Ausgerechnet Bananen
Informationsgespräch mit Herrn Prof. Dr. Otto Bardong, MdEP, Quästor
Im Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Otto BARDONG, EVP-CD, aus Worms ging es neben der Patentierung von Gen-Erfindungen/ -Entwicklungen und der AGENDA 2000 um das Projekt des Lessing-Gymnasiums, die Euro-Bananen.
Herr Prof. Dr. Bardong, der ein Studium der Geschichte, Germanistik, Philosophie und Pädagogik an der Universität Mainz absolviert hat und jetzt Hochschuldozent, Professor für Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie Mitglied des Direktoriums des Instituts für Europäische Politik ist, hat sich über die CDU in Rheinland-Pfalz "hochgearbeitet" und war von 1984 bis 1989 Mitglied des Europäischen Parlaments, Obmann der EVP-Fraktion der Christdemokraten im Haushaltskontrollausschuss, Mitglied der Paritätischen Versammlung der AKP, Vizepräsident der Interfraktionellen Arbeitsgruppe kommunaler und regionaler Mandatsträger. Seit 1994 erneut MdEP, Quästor, Mitglied im Haushaltsausschuss und im Ausschuss für Haushaltskontrolle.
Schließlich waren nach den Ausführungen von Herrn Prof. Dr. Bardong die Schüler an der Reihe. Mutig fragte eine Kursteilnehmern nach den Euro-Bananen. „Können Sie es als Mitglied des Haushaltsausschusses verantworten, dass die EU Geld für minderwertige EU-Bananen verschleudere, wären die qualitativ viel besseren Früchte aus Lateinamerika, die sogenannten Dollar-Bananen vom Gemeinsamen Markt ausgeschlossen werden?" – Herr Prof. Dr. Bardong konterte: „Zunächst wollen wir erst einmal sehen, was Sie von Bananen wissen und was ich weiß." Und dann führte er aus, dass früher jeder Staat der EU mit den Bananen produzierenden Ländern bilaterale Verträge abgeschlossen habe. Adenauer persönlich sei bei den anderen vorstellig geworden, um die Zollfreiheit für südamerikanische Bananen zu erreichen. Das sei jetzt aber überholt, im Zuge des Gemeinsamen Binnenmarktes ist keine nationale Kontrolle mehr möglich. Es würde sonst zu Wettbewerbsverzerrungen kommen, wenn die Bananenimporteure ihre Ware unkontrolliert in andere Länder der EU liefern könnten. „Die europaweiten Kontingente, das kann ich verantworten. Wir Europäer essen eben unsere Bananen. Fallen Sie nicht auf die PR-Arbeit von Atlanta herein. Die hat auch die Bundesregierung beeinflusst. Verschaffen Sie sich ein differenziertes Bild. Und: am Bananenkrieg haben die großen Konzerne, hat Atlanta am meisten verdient."
Kontakt: Matthias.Nortmeyer@mannheim.de