Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Ein gemeinsamer virtueller Treffpunkt für Regierende und Bürger
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Ein gemeinsamer virtueller Treffpunkt für Regierende und Bürger

Gerade in Zeiten abnehmender Wahlbeteiligung, wo unter dem Stichwort "Politikverdrossenheit" die Distanz zwischen Politiker und Bürger ein Dauerthema in gesellschaftlichen Diskussionen ist, ist eine Auswegmöglichkeiten aus der "Krise der Demokratie" der direkten Dialog zwischen den Regierenden und den Regierten. Und was liegt näher, als die für beide Seiten mit wenig Aufwand verbundenen virtuellen Treffpunkte im Web dafür zu nutzen?

Diese Idee wird nun im EU-Projekt "Where eGovernment meets the eSociety" realisiert. Als geeignete Basis dafür bieten sich die immer größer werdenden sozialen Netzwerke im Internet wie z.B. Facebook, Twitter und Bebo an, die Journalisten schon länger als Informationspool für bestehende Meinungen und Ansichten in der Gesellschaft dienen.

Der Dialog zwischen Politik und Bürgerschaft wird ermöglicht durch die Entwicklung von Tools, die zum einen bestehende Diskussionen zu politischen Themen entdecken und aufnehmen, zum anderen aber auch selbst Diskussionen in den gängigen virtuellen Netzwerken initiieren und stimulieren. Pseudo-Anonymisierung , Zugangskontrollen und weitere Maßnahmen sollen Missbrauch ausschließen und die Privatsphäre der Teilnehmer schützen.

Koordiniert wird das Projekt von der University of Southampton mit der Unterstützung der Kooperationspartner GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Government To You, Hansard Society, der Universität Koblenz-Landau und GFI Benelux. Das GESIS-Team um Prof. Dr. York Sure wird Szenarien entwickeln, wie politische Entscheider (eGovernment) mit der eSociety (Personen in sozialen Netzwerken) interagieren können, diese zusammenbringen und Diskussionen über aktuelle Themen (hot topics) ermöglichen. Darüber hinaus sollen Entscheider auf das Instrument der Online-Surveys zugreifen und diese schnell und einfach in der eSociety einsetzen können, um ein Meinungsbild zu aktuellen oder kritischen Themen einzuholen. Geliefert wird dann eine statistische Auswertung der Umfrage. Zuerst werden die Tools getestet in den Themengebieten "Meinungsvielfalt zum staatlichen Gesundheitswesen"," staatliche Ausgaben in finanziell unsicheren Zeiten" und "Public Policy-Forschung in den Sozialwissenschaften". Die Ergebnisse werden empirisch zusammengefasst , von rechtlichen und ethischen Analysen begleitet und von einem Beirat der eGovernment-Interessensgruppe begutachtet.

Kerstin Hollerbach, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften via idw

Zuletzt geändert am 7.1.2012
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