Demokratie und Republik
Viele Schüler trennen nicht scharf zwischen dem politischen System und der Staatsform, zwischen demokratischer Grundverfassung und republikanischer oder monarchischer Ordnung. Auf die Fangfrage „Ist Deutschland eher eine Demokratie oder eher eine Republik?“ kämen manche in erhebliche Definitionsschwierigkeiten.
Natürlich schließen sich Demokratie und Republik nicht aus. Historisch ließe sich das Thema mit einem Exkurs in die Diskussion der Nationalversammlung von 1848 einleiten, wo allerdings auch gleich die – damals als radikal angesehene – Forderung erhoben wurde, die Demokratie durch die Errichtung der Republik zu vollenden.
Die Frage kann allerdings dadurch ins rechte Licht gerückt werden, indem man darstellen lässt, inwiefern z.B. Großbritannien "trotz" Monarchie sehr wohl eine sehr gut funktionierende Demokratie ist.
In der Tat hat die (Fort-)Existenz der Monarchie in Europa vor allem historische Gründe – und im Einzelnen vor allem den Grund, dass die Monarchie in den Ländern, in denen sie (noch) besteht, in der Vergangenheit nicht abgewirtschaftet oder sich sonstwie politisch in Misskredit gebracht hatte.
Die nächste Frage wäre eine Schätzfrage: Gibt es im ehemals westlichen Europa mehr Republiken oder mehr Monarchien?
Monarchien sind: Norwegen, Schweden, Dänemark, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Spanien, Liechtenstein, Monaco.
Republiken sind: Irland, Island, Finnland, Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, die Schweiz, Österreich, Griechenland

Nicht als König zu erkennen: Belgiens König Albert II. inmitten des Kabinetts der 2. Regierung Leterme (November 2009) © Premier Ministre de Belgique
Die Eingrenzung des Umkreises auf das ehemals „westliche“ Europa hat seinen Grund allein darin, dass es in den Staaten des ehemaligen Ostblocks keine Monarchien gibt, alle Staaten, von Estland im Norden des Baltikum bis Makedonien im Süden des Balkan sind Republiken, was das zahlenmäßige Gewicht eindeutig zu Lasten der Monarchie verschiebt.