kapitel? Der Cran (Le Conseil représentatif des associations noires de France) verlangt  Reparationszahlungen, auch von Banken und Privatpersonen, und  klagt gegen den Baron Seillère.  Reparationen, z.B. an Haiti, lehnt Hollande ab.

        Weitere Links:

        (13.5.15)

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        La bédé en cours de français

        Eine  Unterrichtseinheit zur Einführung in die Vielfalt der frankobelgischen "bande dessinée". Fachvokabular, Analyse und Interpretation werden anhand von im Internet frei verfügbaren Bildern und Alben eingeübt.
        (6.5.15)

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        La Grotte Chauvet

        Chevaux de la grotte Chauvet
         Chevaux de la grotte Chauvet
        Wikipedia / Domaine public
        Die Höhlenmalereien der Chauvet-Höhle (Département Ardèche),  "la grotte ornée du Pont d’Arc", aus dem  Aurignacien, der archäologischen Kultur des europäischen Jungpaläolithikums, sind mit 36 000 Jahren die ältesten der Menschheitsgeschichte. Sie wurde nach einem ihrer  Entdecker benannt. Durch diese Entdeckung 1994 musste die  (Kunst-)Geschichte umgeschrieben werden. Seit 2014 gehört die Höhle als 39. französisches Kulturdenkmal zum  Weltkulturerbe der UNESCO.
        Um Zerstörungen wie bei der etwa 18 000 Jahre jüngeren  Lascaux-Höhle zu vermeiden, ist sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, und Maler, Bildhauer, Architekten, Baufirmen und Eventmanager bauten eine  1:1-Replik von Teilen der Höhle; sogar an Gerüche und Klänge wurde gedacht! Die Replik wurde von Präsident Hollande nun am 25.4.2015  eingeweiht.
        Für eine Behandlung der Grotte im Unterricht sollte sich doch ein Platz in den Themenkreisen Kultur, Geschichte oder Tourismus finden lassen!
        Einige Links: (29.4.15)

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        Zigaretten bald im "Paquet neutre"

        Nachdem das französische Parlament im Dezember den  Verkauf von Zigaretten über das Internet verboten hatte, beschloss es nun, dass ab Mai 2016 die Zigarettenschachteln wie in Irland,  Australien und bald auch in  Großbritannien  "neutral" sein müssen. Auf den gleich großen und gleichfarbigen  Päckchen wird dann der Markenname ohne Logo klein und typografisch identisch aufgedruckt; s.  Grafik. Das Verbot ist eingebettet in eine Reihe von Maßnahmen eines  Gesundheitsgesetzes. Nach einer Studie des Journal du Dimanche (JDD) sind alle  Pariser Kinder Passivraucher, weshalb Gesundheitsministerin Marisol Touraine angekündigt hatte, das Rauchen in Parks,  vor Schulen und im  Auto zu verbieten, wenn Kinder unter 12 Jahren mitfahren; s. weitere  Ankündigungen; s. auch die ursprünglich geplanten Maßnahmen des  "plan anti-tabac". Viele  Städte engagieren sich gegen das Rauchen. Die Debatte "entfesselte die Leidenschaften" auch in der Assemblée nationale. Die Opposition brachte mehr als  100 Änderungsanträge gegen das Gesetz ein; ein Abgeordneter behauptete sogar, durch das Verbot werde der  Djihadismus gefördert!
        Die  Tabakindustrie argumentiert, damit würde das Recht auf geistiges Eigentum verletzt. Auch die  "buralistes" (Tabakwarenhändler) sagen nein, sie fürchten um ihre Arbeitsplätze; s.  Video. Der Theatermann  Nicolas Bedos schrieb in einem offenen Brief, dass man ihm schon die Nationalgarde und die Antiterroreinheit GIGN auf den Hals hetzen müsse, um ihn vom Rauchen abzuhalten - die  Ministerin antwortete ihm; s. eine  Zusammenfassung dieser Korrespondenz.
        Selbst  Pat McCrory, Gouverneur von North Carolina, dem größten amerikanischen Tabakanbaugebiet, drohte mit Klagen: Wenn man sowas mit Wein- und Champagnerflaschen machen würde...
        Die Weltgesundheitsorganisation  WHO hatte 2008 neutrale Tabakverpackungen vorgeschlagen. Sie sind dann  weniger verführerisch und glamourös.
        Dass sie wirken, sei wissenschaftlich bewiesen, sagt Prof.  Karine Gallopel-Morvan, so werde auch  "Desinformation" vermieden. Das glauben  viele Raucher und die Mehrheit der  Bevölkerung, einer Umfrage zufolge, gerade nicht.
        Über  eine Milliarde Raucher gibt es weltweit. Die Zahl der Raucher in Frankreich sinkt, der  Tabakpreis steigt; dennoch nimmt der Staat 14 Milliarden Euro an  Steuern ein. Eigentlich müsste das Päckchen fast doppelt so viel  kosten wie jetzt: 13,07 statt 7 Euro, wenn man das Prinzip  "pollueur-payeur" anwendet. Der  Tabak tötet in Frankreich über 70 000 Menschen pro Jahr, 44 000 davon durch  Lungenkrebs; s. ein  Schaubild mit weiteren Zahlen bei Le Monde.
        Übrigens: die  Seita, die bis 1976 das Tabak- und Streichholzmonopol in Frankreich hatte, wurde 1995 privatisiert und gehört seit einigen Jahren zu einem britischen Konzern; die  "Gauloises" werden heute in Polen produziert.
        (22.4.15)

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        "Astuces pour apprendre"

        Zusammenhängende Übungen zur Medienerziehung mit vielen  "Astuces pour apprendre" zur Arbeit mit Reportagen, Interviews, Filmtrailern, Porträts und Filmen (unter "Fiction") für verschiedene Niveaus bietet TV5MONDE.
        Die Website von TV5MONDE funktioniert wiieder, nachdem der Sender durch die "cyberattaque"  "ins Herz getroffen" worden war.
        (15.4.15)

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        Die Départements-Wahlen in Frankreich

        Die  erste Runde der Départements-Wahlen brachten einen Sieg der konservativen UMP und starke Verluste der Sozialisten (PS), die zwar etwas besser als in den Umfragen erwartet abschnitten, aber auch auf ihrer Linken bedrängt werden. Dabei war damit gerechnet worden, dass der rechtsextreme Front national (FN) "premier parti de France" wird, er wurde aber hinter der UMP "nur" zweiter - kein Grund zur Freude für  Rue89. Nach der Analyse der fast 200 individuellen "étiquettes" der Kandidaten steht der  FN aber doch an erster Stelle. Nach Eigenalyse der Parteien hatten allerdings  alle gewonnen. Der Wahlkampf bezog sich kaum auf die eigentlichen Kompetenzen der Départements - vor allem Collèges, Straßen und einen Teil der Sozialpolitik - sondern eher auf nationale Themen, und so wird das Ergebnis auch "national" interpretiert. Le Figaro zieht  5 Lehren aus den Wahlen, darunter auch eine geringere Zahl von Nichtwählern; etwas ausführlicher s.  Le Monde.
        Das Neue an diesen Wahlen, die früher Kantonalwahlen hießen, sind v.a. die  "binômes": In den Wahlkreisen mussten paritätisch besetzte Listen, ein Mann und eine Frau, aufgestellt werden. Die  Frauen werden also die Départements erobern, so jedenfalls Le Monde. Oder ist es nur eine  rechnerische Parität?, fragt Libération. In Paris und Lyon wurde nicht gewählt, wo die Stadtverwaltungen Conseil de Paris bzw. Conseil métropolitain gleichzeitig Conseils départementaux sind.

        Bis Dienstagabend mussten die Allianzen für den zweiten Wahlgang am 29. März feststehen. Die Sozialisten kündigten einen  "front républicain" an, d.h. Unterstützung der konservativen Kandidaten gegen die FN-Kandidaten, wenn der PS nicht mehr antreten kann oder chancenlose Kandidaturen aus "triangulaires" zurückzieht, während die UMP sich im Falle eines "duel" PS-FN nicht auf die Unterstützung des PS festlegen will ("ni - ni"), was Premierminister  Valls (PS) als "faute morale" bezeichnet.
        Allerdings gibt es eine erhebliche Unsicherheit, was  künftig aus den Départements im Zuge der "réforme territoriale" wird: Teilweise Erhaltung, komplette Abschaffung und Übertragung ihrer Zuständigkeiten auf die neuen Regionen - oder auf die neu geschaffenen Metropolen oder auf Zweckverbände (intercommunalités)? Und wann ist es so weit?
        (25.3.15)

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        "Apartheid" in Frankreich?

        Premierminister Manuel Valls nutzte die Neujahrswünsche an die Presse, um eine  "territoriale, soziale und ethnische Apartheid", alltägliche Diskriminierungen und eine Gettoisierung in den französischen Vorstädten anzuprangern. Laut einer  Umfrage stimmt ihm über die Hälfte der Franzosen zu. Seit den  "émeutes" (Unruhen) von 2005, als er noch Bürgermeister im als "cité sensible" geltenden  Évry war, vertrete er diese Ansicht. Um gegen die Ungleichheiten anzugehen, brauche es mehr Chancengerechtigkeit und eine  soziale Durchmischung durch entschlossenes  Vorgehen gegen Gettoisierung und Segregation.

        Reaktionen

        Diese Analyse bedeute einen  Bruch, konstatiert Le Monde, denn damit gestehe er das Scheitern rechter wie linker Urbanismus-Politik, insbesondere der Wohnungsbau-, Erziehungs- und Beschäftigungspolitik, der letzten 30 Jahre ein.  Amar Henni geißelt die Untätigkeit des Staates.
        Auch wenn er Valls' Wortwahl kritisiert, stimmt ihm der Geograf  Christophe Guilluy, Autor von "La France périphérique", inhaltlich zu.  Matthieu Croissandeau sieht durch die Segregation den republikanischen Konsens gefährdet.
        Die Wortwahl Valls' könne allerdings auch Vorurteile verstärken, meint der Soziologe  Renaud Epstein. Man müsse gegen die Mechanismen des Immobilienmarkts vorgehen, der in erster Linie "Ghettos du gotha" (Oberschicht) produziert und Verdrängungsprozesse in Gang setzt.
        Die Verwendung des Begriffs "Apartheid" sei ein Fehler, befindet UMP-Chef  Nicolas Sarkozy; sein Parteifreund  Patrick Devedjian beurteilt die französische Integrationspolitik insgesamt und historisch gesehen als "intelligent und effizient" und als erfolgreicher als die anderer Länder.
        In Frankreich sei die Politik aus Gründen der "égalité"  blind gegenüber Minderheiten; so gibt es keine ethnischen Statistiken, folglich kann es auch keine wirksame, darauf aufbauende Integrations- und Antidiskriminierungspolitik geben, so der Demograf Patrick Simon.
        Der Soziologe  Eric Fassin verweist auf eine verkappte "racialisation" der französischen Politik - zu der auch Valls' selbst beitrage, s. seine Aussage: "Les Roms ont vocation à retourner en Roumanie ou en Bulgarie".

        Was tun?

        Es fehlt wahrlich nicht an Ideen.  Laurent Joffrin verlangt, man solle aus dem Kampf gegen die "tödlichen Spaltungen" eine "urgence nationale" machen, der Regisseur  Christophe Nick will ein Programm positiver Diskriminierung, Minister  Patrick Kanner will die Gesetze über sozialen Wohnungsbau strikter anwenden, die Juristin  Virginie Duval möchte mehr Hilfen für jugendliche Straftäter, die Schriftstellerin  Faïza Guène ("Kiffe kiffe demain" u.a.) will mehr Busse nach 21:30 Uhr und mehr Aufmerksamkeit der Politiker und Medien für die "banlieue", Wirtschafswissenschaftler  Jean-François Amadieu setzt auf den anonymen Lebenslauf, der Politologe  Thomas Guénolé auf die Bekämpfung des Stereotyps der "jeune-de-banlieue", die  Grünen verlangen ein nachhaltiges Zukunftsprojekt, der Oppositionspolitiker  Vincent Delahaye (UDI) zählt auf, was seine Stadt, Massy, alles tut und verlangt mehr Geld für die Kommunen...
        Die Regierung legte nun einen Plan mit  60 "Versprechen" vor: Änderung der Concours-Verfahren für den öffentlichen Dienst, ein großer  Wohnungsbauplan für die "mixité sociale" (eine Milliarde Euro über 3 Jahre), Maßnahmen, die  nichts kosten u.a. Nichts Schockierendes und wenig finanzielle Mittel, findet  Sylia Zappi, die Probleme werden nicht an der Wurzel angegangen,  Nicolas Duvoux. Nur Worte, sagt die Oposition ( Camille Bedin), Halbheiten, urteilen  Lilian Alemagna und Laure Bretton.
        (11.3.15)

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        Prügeln von Kindern nicht verboten: Europarat verurteilt Frankreich

         "La France fessée par le Conseil de l'Europe", konstatiert Libération (fast wortgleich  Le Monde): Der  Europarat hatte eine  symbolische Verurteilung ohne Strafe über Frankreich verhängt, denn es gibt dort im Gegensatz zu 27 europäischen Ländern (s.  Karte) kein Gesetz, das körperliche Strafen ausdrücklich untersagt, auch wenn Frankreich die entsprechende UN-Konvention gegen Kindesmisshandlung ( maltraitance) unterzeichnet hat. Im Gegenteil, es gibt ein elterliches  "droit de correction" zur Ausübung der "autorité légitime"; s.  ausführliche Erläuterung. Und das im Vaterland der Menschenrechte; s.  Karikatur von Emmanuel Chaunu. Doch auch ohne Gesetz wurde 2013 ein  Vater wegen einer "fessée" zu einer Geldstrafe verurteilt.
        2009 hatte die damalige UMP-Abgeordnete  Edwige Antier ( "Le mot de fessée n'existe pas dans les autres pays") einen Gesetzentwurf in die Assemblée nationale eingebracht und damit  leidenschafliche Diskussionen ausgelöst. Später fügte sie das  Verbot psychischer Gewalt hinzu. Eine  überparteiliche Initiatve konnte sich 2013 nicht durchsetzen, ebenso wenig eine  Initiative der Grünen 2014.

        Pro Gesetz:

        Der  Europarat brachte einen "kit d'information" für die Kampagne "Levez la main contre la fessée !" heraus. Ein Gesetz könnte die  Mentalität der Franzosen positiv beeinflussen. Viele  Psychologen sind für ein Verbot. In Ländern mit einem entsprechenden Gesetz  ging die Kindesmisshandlung zurück. Prügel  senken den IQ, bewirken  Veränderungen im Gehirn und haben andere  negative Folgen, so wie sonstige  körperliche Strafen das tun, vor denen auch die  Fondation pour l'Enfance warnt. Prügel sind  kein Erziehungsmittel (Video, 1:26), sie helfen dem Kind nicht, zu  verstehen. Kann man etwa "fai[re] entrer les vertus par le cul" ( Anatole France)?

        Contra Gesetz:

        Nach  Umfragen sind 80% der Franzosen gegen ein Verbot. Die zuständige Staatssekretärin  Laurence Rossignol, die noch vor kurzem ein Gesetz angekündigt hatte, ist nun  dagegen: ein Gesetz bringe nichts, sie wolle die Franzosen nicht spalten. Für andere ist ein Verbot Ausdruck von  "angélisme" (etwa: Gutmenschentum), gibt den  Kindern die Macht und untergräbt die elterliche  Autorität. Es gäbe  dringlichere Probleme (Video 2:42). Man solle lieber die  Eltern erziehen. Auch  Papst Franziskus erklärte jüngst „Schläge mit Würde“ für angemessen.

        Eng verwandtes Thema: La gifle (Ohrfeige)

        2013 machte die  Fondation pour l'Enfance die Kampagne « Il n'y a pas de petite claque ! » gegen die Ohrfeige: "Entre adultes, toute violence est un délit, alors pourquoi ne l'est-elle plus quand elle a pour cibles nos enfants ?"; s.  Video 0:31,  Pub de sensibilisation 8:57 und  Pressedossier. Schließlich dürfen in Frankreich auch  Tiere nicht geschlagen werden.

        Hinweise:

        Einen  historischen Blick auf die Kinderrechte in Frankreich (Video, 4:16) wirft Ivan Jablonka.
        Das "droit de correction" erlaubte früher auch das  Züchtigen von Ehefrauen, wie im "Kinderlied"  Il était un p'tit cordonnier, wo das Schlagen als "juste" und "tout dret" (droit) bezeichnet wird; s.  Kritik bei "Osez le féminisme".
        In  Deutschland sind seit dem Jahre 2000 körperliche Bestrafungen verboten, bei Verstoß ist aber keine Bestrafung vorgesehen.
        Der  Europarat, nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union (Ministerrat), ist ein Bündnis von 47 Ländern zur Förderung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
        (4.3.15)

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        Neue Philharmonie in Paris

        Philharmonie
          Source :  Philharmonie © Beaucardet
        Nach 8 Jahren Bauzeit und riesigen  Kosten von 386 Millionen Euro wurde nicht weit vom  Parc de la Villette die neue Pariser  Philharmonie im Januar von Präsident Hollande  eingeweiht ( Video; 7 Videos bei  Arte). Mit 5 Orchestern, 2400 Sitzplätzen des Großen Konzertsaals, weiteren Konzertsälen, einem Museum, einer Mediathek, pädagogischen Räumen und für verschiedene Konzertarten umbaubar ist sie "ein wahrer architektonischer Kraftakt, ein umhüllender Saal, der das Eintauchen des Publikums in den Raum und die Musik mit einem nie dagewesenen intimen Hörgefühl verbindet" "eine akustische Großtat" des Akustikers Sir Harold Marshall, schwärmt ihre  Website, das bedeutendste Ereignis seit der Opéra Bastille 1989, ergänzt  Hollande. Paris brauche  nicht mehr auf Berlin neidisch zu sein, so "Libération". Der Architekt der Philharmonie,  Jean Nouvel, zog es allerdings vor, der Einweihung fernzubleiben: man habe ihm "Verachtung" entgegengebracht, die Philharmonie sei nicht vollendet.
         Kritiker fragen, neben den Kosten, nach der mangelnden Musikerziehung in den Schulen und bezweifeln, dass das betuchte Publikum aus dem Pariser Westen in den schlecht zu erreichenden Nordosten fahren werden. Philharmonie-Chef Laurent Bayle hofft gegenüber den  alternden Publikum der Salle Pleyel im Pariser Westen auf ein neues,  jüngeres Publikum durch klassische, Rock-, Jazz- und Weltmusik-Konzerte, Ausstellungen und Workshops.

        Einige Links:

        (25.2.15)

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        France Bienvenue

        France Bienvenue
           Source :  France Bienvenue
        Die liebevoll gestaltete Website  France Bienvenue bietet kurze  Videos, MP3-Dateien und  Fotos mit Vokabelerklärungen und Transkriptionen zum Download für den Französisch-Unterricht an: "De vraies conversations pour apprendre le français comme on le parle et tout pour les comprendre"; s.  Präsentation der Seite. Man kann in der rechten Randspalte nach "Articles récents" und in den "Rubriques" (Evénements, La vie professionnelle, La vie quotidienne, Le français, Le sport, Les fêtes...) suchen. Es geht auch um die  französische Sprache: "Des mots écrits et dits, des textes, des photos pour raconter (un peu) la France et le français", z.B. um Grammatik oder  Ausdrücke.
        (11.2.15 )

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        Der "Service Civique" in der Diskussion

        Logo Service Civique
           Source :  Agence du service civique
        Der  Service Civique ist das französische Pendant zum  Bundesfreiwilligendienst (BFD, "Bufdi"). 16-25-jährige Franzosen, EU-Bürger, aber auch andere Europäer und Nicht-Europäer, die seit einem Jahr in Frankreich leben, können zwischen einem staatlich (teil-)finanzierten "engagement de service civique" (6-12 Monate) und einem "volontariat de service civique" (6-24 Monate) in vielen  Tätigkeitsfeldern des In- und Auslands wählen.  Geprüfte Verbände und öffentliche Organisationen können Plätze anbieten. Der  Zweck ist, die Werte der Republik und "la cohésion nationale et la mixité sociale" zu stärken und auch Kompetenzen zu vermitteln. Diese Intentionen wurden durch die Anschläge im Januar noch  verstärkt. So sieht das auch der Präsident der Agence du service civique,  François Chérèque.
        35 000 Freiwillige gab es 2014;  nur jeder 5. Bewerber fand einen Platz. Nun strebt Präsident Hollande  150 000 Plätze bis 2017 an. Schon im Juni soll ihre Zahl  verdreifacht werden, bei entsprechenden Mehrkosten für den Staatshaushalt - und möglichen  negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Hollande denkt auch an einen unbezahlten  obligatorischen Dienst ("service universel") für 2-3 Monate.  Schon vor der Einführung des Freiwilligendienstes wurde diskutiert, ob er obligatorisch sein sollte. Hollande stieß er zwar auf  Widerspruch, z. B. bei Verbänden, aber auch auf der  Linken, aber ansonsten stimmen Regierung und Opposition wie auch  Umfragen weitgehend überein. Die konservative Opposition möchte teilweise noch weiter gehen und  wieder einen Wehrdienst einführen, andere denken an einen  europäischen "service civique".
        Eine ergiebige Informationsquelle ist die Website des  Service Civique. Zur Vorstellung des Service Civique durch die Klasse eignen sich das kurze "Vidéo de présentation", eine Vielzahl weiterer  Videos und der "Dépliant", aber auch Werbeplakate ( Downloads) und die  Charte des valeurs. Viele Zahlen liefert  L'Obs,  Le Monde vergleicht die jetzige Situation mit der künftigen. Für jüngere Schülerinnen und Schüler ist die Kurzinformation  "La bonne idée du service civique" von 1jour1actu geeignet.
        Im Unterricht: Eine  kontroverse Diskussion in höheren Klassen und ein Vergleich mit dem BFD liegen nahe.
        (6.2.15)

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        Prenez + l'air !

        Bei TV5MONDE gibt es eine Sendereihe über neue  Outdoor-Freizeitaktivitäten (Kitesurf, pêche à la mouche, marche nordique, longe-côte, escalade, tir à l'arc, paintball...). Die Videos dauern ca. 3-4 Minuten. Einige dieser Videos (karting, street dance, snowkite, motoball, skateboard) sind für verschiedene sprachliche Niveaus  didaktisch aufgearbeitet, mit Transkription und Arbeitsblättern einschl. Lösungsvorschlägen, und stehen zum Download bereit. Auch die restlichen Videos sind gut für Hör-/Sehverstehensübungen geeignet
        (28.1.15)

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        Nach den Attentaten: Reform der Schule

        Viele französischen Lehrerinnen und Lehrer taten sich schwer damit,  in ihren Klassen über die Attentate zu sprechen. Eine rege Diskussion, z.B. im  Café pédagogique, zeigen, dass viele die Schülerinnen und Schüler erzählen ließen, sie beruhigen wollten und versuchten, Meinungsfreiheit, Toleranz und die Grundwerte der Republik anzusprechen. Eine Hilfe kann dabei die Zeitung  Mon Quotidien für vier Altersstufen sein; s.  Bericht. Erziehungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hatte zu einer Schweigeminute in den Schule aufgerufen; s. eine  kritische Betrachtung eines Lehrers dazu. In diesen Schweigeminuten kam es auch zu  Entgleisungen.
        Die französische Regierung plant als Reaktion auf die Attentate Maßnahmen wie größere Sicherheitsanstrengungen oder den Kampf gegen die "apartheid territorial, social et ethnique" (so  Premierminister Valls) in Frankreich. Auch auf das Schulwesen soll eingewirkt werden.  Jüdische Schulen wurden stärker von Polizei und Armee beschützt.  Eric Debarbieux, Beauftragter des Erziehungsministeriums für Gewaltprävention, gibt der Schule eine Mitverantwortung für das Scheitern des französischen Integrationsmodells und verlangt, dass man Lehrkräften beibringen solle, Diskussionen in der Klasse zu organisieren, eine bloße "transmission magistrale des notions de citoyenneté et de laïcité" sei nicht denkbar. Der Soziologe  François Dubet will Schülerinnen und Schüler, die die Mörder rechtfertigen, nicht bestrafen, die Institution Schule müsse mit ihnen reden und man müsse sich auf konkrete Regeln einigen, statt abstrakte Prinzipien von oben zu verordnen. Die  Familienverbände verlangen eine stärkere Unterstützung der Eltern. Ab dem nächsten Schuljahr wird es den schon früher geplanten Unterricht in  "morale civique" geben. Das Erziehungsministerium sieht drei noch etwas wolkige  Prioritäten: den Laizismus (s. geplante  Maßnahmen), die Veringerung der Ungleichheiten und die Mobilisierung der Partner der Schule. Reformen, die Le Monde als  "konsensfähig" betrachtet.
        (22.1.15)

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        Karikaturen

        Der "dessin de presse" will kritisch Dinge bewusst machen und gehört somit zur Demokratie, konstatiert eine  Autorengruppe. Und damit auch in einen aktuellen Französischunterricht. Es gibt allerdings kein "Wikipedia der Karikatur", die Mühe, geeignete Karikaturen für den Unterricht zu finden, bleibt der Lehrkraft leider nicht erspart. Die Suche im Internet nach "dessin de presse" plus dem entsprechenden Schlagwort kann zum Ziel führen. Hier sollen nun ein paar nützliche Hinweise gegeben werden.
        Bei  Caricatures.fr von Manuel Lapert, Karikaturist (dessinateur,  dessinateur de presse) des Midi Libre, kann man die Bedeutung des Worts "caricature" im Unterschied zu "dessin de presse / dessin d'actualité" und " dessin humoristique / dessin d'humour" ermitteln lassen oder illustrieren; links auf  Dessins d'actu klicken.  "Caricature" als Zeichnung hat eine engere Bedeutung als die deutsche "Karikatur": laut dem Online-Wörterbuch  Reverso ist sie ein "dessin qui exagère volontairement les traits saillants d'un visage ou d'un individu, le rendant burlesque", im übetragenen Sinn bedeutet das Wort "description satirique et outrée d'une situation, d'un événement, de la réalité". Alternativ zu Caricatures.fr kann man diesen Bedeutungsunterschied auch bei  Bar à Mines oder bei  L'actualité en dessins erarbeiten lassen. Dort findet man aktuelle Karikaturen und "Liens Amis" zu anderen Internetsites mit Karikaturen. Die Zeitung Courrier international bringt  Dessins à la une, z. B. 40 Zeichnungen zu  2014. Bei  Dessins de Presse Satiriques findet man eine Vielzahl von Karikaturen. Bei der Bibliothèque nationale de France (BnF) gibt es eine  Geschichte der Karikatur. Unzählige Abbildungen der Titelseiten der satirischen Wochenzeitung Charlie Hebdo finden sich im Internet, z. B. 22  Unes célèbres de Charlie Hebdo en images. Didaktische Vorschläge zum Umgang mit Karikaturen und einem Video über vier der ermordeten Mitarbeiter von Charlie Hebdo (Hör-/Sehverstehen) im Unterricht für drei Niveaus macht  TV5MONDE (bis 23.1.15).
        Eine kurze  Unterrichtssequenz "La caricature" für die Seconde findet man auf dem Blog de Français des Lycée Evariste Galois in Sartrouville, Unterrichtsmaterial zur Arbeit mit "dessins de presse" bei  Cartooning for Peace. Hinweise zur Arbeit mit Karikaturen geben  Le dessin de presse dans le journal (Académie de Versailles) und  J.-E. Gardenne .
        (14.1.15)

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        Terroranschlag auf "Charlie Hebdo"

          J. Roncin, Wikipedia CC0
        Die satirische Wochenzeitung  Charlie Hebdo war das Ziel des größten  terroristischen Anschlags in Frankreich  seit dem 2. Weltkrieg. Dabei wurden 12 Menschen getötet, darunter Chefredakteur Charb und die Karikaturisten Wolinski und Cabu. Charlie Hebdo wurde  regelmäßig bedroht und war 2011 Opfer eines  Brandanschlags, weil sie in der Vergangenheit  Mohammed-Karikaturen abgedruckt hatte. Die Terroristen sollen  "Wir haben den Propheten gerächt" geschrien haben. Die Regierung kam angesichts dieses  "äußerst barbarischen Akts" (Präsident Hollande), der auch ein Anschlag auf die Pressefreiheit ist, zu einer Sondersitzung zusammen, Hollande wird eine heute Abend  Ansprache halten.  Verurteilungen des Anschlags kamen aus aller Welt, von Obama bis Putin.
        (7.1.15)

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        Mehr Sonntagsarbeit?

        Immer mehr Franzosen  arbeiten sonntags; 2011 waren es 8,5 Millionen ( Details),  "atypische" Arbeitszeiten nehmen in Frankreich zu.
         Sonntagsarbeit ist in Frankreich im Prinzip nicht erlaubt, doch gibt es zahlreiche  Ausnahmen: Der Lebensmitteleinzelhandel kann sonntags immer öffnen, ebenso Einzelhändler in stark  touristisch geprägten Gebieten und Thermalbädern, der sonstige Einzelhandel an 5 Sonntagen im Jahr, außerdem gibt es Ausnahmen für Krankenhäuser, Restaurants, Freizeitaktivitäten, Lebensmittelsproduktion u.ä. Als  Ausgleich für die Sonntagsarbeit erhalten die Beschäftigten einen anderen freien Tag. In sog. PUCE (périmètre d'usage de consommation exceptionnel) ist die Sonntagsarbeit für die Beschäftigten freiwillig, außerdem muss mindestens doppelter Lohn gezahlt werden.
        Immer wieder setzten sich Geschäfte  über die gesetzliche Regelung hinweg. Letztlich konnten sich  Heimwerkergeschäfte durchsetzen, trotz anfänglichen  gewerkschaftlichen Widerstands.
        Der  Bailly-Bericht von 2013 verlangte noch mehr Genehmigungen für Sonntagsarbeit. Ein Jahr später legt Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, inspiriert von  Jacques Attali, der auch schon die vorherige konservative Regierung beeinflusst hatte, einen  Gesetzentwurf vor. Dieser ist in der  Regierungspartei PS (s.  Martine Aubry, Bürgermeisterin von Lille) und in der ebenfalls sozialistischen  Pariser Stadtverwaltung umstrittenen: Es soll noch mehr Ausnahmen geben, Geschäfte sollen an bis zu 12 statt an 5 Sonntagen geöffnet werden können, die touristischen Gebiete, in denen vor allem in Paris an 365 Tagen und nachts gearbeitet werden kann, werden weiter definiert als die "PUCE", ein  Lohnausgleich soll garantiert werden. Dennoch bedeutet die Gesetzesvorlage eine  Niederlage der Gewerkschaften.
        Wie ein  "serpent de mer" flammt die Diskussion um die Sonntagsarbeit immer wieder auf. Die Franzosen sind  generell dafür - vor allem, dass die anderen sonntags arbeiten.
        Die Gegner der Reform argumentieren, eine allgemeine Freigabe der Sonntagsarbeit bringe nichts für den  Konsum, auch die Produktivität würde nicht steigen; sie mache die  kleinen Geschäfte kaputt; das Leben der Beschäftigten gerate  durcheinander, s. Berichte von  Betroffenen, ein  Flugblatt des "Collectif des Amis du Dimanche"; selbst der  Handel scheint skeptisch zu sein. Für den  Front de gauche handelt es sich um einen "Krieg gegen die Beschäftigten."
        Die Argumente der Befürworter: Die Bürger könnten leichter  einkaufen, die neuen "zones touristiques internationales" machten das  Land attraktiver und lockten mehr  chinesische und andere  Touristen an; die Geschäfte steigerten ihren  Absatz, es gäbe mehr  Wachstum und mehr  Arbeitsplätze. Auch manche  Beschäftigte wollen mehr sonntags arbeiten. Für Premierminister  Manuel Valls ist es gar ein "Gesetz des Fortschritts und der Freiheit".
        S. a. eine  Geschichte der Sonntagsruhe.
        (17.12.14)

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        Weihnachtskrippen und "laïcité"

        Robert Ménard, der rechtsradikale Bürgermeister von  Béziers (Région Languedoc-Roussillon), ließ im Rathaus ein Krippe aufbauen: dies sei etwas "Kulturelles" und damit nicht "cultuel", also auf die Ausübung einer Relligion gerichtet, eine  "intelligente Anwendung" der Laïcité (Bericht mit Video) und schimpft auf die  "Ayatollahs der Laïcité". Aufgrund einer  Beschwerde des Vereins  Libre pensée hatte zuvor schon der Conseil général (Departementsrat) der katholisch-konservativen Vendée die ausgestellten Figuren nach einer entsprechenden Anordung des  Verwaltungsgerichts Nantes wieder eingepackt, denn die  Krippe sei ein "religiöses Emblem, das mit der Neutralität des öffentlichen Dienstes nicht vereinbar" sei.
        Befürworter der Krippenaufstellung kommen im Figaro zu Wort: Politiker und Richter wollen "uns" unsere  Traditionen entreißen, ihre Entscheidung sei  grotesk und ungerecht, man habe  Weihnachten den "Krieg erklärt" und bietet  Muslime auf, die Krippen wundervoll finden. Auch der rechtsextreme  Front national versucht auf dieser Welle zu surfen.
        Für die andere Seite ist das Aufstellen von Krippen in öffentlichen Gebäuden für andere Religionen und Nichtgläubige stigmatisierend und schlicht  gesetzeswidrig, das wisse der Provokateur Ménard genau, der auch gerne die  "positiven Wirkungen" des Kolonialismus in Algerien behauptet und in den  Schulkantinen der Stadt Speisen, die nach dem Islam erlaubt (halal) sind, verbietet. Die  Laïcité beharrt auf dem Prinzip der staatlichen Neutralität im öffentlichen Raum, auf die die  Republik seit 1905 gegründet ist (Zusammenfassung des  Gesetzes über die Trennung von Kirche und Staat). Das  Observatoire de la laïcité, ein beratendes Organ des Premierministers, verweist auf die zwingende  Gleichbehandlung aller Religionen durch den Staat ( Pressekommuniqué) und hat nichts gegen  Krippen in Bahnhöfen. Der  Weihnachtsbaum hingegen sei kein religiöses Emblem wie die Krippe. Nicht allen  Christen gefällt es, dass Weihnachten als etwas bloß "Kulturelles", eine Art Folklore eingestuft wird.
        (10.12.14)

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        Lichterfest in Lyon

        Fast 4 Millionen Besucher wollen "la Fête des Lumières" (5.-8.Dezember) in Lyon miterleben. Auf der Seite der  Stadtverwaltung Lyons findet man aktuelle Meldungen, Hinweise auf  Installationen,  Videos, Beschreibungen der Orte und der Künstler, eine Smartphone-App, Bilder der Aktivitäten und ein reich bebildertes  Programm . Ein Beispiel zeigt ein Video von der  Place des Terreaux (8:25). Eine "Trophée des lumières" wird zusammen mit der Stadtverwaltung von  France 3 Rhône-Alpes organisiert; s.  Vorschau-Video.  Twittermeldungen zeigen einige aktuelle Bilder. Umweltschützer sollen beruhigt werden: Das Fest sei  "éco-exemplaire" und beanspruche nur 0,1 % des jährlichen Energieverbrauchs für die Straßenbeleuchtung Lyons.
        Das Fest blickt auf eine jahrhundertealte  Geschichte zurück. Aus dem ursprünglich religiösen Fest wurde inzwischen ein künstlerisches und kommenzielles Spektakel: Das Goldene Kalb hat das Kreuz entthront, so  L'Obs.
        (3.12.14)

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        Décrochage scolaire

         50 Millionen Euro jährlich, insbesondere  EU-Mittel, will Bildungs- und Forschungsministerin Najat Vallaud-Belkacem gegen Schulabbruch aufwenden. Dies soll dem Staat jährlich Ausgaben von  400 Millionen Euro ersparen, denn Schulabbrecher sind u.a. doppelt so oft  arbeitlos wie die anderen und öfter arm.
        Vorerst soll die Schulpflicht bis 18 noch nicht eingeführt werden; stattdessen soll es ein  Recht auf Rückkehr in die Ausbildung für 16-25jährige geben, von denen 140 000 jährlich das Bildungssystem  ohne Abschluss verlassen. Bis 2017 soll diese Zahl  halbiert werden, so ein Wahlversprechen von Präsident Hollande. Dazu sollen Bildungsinstitutionen, Eltern, Regionen, Unternehmen und Verbände  mobilisiert werden, spezielle Kurse sollen eingerichtet und Bildungswege flexibler werden. So soll es für zeitweilig Schulmüde eine  persönliche Betreuung durch Lehrkräfte geben und ein  Praktikum oder ein Freiwilligendienst ( Service civique) angeboten werden. Bei alledem orientiert sich die französische Regierung am  Vorbild Québecs. Wenig von dem Plan ist neu, findet  La Croix.

        Einige Links:

        (26.11.14)

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        Fêtes francophones

        Eine große Zahl von Links zu Ressources et Aktivitäten hat  Le Point du FLE zusammengestellt:  Allgemeines zu Festen und Feiertagen wie Kalender und Vokabular oder ein Karambolage-Video, das  deutsche und französische Feiertage zählt und vergleicht. Die Feiertage werden nach Monaten aufgelistet. Unter "November" z. B. findet man Materialien zu Allerheiligen, Halloween und zum 11. November (Ende des 1. Weltkriegs 1918). Ein großes Angebot besteht zu den bevorstehenden Feierlichkeiten und Aktivitäten im Advent, zu Weihnachten und Neujahr. Die  Nationalfeiertage in der Frankophonie - Frankreich, Belgien, Kanada, Schweiz - runden das Angebot ab.
        (19.11.14)

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        Les inégalités sociales

        Das  Observatoire des inégalités bietet eine Fülle von Materialien zur französischen Gesellschaft, u.a. zu den Bereichen Einkommen, Erziehung, Beschäftigung, Freizeit, Geschlecht, Behinderung und Einwanderung, jeweils mit Übersichten (Le tour de la question), Analysen, Interviews, Meinungsäußerungen, Umfragen und Kurznachrichten. Besonders hilfreich sind die  Questions clés, die gut aufbereitete Zusammenfassungen aktueller Probleme liefern. Das INSEE hat eine Studie über die räumliche Verteilung der  Lebensqualität veröffentlicht; s. einen Artikel von  J. Briand dazu.
        Speziell für den Unterricht, auch im Hinblick auf die Kommunikationsprüfung im Abitur, bietet die Website des "Observatoire des inégalités" in einem  Espace jeunes Werkzeuge zum Verstehen der Ungleichheiten an: Statistiken und Grafiken, Analysen, schon in der Mittelstufe einsetzbare Materialien aus Foto-,  Plakat- und  Video-Wettbewerben, Ausstellungen und Aktionstagen wie der  Semaine du Logement des Jeunes, sowie weitere Materialien, die oft aus der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen entstanden sind, wie  Buzzons contre le sexisme und  Filles-garçons : stoppons les clichés. Sehr gut verwendbar ist eine  pochette pédagogique mit zahlreichen Informationsblättern zu Ungleichheit und Diskriminierung (Bildung, Geschlecht, Behinderung, Minderheiten, Einkommen...) mit einfachen Aufgaben, einem  Lexikon, handlungsorientierten Spielen und einer für S II geeigneten  Novelle über Vorurteile und sozialen Aufstieg. Sehr ergiebige und aktuelle Fundgruben von Statistiken und Grafiken mit Erklärungen und Lesebeispielen bieten die Bücher  Les inégalités en France, Alternatives Economiques, 2012, Poche n°56, 9,50 ¤ und  France, portrait social, Insee, 2015, 19,50 ¤.
        Beim  Observatoire des discriminations kann man in Tests seine "Vorurteile messen" lassen.
        (12.11.14)

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        Neues Museum in Paris

          Foto:  FLV Iwan Baan
        Im Bois de Boulogne hat die  Fondation Louis Vuitton in Form einer  Stiftung ein neues privates Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet.  Eingeweiht wurde es von Staatspräsident François Hollande.
        Der Journalistin  Patricia Zohn "stockte der Atem" beim Anblick des Gebäudes des Architekten  Frank Gehry. Dieser wollte die  Bewegung, da alles im 21. Jahrhundert Bewegung sei, in die Architektur bringen. Das Gebäude erinnert die einen an ein Segelschiff mit 12 Glassegeln, die anderen an einen Meteoriten, eine  Wolke (so Gehry selbst) oder eine  Wal-Granate, dabei wurde darin  mehr Stahl als im Eiffelturm verbaut. Es soll künftig einzig  Sonnenenergie verbrauchen. Da gerieten die ausgestellten  Kunstwerke, die  gleichzeitige Neueröffnung des  Picasso-Museums und die Eröffnung der Museen Monnaie de Paris und Musée des confluences in Lyon ins Hintertreffen; s.  Video-Reportagen dazu. Die  internationale Presse betrachte Frankreich als eines der Zentren zeitgenössischer Kunst, meint der Figaro. Auf der Homepage der Fondation findet man Informationen über das  Gebäude und seine Erbauung und ein  Pressedossier ; s auch eine  Fotostrecke bei Le Point.
         LVMH - Moët Hennessy Louis Vuitton, weltweit führend in der Luxusgüterindustrie, ist auch Mäzen für zeitgenössische Kunst, geleitet von den  "Werten" der Firma; s.  Interview mit dem Konzernchef  Bernard Arnault, dem reichsten Franzosen. Es verfügt über ein "budget quasi illimité", staunt  Télérama, der Bau soll  100 Millionen Euro gekostet haben.
        (5.11.14)

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        31. Französische Filmtage Tübingen / Stuttgart

          Quelle:  Französische Filmtage
        "Face à face" ist das Motto der  31. Französischen Filmtage Tübingen | Stuttgart. "Die größte (und schönste!!!) frankophone Filmschau in Deutschland ist ein Forum für einzigartige Begegnungen zwischen Menschen und Filmen." (Eigenwerbung) Vom Film d'auteur bis zum Film d'horreur werden frankophone Filme aus aller Welt gezeigt; s.  Spielplan  im Katalog zum Download (13,5 MB). Eine  Filmtage-App gibt es ebenfalls.
        Speziell an Schulklassen richten die Filmtage ein Angebot, das es erlauben soll, für Jugendliche besonders geeignete aktuelle Filme nicht nur anzusehen, sondern in den Unterrichtskontext einzubinden. Filme bilden einen authentischen und quicklebendigen Zugang zur Frankophonie und sind insofern Kulturbotschafter par excellence. Für fünf aktuelle und sehr unterschiedliche Filme gibt es eigens dafür konzipierte Unterrichtsanregungen, die den Kinobesuch sprachlich und inhaltlich vertiefen: Vandal, Respire !, L'Année prochaine, La Cour de Babel und Marie Heurtin. Schulvorstellungen finden von Montag, dem 3. bis Mittwoch den 5. November, also unmittelbar nach den Herbstferien, in Stuttgart, Tübingen, Reutlingen, Rottenburg und Bad Urach statt, der Eintrittspreis von 4,00 EUR in Tübingen und 5,00 EUR in Stuttgart ist reduziert. Aber Vorsicht: Diese Filme gehören auch zum normalen Festivalprogramm und stehen ausdrücklich dem gesamten Publikum offen. (22.10.14)

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        «Madame le président»

        Ein Viertel seiner Monatsdiäten, 1378 Euro, muss der konservative UMP-Abgeordnete Julien Aubert als  Strafe zahlen, weil er die stellvertretende Parlamentspräsidentin Sandrine Mazetier mehrfach mit «Madame le président» statt «Madame la présidente» angeredet hatte ( Video und Transkription). Mehrere Ordnungsrufe und einen Eintrag ins Protokoll erhielt er obendrein. Die  internen Regeln der Assemblée nationale bestimmen nämlich seit 1998: "Les fonctions exercées au sein de l’Assemblée sont mentionnées avec la marque du genre commandé par la personne concernée". Bei einem  ähnlichen Vorfall im Januar hatte sich die so Angesprochene noch ironisch an Aubert gerächt: «Monsieur la députée, vous étiez la dernière oratrice inscrite...».
        Er wende nur die Regeln der Académie française an, verteidigte sich Aubert. Er sieht sich als Opfer einer ideologisierten  "novlangue". Er will sich sogar an den Verfassungsrat und an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden. In einem  Beitrag der Huffington Post macht er allerdings sebst mehrere Accord-Fehler...  140 UMP-Abgeordnete verlangen die Aufhebung der Sanktion (Stichworte: Sprachpolizei, Gedankenpolizei, Ideologie, Machtmissbrauch) und legen zusammen, um Aubert den Diätenverlust zu ersetzen.
        Die rechtsliberale Politikerin  Lydia Guirous wirft den Sozialisten Intoleranz, Einheitsdenken und Gleichmacherei vor. Der  Figaro ließ seine Leser abstimmen: "Etes-vous favorable à la féminisation des fonctions et métiers?" (29% Oui, 71% Non; das ist natürlich nicht repräsentativ). Das andere Lager schlägt ebenso wuchtig zurück:  Unhöflichkeit und Mangel an Eleganz Auberts sind noch die harmloseren Vorwürfe. Aubert sei kindisch ( Rue89), ein unverschämter  "Troll" ( Pierre Januel).  Archaismus und Sexismus der Abgeordneten versuchten sich laut Catherine Coutelle hinter der Académie zu verstecken.
        Geht's nicht ein paar Nummern kleiner? Fassungslos sind  G. Clavel und A. Annaix über diesen "règlement de compte ubuesque": Als hätte Frankreich keine anderen Sorgen, streitet die Assemblée nationale über die Grammatik!
        Bereits 1986 gab es im  Journal officiel ein Rundschreiben zur "féminisation des noms de métier, fonction, grade ou titre". Eine intensivere Diskussion fand Ende der  90er Jahre statt. Die Académie behauptete, es gäbe ein "genre non marqué" für die Funktion, die vom Geschlecht der Trägerin / des Trägers der Funktion zu unterscheiden sei. Offenbar sei für die Académie das Maskulinum das Standard-Geschlecht, das Femininum nur eine "markierte" Ableitung davon, kontert  Charlotte Pudlowski. Vor dem 17. Jh. hätte noch die Regel gegolten, dass ein Adjektiv sich nach dem am nächsten stehenden Nomen richtet, die die Académie dann abschaffte. Die Historikerin  Eliane Viennot setzt sich ausführlich mit den Argumenten der "Unsterblichen" auseinander. Für den Linguisten  Bernard Cerquiglini verteidigt die Académie eine veraltete Norm, die zwar die Berufsbezeichnungen feminisiert, aber ausgerechnet die mit dem höchsten Prestigewert im Maskulinum belassen will. Dabei findet man selbst auf den  Internetseiten der Académie française mehrfach die inkriminierte Form "la présidente". Für  Marie-Cécile Naves ist der Sexismus in der Nationalversammlung eine Tatsache, diese Abgeordneten  fürchteten den Verlust der männlichen Vorherrschaft.
        Siehe auch  Weibliche Berufs- und Funktionsbezeichnungen beim Landesbildungsserver.
        (15.10.14)

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        Paris: Budget participatif

        Schwimmbad, begrünte Mauern, Tipis? Wie die neue Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, im Wahlkampf versprochen hatte, konnten die Pariserinnen und Pariser unter fünfzehn vorgeschlagenen Projekten auswählen, die dann von der Stadtverwaltung verwirklicht werden. 5% des städtischen Etats, 20 Millionen Euro im nächsten Jahr und 426 Millionen im Laufe ihrer sechsjährigen Amtszeit, stehen für das  Budget participatif zur Verfügung. Gut 40 000 Einwohner stimmten ab und entschieden sich vor allem für ökologische Projekte, darunter Schulgärten, und Stadtverschönerung. Detailierte  Informationen, Links zu darstellenden und kritischen Texten und Videos sowie Aufgaben für S II hier auf dem LBS.
        (7.10.14)

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        Französische Konservative gewinnen die Senatswahlen

        In der 5. Republik gab es für die Linke nur drei Jahre lang eine Mehrheit im Senat: 2011 bis 2014. Damit ist es nun vorbei, die Oppositionspartei  UMP gewann die Senatswahlen, der Parti socialiste verliert eine  weitere Bastion seiner Macht, erstmals stellt der rechtsextreme  Front National zwei Senatoren. Die  Regierungsarbeit wird für den PS nun schwieriger.
        Der  neue Senat hat einen Altersdurchschnitt von 62 Jahren, ist nur zu 25% weiblich, Senatoren aus einfachen sozialen Verhältnissen fehlen fast gänzlich; 60% der Senatoren haben ein weiteres Mandat oder gar mehrere - das Gesetz über den "non-cumul des mandats" tritt erst 2017 in Kraft.
        Die französischen Senatoren werden nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von knapp 90 000 Wahlmännern, "grands électeurs", d.h., Abgeordneten aller politischen Ebenen; 95% davon sind Delegierte von Gemeinderäten. Im März hatte die Linke bei den Kommunalwahlen viele Sitze verloren, was automatisch weniger Wahlmänner und einen Verlust der Senatsmehrheit bedeutete. Alle drei Jahre wird die Hälfte der 348 Mitglieder für sechs Jahre gewählt. Diesjahr gab es eine  Rekordzahl von Bewerbern. Es gab einige  Änderungen im Senatswahlrecht wie die Verkürzung der Amtszeit von 9 auf 6 Jahre, bessere Vertretung der größeren Städte und mehr Verhältniswahl.
        Es gibt Stimmen, den  Senat abzuschaffen: Er sei überaltert, teuer, strukturell konservativ und klientelistisch, er ermögliche  Negativkoalitionen und seine Rolle sei den  Wählern unklar.  Rue89 findet 5 historische Gründe, warum er erhalten werden sollte. Ebenso verteidigt  Solène Cordier das Zweikammersystem.

        Links:

        (1.10.14S)

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        Newsletter Französisch bilingual

         Quoi de neuf – Nouvelles du bilingue, der Newsletter zum bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch, berichtet in der Ausgabe 1/2014 über Unterrichtsmaterialien und -projekte, Veranstaltungen und neue Studiengänge.
        (24.9.14)

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        Deutsch-französische Wanderausstellung zum 1. Weltkrieg

        Deutsche und französische Archive präsentieren gemeinsam  Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein. Im Zentrum der grenzüberschreitenden zweisprachigen Ausstellung steht nicht die traditionelle Militärgeschichte, sondern das Leiden der gesamten Bevölkerung, der Soldaten und Zivilisten, der Gefangenen, Verletzten und Sterbenden, der Frauen und Kinder in Baden und im Elsass.  32 Schicksale werden dokumentiert. Die Ausstellung wird an an zahlreichen  Orten in Deutschland und Frankreich gezeigt. Neben dem  Katalog gibt es  Unterrichtsmaterialien auf Deutsch und Französisch auf verschiedenen Sprachniveaus.
        Bundespräsident Gauck und Staatspräsident Hollande legten den Grundstein zu einem weiteren deutsch-französischen Projekt: dem Museum ( historial) der  "Grande Guerre" (Vorstellung des Projekts,  Video 1:30) Es wird auf dem erbittert umkämpften Hartmannswillerkopf errichtet, der nach dem 1. Weltkrieg auch  Vieil Armand genannt wurde ( Radiosendung bei rfi 19:45).
        (17.9.14)

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        Antisemitische Ausschreitungen in Frankreich

        Bei verbotenen propalästinensischen Demonstrationen kam es zu Angriffen auf Synagogen, Zerstörung von Gebäuden und antisemitischen Parolen ("Mort aux juifs", "Israël assassin") u.a. in  Paris und  Sarcelles, einem Pariser Vorort. (zu Sarcelles s.  Videos und politische Reaktionen,  Bilder, Meinungen von  Einwohnern; erste  Verurteilungen). Sarcelles ist eine Stadt mit einer großen jüdischen Minderheit, die in den sechziger Jahren aus Nordafrika eingewandert ist und - nach einem dort gedrehten Film - auch  La Petite Jérusalem genannt wird, aber auch mit vielen anderen Minderheiten, z.B.  chaldäischen Christen und Maghrebinern. In der Stadt, die stolz auf ihr  "vivre ensemble" war, scheint schon vorher der  "Communautarisme", die gegenseitige Abschottung der Bevölkerungsgruppen,  gewachsen zu sein. Als Reaktion auf die Ausschreitungen beteten  jüdische und muslimische Würdenträger gemeinsam, Präsident Hollande empfing  Vertreter der Religionen im Élysée-Palast. Für Premierminister Valls sind die Ausschreitungen  "unerträglich", gleichzeitig versuchte er, die  Muslime zu "beruhigen". Für Kritiker war es ein Fehler, die Demonstrationen zu  verbieten.
        Können sich Juden in Frankreich nicht mehr sicher sein?  Antisemiten finden sich laut Willy Le Devin unter Porpalästinensern und Panafrikanisten, traditionalistischen Katholiken, Neonazis und traditionellen Ultrarechten (obwohl der Front national vorgibt, Juden gegen Islamisten zu verteidigen), aber auch populäre Ideologen wie der "Komiker"  Dieudonné heizen den Antisemitismus an. Seit der Jahrtausendwende stehen jüdische Einrichtungen verstärkt unter Polizeischutz. Ein Schock war vor zwei Jahren, als der islamistische Terrorist Mohammed Merah vor einer Schule in Toulouse drei  jüdische Schulkinder ermordete. Die  Auswanderung verunsicherter Juden nach Israel nahm zu.
         François Pupponi, Bürgermeister von Sarcelles, macht neben dem Nahostkonflikt die wirtschaftliche Lage verantwortlich, die jeden nach Sündenböcken suchen lasse.  SOS Racisme und andere Organisationen konstatieren die Vernachlässigung der Vorstädte, Gleichgültigkeit gegenüber Rassismus und Diskriminierung, einen Anstieg des Rassismus gegen Roma und ein Wiederaufleben des biologischen Rassismus (Ministerin Taubira wurde als "Affe" bezeichnet) und den Wahlsieg des Front national bei den Europawahlen und rufen zum Dialog, zu Brüderlichkeit und Gleichheit statt Hass und Gewalt auf. Ähnlich sieht es auch Sacha Reingewirtz, Vorsitzender der  Union des Étudiants Juifs de France.
        (30.7.14)

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        Kultursommer in Nantes

        "Le voyage à Nantes": Installationen moderner Künstler und Ausstellungen der Museen, Street Art und Stadtgeschichte, Konzerte, Küche und Umwelt sollen diesen Sommer wieder den kulturellen Reichtum von Nantes in langen "Parcours" zur Geltung bringen ( Website;  Programm;  Video;  Bilder einiger Kunstobjekte bei Le Figaro). Allein die  Riesenmarionetten (s.  TV-Bericht bei TF1) und  "Maschinen" wie der "Elefant" der Gruppe Royal de Luxe ( Homepage;  Dossier bei Le Figaro) sind die Reise wert - und können den Gegenstand einer Präsentation kunstbegeisterter Schülerinnen und Schüler bilden.
        (23.7.14)

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        Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2014/2015

        Beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen geht es nicht nur um Grammatik- und Vokabelwissen. Genauso wichtig sind Offenheit, Interesse an fremden Kulturen, Spaß am Diskutieren und Kreativität. Ein festes Thema gibt es nicht.
        Man kann SOLO oder im TEAM mitmachen.  Teams können z.B. Filme drehen, Bühnenstücke auf die Beine stellen, Multimedia-Präsentationen bauen, Spiele oder Web-Anwendungen erfinden - das Kreativprodukt muss nur in einem mündlichen Beitrag präsentiert werden.
        Anmeldeschluss ist der 6. Oktober 2014.
        Weitere Informationen, auch für  betreuende Lehrkräfte, auf der  Website des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen.
        (16.7.14)

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        Cadenas d'amour

        Cadenas d'amour sur le pont des Arts
        Source :  Disdero via Wikimedia Commons
        CC-BY-SA-3.0
        Etwa 700 000 "Liebesschlösser" wurden seit 2008  auf Pariser Brücken aufgehängt, auf der Fußgängerbrücke Pont des Arts (beim Louvre), auf dem Pont de l'Archevêché (Nähe Notre-Dame), der Passerelle Léopold-Sédar-Senghor (Nähe musée d'Orsay) und anderswo. Die Liebenden werfen die Schlüssel in die Seine.  Fliegende Händler und  Gravur-Firmen haben sich auf die Schlösser spezialisiert, die so geschmückten Brücken dienen als Hintergrund für  Werbespots. Die Kehrseite dieser neuen touristischen Attraktion: Jeder Brückenmeter hat 300 kg auszuhalten, dazu kommt noch das Gewicht der Neugierigen. Doch die  Gesetze der Physik sind stärker als die Romantik. Was den einen als Liebesbeweis und magisches  "grigri" gilt, ist auch ein Risiko: für Geländer und Brücken, für Fußgänger und Passagiere der  "bateaux-mouches" (s. kurzes Video bei  France3), zusätzlich gefährden  Metalldiebe die Sicherheit. Doch für andere sind sie  Vandalismus am Kulturerbe, in dieser Masse  unromantisch und eine  "«disneylandisation» par le bas" (Jean-Laurent Cassely; zum Begriff s. Sylvie  Mazard) bzw. eine  "pollution visuelle"; s. zu Letzterem eine  Bilderserie bei @RRET SUR IMAGES. Eine  Petition "No Love Locks" von Lisa Anselmo und Lisa Taylor Huff spricht sich gegen die Liebesschlösser aus; s. ausführliches  Interview mit einer der Initiatorinnen. Gegner drohten auch schon mal auf  gefälschten Hinweiszetteln mit einer Geldstrafe von 20 ¤. Der grundsätzlichste Einwand:  "L'amour doit être libre", Schlösser sind "An Affront to Love, French-Style" ( A.C. Poirier in der New York Times).
        Die Brücken müssen also aus Sicherheitsgründen überwacht und die Schlösser ggf. entfernt werden.
        Was also tun, was geschieht mit den Schlössern? Die Pariser Stadtverwaltung hat nach dem  Bruch eines Brückengitters (s.  Video) "routinemäßig" Teile der Balustrade des  Pont des Arts erneuern lassen - der Verbleib der Schlösser scheint ein Geheimnis zu sein, aus Feingefühl wurden sie nicht eingeschmolzen, schließlich will man den romantischen Schwur der Verliebten nicht brechen. Insgesamt wurden schon 37  Gitter entfernt, fast 20t Metall.  Rom hat die Schlösser verboten, in anderen Ländern fanden sie eine  künstlerische Verwendung; s.  kunstgeschichtlichen Kontext. Die  Touristen selbst haben viele Ideen. Die frisch gewählte Pariser Bürgermeisterin  Anne Hidalgo will offiziell über "des  alternatives à la fois artistiques, solidaires et écologiques" nachdenken lassen; s.  Interview mit ihren Stellvertreter Bruno Julliard bei BFMTV (2. Video auf der Seite). Das Pariser Rathaus kann sich als Ersatz auch  virtuelle Cadenas d'amour vorstellen. Das  gibt es sogar schon. Ob die Verliebten in der "Hauptstadt der Liebe" sich damit zufrieden gäben?

        Weitere Links:

        (2.7.14)

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        Unterrichtsideen zur "mondialisation francophone"

        Mehr als ein Drittel der Staaten, nämlich 77 von 193, gehören der frankophonen Gemeinschaft an, die auf dieser  interaktiven Karte eingesehen werden kann.
        Durch das afrikanische Bevölkerungswachstum wird, nach einer 2014 veröffentlichten Studie, 2050 möglicherweise  Französisch die meistgesprochene Sprache der Welt.  Diese Arbeitsaufträge  eignen sich zur Erschließung des Textes.
        In der ohnehin für den Unterricht sehr zu empfehlenden TV-Sendung "Le dessous des cartes" wird eine Folge der Frankophonie als einer anderen Form der Globalisierung gewidmet. Im Unterricht können entweder das kostenpflichtige  Video (hier mit kostenloser Vorschau) oder die  kostenlosen Karten mit Beschreibungen eingesetzt werden. Um ein aktives Zusehen zu erreichen, kann folgender  Fragebogen  bei der Erarbeitung helfen. Regelmäßige Pausen sollten wegen der Stoffdichte eingehalten werden. Es empfiehlt sich auch ein zweiter Durchlauf. Zur Vertiefung eignet sich der  Webquest "Francophonie - le tour du monde en français", in dem sich die Lernenden arbeitsteilig mit unterschiedlichen französischsprachigen Regionen der Welt auseinandersetzen, um sie sich gegenseitig vorzustellen.
        -Dies ist ein "Lien" des  Hessischen Bildungsservers im Rahmen des Kooperationsprojekts Französisch: "Lien de la semaine".-
        (25.6.14)

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        "Réformer les territoires pour réformer la France"

         14 Regionen bis 2015 statt der jetzigen 22 möchte Präsident Hollande durchsetzen; s.  Karte mit Einwohnerzahlen und BIP;  weitere Karten. Die Verwaltungsebenen - Regionen, Départements,  Metropolen, Cantons, Städte und Gemeinden und allerlei Zweckverbände (intercommunalités) und  viele andere, gerne als  "millefeuille" (Blätterteig) und "illisible" apostrophiert -, seien durch den wirtschaftlichen Wandel und die Kommunikationsmittel veraltet, ihr Recht, sich immer neue Kompetenzen anzueignen ( Clause de compétence générale), soll zugunsten der Regionen abgeschafft werden, und es soll  weniger Volksvertreter geben. Staatliche Dienstleistungen sollen verbessert, lokale Wirtschaft und Infrastruktur gefördert werden, indem die Ebene des Départements bis 2020 abgeschafft wird und europataugliche Regionen geschaffen werden; s.  Details. Auch soll  Geld eingespart werden: 10 Milliarden Euro in 5-10 Jahren - die Oppositionspartei  UMP hingegen sieht mehr Kosten als Einsparungen; s. eine  genauere Einschätzung bei Le Monde. Eine Reihe von  Fragen sind noch offen. Diese Reformen setzen z. T. eine Verfassungsänderung und damit die Zustimmung der Opposition voraus. Die Mehrheit der Franzosen bevorzugt ein  Referendum, das aber  verfassungsrechtlich fraglich ist und von der  Regierung abgelehnt wird.
        Über das Thema wird  seit 15 Jahren (oder gar seit  1789!) ergebnisarm diskutiert. Die  Reaktionen auf den Reformvorschlag sind denn auch sehr gemischt. Für H. Morin handelt es sich um einen  Mediencoup, für den Karikaturisten  Chrib ist der Haupteffekt, die Franzosen zu spalten, sein Kollege Chaunu sieht Hollande und Premierminister Valls als Chirurgen, die den Patienten Frankreich  mit dem Fuchsschwanz zerstückeln wollen. Doch obwohl die  Franzosen mehrheitlich für eine Reform sind, sind sie in dieser Frage längst gespalten, auf der  linken Seite des politische Spektrums wie auf der rechten; s.  Grundsatzpositionen der Parteien, eine entsprechende  "carte des mécontents" und einen " cri du c½ur des élus locaux : la réforme territoriale, oui, mais pas comme ça...". So passten  Elsass und Lothringen nicht zusammen, haben die Bürger doch erst vor einem Jahr in einem Referendum eine "Collectivité territoriale d'Alsace" abgelehnt; s. Lien de la semaine vom 10.4.2013. Oder: Zur  Bretagne müsse unbedingt das Département Loire-Atlantique gehören usw.; s. 16 "unes" von protestierenden  Regionalzeitungen. Manche befürchten  "une autre république" oder gar einen  Identitätsverlust.
        Kritiker werfen Hollande vor,  keine Vision für Frankreich zu haben, rein  technokratisch zu denken,  inkohärent zu sein,  gewachsene soziale und kulturelle Zusammenhänge nicht zu berücksichtigen und zu einer neuerlichen Zentralisierung und weniger Bürgernähe zu führen.
        Die Diskussion kann sich also noch über Jahre hinziehen.
        Für Amusement sorgt immerhin die Frage, welchen  Namen die neuen Regionen erhalten sollen: "Lolsace" für Lorraine + Alsace (SMS-Sprache: lol = Laughing out loud), Po-Li-Ce für Poitou-Charentes + Limousin + Centre... Im Internet finden sich zahlreiche  Vorschläge zur Aufteilung Frankreichs in Regionen. Wenn man sie ernst nimmt, zeugen sie nicht gerade von "Schwarmintelligenz" ( intelligence collective) der "internautes". Bei Le Monde kann man sich seine  Wunsch-Regionen zusammenstellen.
        (4.6.14)

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        Front national - "premier parti de France"?

        Wie  vorhergesagt, gab es einen Aufschwung der  rechtsradikalen und populistischen anti-europäischen Parteien bei den Europawahlen. In Frankreich erreichte der rechtsextreme  Front national fast 25% der Stimmen, lag in  71 Départements vorne und stellt  ein Drittel der französischen EU-Abgeordneten, die traditionellen Parteien, linke wie konservative und grüne, erlitten eine Niederlage. Die  europäische Presse zeigte sich geschockt. Dem Parteichef des Front de gauche,  Jean-Luc Mélenchon, "blutet[e] das Herz".  Marc Crapez versucht, diesen Erfolg zu relativieren, nach  Le Monde sollte man diesen Sieg gerade nicht kleinreden.
        Die Gründe für diesen Erfolg, vor allem bei  Jungwählern und Arbeitern, werden breit diskutiert.  Gaël Brustier führt ihn auf Enttäuschungen zurück: sozialer Abstieg, schwächere soziale Bindungen, traditionelle Parteien ohne Projekt für die Krise, schneller Wandel aufgrund der Globalisierung, innere Spannungen in den Parteien; so ist die konservative  UMP in ihrer Haltung zur EU gespalten.  Philippe Corcuff und  Jean-Pierre Le Goff sehen große Fehler und Versäumnisse der Linken. Die Politiker der traditionellen Parteien sind laut  Jean-Yves Dormagen abgehoben und sprechen nicht mehr die Sprache der einfachen Leute, im Gegensatz zur FN-Vorsitzenden  Marine Le Pen. Die langfristige  Strategie der "dédiabolisation" des FN scheint aufgegangen zu sein. Laut Jean-Yves Dormagen verhindert auch das Mehrheitswahlsystem eine Neustrukturierung der politischen Landschaft und sorgt so für eine fortdauernde  "dépression électorale".
        Was tun? Der Schriftsteller  Bernard-Henri Lévy fordert eine Große Koalition. Der Musiker  Benjamin Biolay kreierte eine Chanson gegen den FN, Studenten machten eine  "marche citoyenne contre le F Haine". Der angeschlagene Präsident Hollande hat keine Munition mehr, nach  Françoise Fressoz, die oppositionelle UMP ist von  Affären gebeutelt und  zerstreitet sich. Die Antworten der demokratischen Parteien sind noch nicht gefunden.

        Links:

        (29.5.14)

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        Familiengesetz in der Beratung

        Die Nationalversammlung diskutiert das  Gesetz über die elterliche Autorität und das Interesse des Kindes. Die Absicht der sozialistischen und grünen Abgeordneten ist, die Realität der Patchworkfamilien (familles recomposées) auch juristisch anzuerkennen. 10% der Kinder in Frankreich, 1,5 Millionen, leben in solchen Familien. Einiges wird sich damit  ändern. So sollen die  Rechte der Stiefmütter und -väter erweitert werden: Sie sollen ein "mandat d’éducation quotidienne" bekommen, in Form eines Vertrags zwischen den leiblichen Eltern und Stiefmutter bzw. -vater, der es z.B. erlauben würde, ohne weitere Formalitäten ein Kind von der Schule abzuholen oder zum Impfen zu begleiten; schwerwiegende Entscheidungen wie ein großer chirurgischer Eingriff sollen weiterhin die leiblichen Eltern fällen. Kinder von Getrenntlebenden sollen grundsätzlich zwei Wohnsitze, also  bei jedem der beiden leiblichen Elternteile, haben, womit automatisch das -diskriminierende- Besuchsrecht des einen geschiedenen Partners wegfällt. Bei  wichtigen Entscheidungen wie Schulwechsel oder Umzug müssten Eltern sich künftig ausdrücklich einigen. Die Vernachlässigung der Elternpflichten und die Nichtachtung der Rechte des Partners sollen mit bis zu 10000 ¤  bestraft werden. Das Schlichtungsverfahren ( médiation familiale) soll, nach dem Vorbild  Québecs, gestärkt werden, um gerichtliche Auseinandersetzungen nach Trennungen zu verringern.
        Allerdings wird kritisiert, dass in diesen neuen Regelungen nicht genug an  gewalttätige Expartner gedacht wird.
        Im Februar hatte die Regierung viel  weitergehende Pläne unter dem Eindruck der Demonstrationen der "Manif pour tous" auf unbestimmte Zeit verschoben. Darin sollten auch stark umstrittene Themen wie die Adoption durch homosexuelle Paare, die Rechte adoptierter und anonym geborener (nés sous X)  Kinder und die künstliche Befruchtung (PMA, procréation médicalement assistée) geregelt werden. Auch das  Verbot der Prügelstrafe (anti-fessée), das die Grünen gefordert hatten, soll in einem späteren Gesetz geregelt werden. Trotz dieser Entschärfung des Familiengesetzes legte die konservative  Opposition, die auf einer Stärkung der leiblichen Elternschaft beharrt, mehr als  600 Änderungsanträge vor.
        Die hier verwendeten Quellen stammen überwiegend von der Gratiszeitung  20 minutes. Sie wendet sich an Leser, die kein Geld für eine Tageszeitung ausgeben wollen und eine  "info synthétique" bevorzugen. Vertiefende Analysen und Argumentationen darf man dort also nicht erwarten.
        (21.5.14)

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