- Die Montagsdemonstrationen
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Die Montagsdemonstrationen

Das Jahr 2009 ist das Jahr der 20. Wiederkehr der Friedlichen Revolution 1989. Als sich im Jahr 1982 die ersten Teilnehmer der Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche zusammenfanden, ahnte noch niemand, dass diese Treffen einmal der Beginn einer Revolution sein würden, die es bis dahin noch nicht gegeben hatte. Der Mut steckte an: Nachdem sich zu den anschließenden Montagsdemonstrationen immer mehr Menschen zusammentaten, begann eine Bewegung, die in die deutsche Geschichte eingegangen ist.

Am 9. Oktober 1989 gingen erstmals 70.000 Menschen auf Leipzigs Straßen. Die Demonstranten riefen: „Wir sind das Volk“ und „ Keine Gewalt“. Die Montagsdemonstrationen blieben friedlich und stellten die Weichen für grundlegende Veränderungen in Europa: Nur einen Monat später fiel die Mauer in Berlin.

Am 9. Oktober gedenkt Leipzig regelmäßig dieser Ereignisse mit vielen Veranstaltungen. Neben dem alljährlich stattfindenden Ausstellungen, Lesungen, Diskussionsrunden, dem Friedensgebet in der Nikolaikirche sowie einem Demokratieforum im Gewandhaus können sich die Bürger und Gäste der Stadt im Jubiläumsjahr auf großartige und sehr emotionale Feierlichkeiten freuen. Höhepunkt und Ausklang wird am 9. Oktober ein Lichtfest entlang des historischen Demonstrationsweges von 1989 sein. Die Veranstaltung, die sich unmittelbar an das Friedensgebet anschließt und Geschichte erlebbar macht, ist ein europäisches Projekt und wendet sich an eine große nationale und internationale Öffentlichkeit. Das Lichtfest bezieht Architekten, Lichtplaner, Designer und Künstler aus verschiedenen europäischen Ländern ein. Rund 20 Kreative beteiligen sich unter einer künstlerischen Gesamtleitung mit Interpretationen zum Thema Friedliche Revolution über die Medien, Licht, Audio und Video. Die inhaltliche Richtschnur sind Freiheit, Demokratie, Gewaltfreiheit, bürgerschaftliches Engagement. Über das Lichtfest machen die Künstler die Dimension der Ereignisse von 1989 spürbar.

Der 9. Oktober 1989: In der Leipziger Volkszeitung vom 6.10.1989 drohte Kampfgruppenkommandeur Günter Lutz noch öffentlich mit Gewalt: “Wir sind bereit und Willens, das von uns mit unserer Hände Arbeit Geschaffene wirksam zu schützen, um diese konterrevolutionären Aktionen endgültig und wirksam zu unterbinden. Wenn es sein muss, mit der Waffe in der Hand!” Als jedoch am 9. Oktober 1989 über 70.000 Bürger auf dem Leipziger Ring gegen das SED-Regime protestierten und Reformen einforderten, war dies der Beginn eines historischen Wandels mit weltweiten Konsequenzen. Die 8.000 Mann starken Sicherheitsorgane standen nicht wie erwartet nur einigen “Rädelsführern” gegenüber, sondern breiten Teilen der Bevölkerung. Dies machte eine gewaltsame Auflösung der Demonstration undurchführbar. In den folgenden Wochen versuchte die SED vergeblich, die Menschen an weiteren Protesten zu hindern. Die Leipziger Bürger gaben sich nicht mit kosmetischen Veränderungen zufrieden. Mit ihrem Mut, ihrem festen Willen und dem Verzicht auf Gewalt schrieben die Leipziger bei den Montagsdemonstrationen Geschichte. Die Bilder der Proteste im Herbst 1989 gingen um die ganze Welt. Entschlossene Menschen forderten demokratische Grundrechte in einer verkrusteten Gesellschaft ein. Leipzig – das Stiefkind des DDR-Staates – hatte mit friedlichen Mitteln seine Sprache wiedergefunden und legte mit einer Friedlichen Revolution den Grundstein für die deutsche Wiedervereinigung.

Text: Leipziger Tourismus-GmbH
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