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Ölschiefer

Zusammenfassung: Ölschiefer aus dem Schwarzen Jura. Zur Ergänzung und Vertiefung siehe auch die Link-Hinweise in der rechten Randspalte: Navigation - Ölschiefer.

In Baden-Württemberg stehen die Ölschiefer des Lias epsilon (auch Posidonienschiefer) am Fuß der Schwäbischen Alb, im Albvorland, auf etwa 150 km Länge an.

Ölschiefer Handstück und geologische Karte

Geologisches Profil

Der Name „Ölschiefer“ ist eigentlich irreführend, denn das Gestein zeigt Schichten und enthält zahlreiche Fossilien. Also handelt es sich im geologischen Sinn nicht um einen Schiefer (metamorph), sondern um ein Sedimentgestein. Die Schichtoberflächen fühlen sich glatt an, da die Sedimentkörner eine sehr kleine Korngröße haben. Entlang der Schichten ist das Gestein leicht spaltbar. Bei dem Fossilrest im Bild oben handelt es sich um einen Teil eines Ammoniten.

Der Ölschiefer wird schon seit langem in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut. Sog. "Fleins", etwa 15 cm starke, harte Schichten innerhalb des Lias epsilon waren erster Anlass zur Steinbruchtätigkeit und wurden früher als Bodenbeläge (Burg Hohenstaufen), Fensterbänke, Tischplatten etc. genutzt.

Tischplatte aus Ölschiefer

Außerdem enthält Ölschiefer kein Öl, sondern lediglich organische Bestandteile. Diese sogenannten Kerogene (= griechisch, das Brennbare) haben dem Ölschiefer letztlich den Namen gegeben. Bei Temperaturen oberhalb von 350°C zersetzen sich die organischen Bestandteile in kleinere Bruchstücke und können dann erdölartige, bituminöse Substanzen oder leichter flüchtige Verbindungen bilden, die dann an der Luft verbrennen.

Chemische Experimente Ölschiefer

Die Fotos zeigen verschiedene chemische Experimente mit Ölschiefer. Von links nach rechts: Brennender Ölschiefer, Sulfidnachweis, brennende Schweldämpfe, Ölgewinnung aus Schiefer, Trennung von Schieferöl und Wasser. Videos zu einfachen Demonstrationsexperimenten mit Ölschiefer finden Sie   hier.

Wie der Demonstrationsversuch oben zeigt, kann durch Erhitzen unter Luftabschluss Mineralöl aus dem Ölschiefer gewonnen werden. Am Ende des 2. Weltkriegs versuchte man mit einem ungeheuren Aufwand an Material und Menschen die Ölgewinnung aus Ölschiefer zu realisieren. Die damals entwickelten Verfahren brachten nicht den gewünschten Erfolg. Alle Werke wurden kurz nach dem Krieg stillgelegt. Wegen des sehr geringen Anteils an organischem Material (bei schwäbischem Ölschiefer ca 10%) sind diese Verfahren zurzeit unwirtschaftlich.

Heute wird der Posidonienschiefer in einem Zementwerk bei Dotternhausen als Energierohstoff zur Stromerzeugung eingesetzt, und die "Asche" als Rohstoff zur Zementproduktion verwendet.

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